Evaluation eine Masterthesis- Kinoevents abseits des klassischen/aktuellen Kinoprogramms. Publikum, Markt, Milieutheorie

Im Fach „Proseminar Master’s Thesis“ wurde die Aufgabe gestellt, eine Master- oder Diplomarbeit einer anderen Hochschule zu evaluieren:

Die in 2015 von Johanna Franz verfasste Masterarbeit „Kinoevents abseits des klassischen/aktuellen Kinoprogramms. Publikum, Markt, Milieutheorie“ behandelt die Entwicklung des Kino in dessen Art und Struktur, Filmgenres und Milieus der Rezipienten von Kino- und TV. Dabei geht sie besonders auf die Typologien und die Zusammenhänge von Alter, Geschlecht, Bildungsstand zwischen Emotionen, Genres, Fernsehformaten und Veranstaltungen ein. Franz verwendete neben der Fachliteratur, Filmwirtschaftsberichte und Statistiken. Sie besteht neben dem theoretischen Teil zudem aus einer quantitativen Umfrage und drei Experteninterviews, auf die sie sich bezieht. Die Autorin zeigt im Zusammenhang aus den empirischen Daten und dem literarischen Teil der Arbeit die gewonnenen Ergebnisse auf.

Die Masterarbeit „[…] beschäftigt sich mit der Frage was hinter dem Phänomen der kollektiven Nutzung von Kinoevents abseits des klassischen/aktuellen Filmprogramms in Kinos steckt, in welche verschiedenen Zielgruppen dieser Veranstaltungen sich unterscheiden lassen beziehungsweise wie sich diese Zielgruppen unterscheiden“.(1)

Das Ziel ihrer Arbeit war “[…] ökonomische als auch gesellschaftliche Einzelkomponenten und Gründe zu untersuchen, die zum Erfolg von Kinoevents abseits des klassischen/aktuellen Kinoprogramms beitragen, sowie damit verbundenen Risiken zu diskutieren“. (2)

Die Gestaltung dieser Masterarbeit wirkt vollkommen strukturiert. Die Texte sind in Blocksatz formatiert, die Überschriften sind im Schriftschnitt Bold (fett) gestaltet und größer als der Fließtext, sodass sie sich gut abheben. Die Unterüberschriften sind ebenfalls in Bold angelegt, aber optisch nicht größer als der restliche Text. Zudem sind sie eingerückt. Der Zeilenabstand ist relativ groß, wodurch ein einfacher Lesefluss ermöglicht wird. Auf der jeweiligen Seite steht unten rechts die Seitenzahl. Der linke und untere Seitenrand ist breiter als der rechte und obere. Im Text befinden sich, über die gesamte Arbeit verteilt, Tabellen und Grafiken. Im Anhang befindet sich ein Muster des verwendeten Fragebogens für die quantitative Befragung, die für diese Masterarbeit verwendet wurde sowie drei Expertenbefragungen. Zusammenfassend weist diese Arbeit keine weiteren Gestaltungsmerkmale auf.


(1)Franz, 2015, S. IX

(2)Franz, 2015, S. IX

Die von Frau Franz erstellte quantitative Befragung nutzt keine neuartige Methode, sondern setzt sich aus verständlichen Fragen zusammen, die entweder mit „ja“, „nein“ oder einer kurzen vorgegebenen Aussage beantwortet werden können. Jedoch zeigen die Expertenbefragungen neue Ansichtsweisen der Thematik der Masterarbeit, die die Verfasserin übersichtlich in ihre Arbeit einfließen ließ.

Die Autorin hat sich bei der Verfassung der Masterarbeit selbstständig die Themenbereiche mithilfe von Fachliteratur, Filmwirtschaftsbeitrgägen und umfangreichen Statistiken selbst erschlossen und zeigt mit der Verwendung der Befragung sowie den Experteninterviews ihre Konzeptions- und Recherchefähigkeiten. Hinzu kommt die fließende Integration des praktischen Teils in ihren theoretischen Teils.

Die Struktur der Arbeit ist übersichtlich, systematisch gestaltet und thematisch nachvollziehbar. Die Reihenfolge der Thematiken ist plausibel aufeinander aufgebaut und führt den Leser ohne Probleme. Die Autorin hat ihre Arbeit verständlich aufgebaut, d.h. ihre getroffenen Argumentationen bezüglich der gegebenen Thematiken sind logisch, prägnant und zeigen eine intensive Themenauseinandersetzung. Zudem zeigt sie eine kritische Hinterfragung der Ergebnisse. 

Die dargestellten Untersuchungen sind umfangreich beschrieben und beinhalten beträchtliche Aspekte, die den benötigten Umfang einer Masterarbeit entsprechen. Die von Franz verfasste Arbeit zeigt eine sorgfältige, reflektierte und genaue Auseinandersetzung mit der Materie. Die verwendete Literatur setzt sich aus überwiegend fachliterarischen Werken und wenigen Internetquellen zusammen. Sie sind umfangreich, relevant und bestehen aus Primärquellen.

Zusammenfassend ist die Masterarbeit von Johanna Franz gelungen.


Literatur

Franz, Johanna: Kinoevents abseits des klassischen/aktuellen Kinoprogramms. Publikum, Markt, Milieutheorie. Ungedr. Master-Arbeit. Fachhochschule St. Pölten. St. Pölten 2015

Erzeugung von Emotionen im Film

Emotionen sind im Film ein wichtiger Bestandteil der Dramaturgie. Denn mithilfe derer wird die Wahrnehmung der Zuschauer beeinflusst. Neben dem Unterhaltungsfaktor kann mit der Erzeugung von bestimmten Emotionen eine Szene, Gefühlswelt von fiktiven Charakteren oder Objekten hervorgehoben und eine gewissen Stimmung ausgelöst werden.

Da der Mensch in der Regel ein emotionales Wesen, ist kann dessen Empfinden (un-)bewusst gesteuert werden. Im Film werden dazu audiovisuelle Mittel genutzt, wie zum Beispiel Musik. Um auf diesen Punkt weiter einzugehen, habe ich mir folgendes Beispiel für einen Thriller ausgedacht:

In einer kurzen Szene eines fiktiven Films sieht man eine blutüberströmte Frau, die panisch durch Unterholz rennt und immer wieder ihren Blick hinter sich wirft. Es ist kurz vor Mitternacht und dementsprechend dunkel. Lediglich der Vollmond wirft sanftes Licht durch das Gestrüpp, wodurch die Wunden der Frau feucht glitzern. Die Kameraeinstellung wechselt hektisch von einer Totale, zu einer Halbnahen und schließlich verschiedenen Nahaufnahmen. Der Zuschauer hört das Brechen der Äste unter den Schritten der Frau. Sie fällt alle paar Meter erschöpft zu Boden, doch rappelt sich genauso schnell wieder auf. Eine mächtige und bedrohliche Musik setzt leise ein und wird Sekunde für Sekunde immer lauter, dröhnender, fast unerträglich basshaltig. 

Das Wimmern der Frau wird immer wehleidiger, schmerzerfüllter und ängstlicher. Ihre Panik greift um sich; macht sie taub. Nur noch ihr pochendes Herz ist zu hören. Dann Stille. Ein markerschütternder Schrei erklingt. Erneut Stille. Das Bild ist abrupt schwarz geworden. Ende.

Nun sollte der Leser, mit genug Vorstellungskraft, in der Lage sein, Spannung zu empfinden- eventuell sogar Angst.

Würde man nun die gleiche Szenerie nehmen und anstatt der bedrohlichen Musik einen fröhlichen Pop-Song, hätte es eine andere Wirkung auf den Zuschauer bzw. in meinem Fall, dem Leser. Der Spannungs-Aufbau wäre nicht mehr gegeben und auch die Neugier, was nach dem Schrei passiert, wäre verschwunden.

Selbst wenn man die Musik, andersrum abspielen lassen würde, also erst laut und dann immer leiser werdend, hätte es eine andere Wirkung. Es geht hierbei nur um Details, die das große Ganze beeinflussen. 

Genau so wie mit der Musik funktioniert die Erzeugung von Emotionen mit Farbgestaltung (Color Grading), Sound Effekten, Schnitten, Special Effects/VFX, Kameratechniken wie Zoom in/out, Kameraschwenks, Perspektiven, verschiedenen Einstellungsgrößen und vielen mehr.

Diesen Blogeintrag möchte ich als Anstoß in die Vertiefung meiner Themenauswahl für meine Masterarbeit nutzen.

Vorbereitungen von Schauspielern für filmische Horrorwerke anhand des Beispiels Evan Peters als Jeffrey Dahmer in „Dahmer- Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer“

Die diesjährig erschienene Netflix-Serie „Dahmer-Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer“ handelt vom amerikanischen Serienmörder Jeffrey Dahmer, der von 1978 bis 1991 Männer tötete und zum Teil aß. Die Sicht der Opfer und der Menschen, die versucht haben seine Taten zu verhindern, stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Die Serie gehört den Genres True-Crime, Drama, Thriller und Horror an. (1)

Sie zählt mit über 856 Millionen abgerufenen Stunden in den ersten vier Wochen nach Start, zu den meistgestreamten Serien auf der Video-On-Demand Plattform Netflix. (2)

Die Hauptrolle des Serienkillers spielte der US-amerikanische Darsteller Evan Peters, der bekannt für seine Rollen in „American Horror Story“ und „X-Men“ ist (3). Seine Rollen waren bisher meist bösartig. (4)

Zur Zeit ist Evan Peters in den Medien aufgrund seiner perfektionistischen Vorbereitungen und Darstellung der Rolle des Kannibalen sowie der kontroversen Aspekte, die die Faszination von True Crime mit sich bringt, äußerst präsent. (5)

Die Vorbereitungen auf die Rolle und dem Dreh der Serie dauerten insgesamt 10 Monate. Peters studierte Dahmers Körperbewegungen sowie Dialekt und kleidete sich wie er. (6)

Außerdem befasste er sich mit den Tiefen des Charakters des damaligen Mörders mithilfe von einem Polizeibericht, Biografien und einer Aufnahme eines Gesprächs mit einem Psychologen. Dies half ihm, die Art und Denkweise Dahmers besser zu verstehen. Doch die psychische Dunkelheit, die den Schauspieler einige Zeit umgab, war für ihn nicht leicht zu ertragen. (7)


(1) Vgl. Movie Pilot (o. D.): Dahmer- Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer, in: https://www.moviepilot.de, unter: https://www.moviepilot.de/serie/monster-the-jeffrey-dahmer-story, (abgerufen am 02.11.2022)

(2) Vgl. Becker, Nina (2022): “Dahmer”: So heftig hat sich Evan Peters auf seine Rolle als Serienkiller vorbereitet, in: https://www.filmstarts.de, unter: https://www.filmstarts.de/nachrichten/1000001415.html (abgerufen am 04.11.22)

(3) Vgl. Movie Pilot (o. D.): Evan Peters, in: https://www.moviepilot.de, unter: https://www.moviepilot.de/people/evan-peters, (abgerufen am 02.11.22)

(4) Vgl. Netflix News Staff (2022): Fans reagieren darauf, dass Evan Peters Jeffrey Dahmer auf Netflix spielt, sehen Sie sich die Rezensionen an, in: https://netflix-news.atsit.in, unter: https://netflix-news.atsit.in/de/?p=116207 (abgerufen am 04.11.22)

(5) Vgl. Google (o. D.): Evan Peters News, in https://www.google.com, unter: https://www.google.com/search q=evan+peters&client=safari&rls=en&sxsrf=ALiCzsaNOzes8g7ZGMe1SMa24o9atW3TDw:1667642238612&source=lnms&tbm=nws&sa=X&ved=2ahUKEwjwrvq545b7AhWmQfEDHeoYANUQ_AUoAnoECAIQBA&biw=1792&bih=1017&dpr=2 (abgerufen am 05.11.22)

(6) Vgl. Kurier (01.11.22):”Dahmer”: Evan Peters’ körperliche Strapazen für Serienmörder-Rolle, in: https://kurier.at, unter: https://kurier.at/stars/dahmer-evan-peters-koerperliche-strapazen-vorbereitung-serienmoerder-rolle/402201432 (abgerufen am 04.11.22)

(7) Vgl. Netflix (2022): DAHMER – Monster: The Jeffrey Dahmer Story | Evan Peters On The Complexity Of Playing Dahmer in: https://www.youtube.com, unter: https://www.youtube.com/watch?v=pvQP-85ADRE (abgerufen am 04.11.22)

Evans Peters Fans äußerten sich bereits zu seiner außerordentlichen schauspielerischen Leistung und machen sich Sorgen um seine Psyche. Sie begründen es damit, dass er die Rolle des Killers viel zu gut darstellt, sodass es an ihm nicht spurlos vorbei gehen kann. (8)

Für mich stellt sich die Frage, ob die Schauspielrolle und vor allem die damit verbundene lange Zeitspanne, ihn in seinem Alltag begleitet. Falls es dazu Neuigkeiten gibt, werde ich diesen Blogpost updaten oder gegebenenfalls einen neuen erstellen. Genauere Angaben zur mentalen Gesundheit Peter’s gibt es zur Zeit nicht.

Zusammenfassend war die Rolle des Serienkillers Dahmer keine einfache Angelegenheit und verlangte einiges von Evan Peters ab. Trotz der Düsterheit, die sie umgibt, zeigte Peters, welche erstaunliche Leistung in ihm steckt, in spezielle und schwierige Rollen zu schlüpfen. Zudem schaffte er einen erneuten positiven Karrieresprung.

Für mich ist dieser Blogeintrag der Start für mehr Recherchen über die Arbeit von Schauspielern und ihren Umgang mit Rollen in Horrorfilmen (oder Serien) und Thrillern. Ich möchte mehr darüber erfahren, inwiefern sie sich in eine andere Person bzw. fiktiven Charakter hineinversetzen und „leben“ können. Großes Interesse habe ich dabei nach den unmittelbaren Folgen auf deren Psyche. 

links: Evan Peters || rechts: Jeffrey Dahmer

(8) Vgl. Chakraborty, Sourav (2022): “Praying for Evan Peters mental health”: Fans concerned as actor delivers intense portrayal of Milwaukee cannibal Jeffrey Dahmer in Netflix series, in: https://www.sportskeeda.com/, unter: https://www.sportskeeda.com/pop-culture/praying-evan-peters-mental-health-fans-concerned-actor-delivers-intense-portrayal-milwaukee-cannibal-jeffrey-dahmer-netflix-series (abgerufen am 04.11.22)

Interview mit dem Musiker, Autor und Journalisten Christian Fuchs über die Hintergründe der Genres Thriller und Horror.

Für meine Masterarbeit bekam ich die Chance, den Musiker, Autor und Journalisten Herrn Christian Fuchs zu den Thematiken Horrorfilme und Thriller zu interviewen. Dies verschaffte mir neue anregende Einblicke für die genannten Themengebiete und helfen immens mit bei meiner weiteren Recherche. Das Ziel dieses Interviews war es weitere Aspekte und Meinungen bezüglich der Filmindustrie und den Genres Horror und Thriller zu erhalten. Das dokumentierte Interview unterteilt sich in meinen Fragen und einer Zusammenfassung aus Christian Fuchs’ Antworten. 

Bevor wir anfangen, möchte ich Sie bitten, sich vorzustellen. Wer Sie sind, was machen Sie beruflich und was sind Ihre Interessen. Wie sind Sie zu Dem gekommen, was Sie heute beruflich tun?

Herr Christian Fuchs ist neben seiner Arbeit als Journalist beim ORF, Autor und Musiker. Er bereichert den Radiosender FM4 mit Film- und Pop-Beiträgen, mit Gesprächen on Air sowie mit seinem eigenen Blog. Der FM4 Filmpodcast bietet ihm, seiner Kollegin Pia Reiser sowie Gästen die Möglichkeit, sich über jegliche filmspezifischen Thematiken auszutauschen. Seine Interessen gelten den dunkleren Seiten der Popkultur. Er ist nämlich nicht am Mainstream interessiert und verfolgt die Kinokultur in einer, wie er nennt, „Twilight-Zone“. Das bedeutet, ihm ist ein Zusammenspiel aus künstlerischen Ansätzen und Genrekino wichtig. Bereits im Kindes- und Jugendalter verbrachte er viel Zeit im Kino, in dem er seine Faszination von Filmen auslebte.

Was genau weckt an Horrorfilmen und Thrillern Ihr Interesse?

Fuchs ist im Alltag ein eher ängstlicher Mensch, zum Beispiel sind Schlangen und Achterbahnen für ihn ein Grauen. Das genaue Gegenteil ist seine Leidenschaft für Thriller- und Horrorfilme, die ihn in eine andere Welt eintauchen lassen. Das Irrationale an Kinoerlebnissen lässt seine betonte Vernunft im wahren Leben vor dem Eingang stehen. Neben der Angst-Konfrontation, die er beim Schauen eines Filmes der genannten Genres erfährt, interessiert er sich zu dem für die technischen Aspekte wie zum Beispiel Kameratechniken, die Erstellung von Soundtracks sowie ihre Wirkung auf den Zuschauer. Die Wurzeln des Genres Horror sind das Zusammenspiel aus Fiktion und den wahren Hintergründen sowie dem Fantastischen und dem Übernatürlichen. Als Beispiel führt er den Schauerroman aus dem 18.- und 19. Jahrhundert an, der, wie Fuchs erwähnt „mit seiner Vorstellung vom Grauenvollen als Quelle des ästhetischen Genusses“ gilt. Des Weiteren führt er an, dass die schwarze Romantik das Hässliche mehr verehrt, als das Schöne. Beispielsautoren sind Mary Shelley, Lord Byron und J.W. Polidori. Zudem bietet das Kinoerlebnis bzw. das Filmerlebnis die Möglichkeit, ein Ort zu sein, an dem Gewalt ohne realen Schaden ausgelebt werden darf. Der Zuschauer wird mit den aus dem alltäglichen Leben ungewollten Themen, wie Tod, Einsamkeit und Alter in Horrorfilmen auf eine sanfte Weise konfrontiert. Auch bietet dieses Genre das Gefühl des Verbotenen und der Gefahr, während man sich sicher vor der Leinwand oder dem Bildschirm befindet. Neben den bereits genannten Thematiken beinhaltet Horror auch eine Faszination der Reizaufnahme hinsichtlich Body Horror, Abgründe der Sexualität und Politik. 

Wie würden Sie die Genres Horror und Thriller definieren und welche Unterschiede weisen sie auf?

Für Herrn Fuchs liegt der Unterschied zwischen Horrorfilmen und Thrillern in übernatürlichen Szenarien. Thriller entsprechen in einigen Aspekten der Realität, während Horrorfilme meist irrationale Thematiken aufgreifen.  

Gibt es einen modernen Regisseur bzgl. der bisher angesprochenen Genres, dessen Werke Sie fasziniert? Wenn ja- wer und warum?

Fuchs’ Faszination umgreift moderne Regisseure, wie Ari Aster, Julia Ducourneux, Robert, Eggers, Alex Garland und Jordan Peele. Vorreiter-Regisseure sind Dario Argento, David, Croneberg, Lucio, Fulci, Alfred Hitchcock und George Romero

Was macht Ihrer Meinung nach einen hervorragenden Horrorfilm und was einen Thriller aus? (Es können auch mehrere sein) & warum?

Ein vom zuvor erwähnten Regisseur Dario Argento kreierter Horrofilm „Suspiria“ (1977) lässt den Zuschauer in eine andere Realität eintauchen, die wie eine visueller halluzinogener Zustand aussieht. Weitere Filme, die den Zuschauer langsam aber stetig in eine neue Realität entführen, sind “The Exorcist“ (William Friedkin, 1973), “The Shining“ (Stanley Kubrick, Steven King, 1980), „Hereditary“ (Ari Aster, 2018) und „Kill-List” (Ben Wheatley, 2011). Bei Thriller fällt auf, dass es einen bedeutsamen Faktor darstellt, den Zuschauer unterbewusst aus dem Alltag in die Thematiken des Thrillers, wie Mord etc., zu führen. Das Genre bewegt sich immer ans Irrationale heran und bleibt doch noch im rationalen Bereich. Des Weiteren sind Mischformen aus Thriller und Horror, die zum Beispiel das japanische und koreanische Kino bietet, sehenswert. Die psychologische Deutung der Charaktere spielt hierbei eine zentrale Rolle. Ein weiteres Genre, dass Fuchs nennt, ist der Giallo Thriller. Dieser ist in Italien entstanden und wurde stark von Hitchcock beeinflusst. Der Unterschied hierbei liegt darin, dass nicht nur die Auflösung der fiktiven Morde wichtig waren, sondern auch die Morde selbst.  

Wie würden Sie die filmischen Arbeiten von Alfred Hitchcock und Stephen King beschreiben? Also die unterschiedlichen Herangehensweisen.

Wie allseits bekannt, war Alfred Hitchcock ein Meister der subtilen Spannungserzeugung. Er setzte wenig auf Spezialeffekte, eher auf eine originellen Umsetzung und Kombination von Kamera, Ton, Schnitt, Musik etc. Bei Filmen, die auf den Geschichten von Stephen King basieren, empfindet Fuchs oftmals das Ende kritisch, da sie zu kitschig wirken. Unter Stephen Kings Verfilmungen gibt es nur wenige, die Fuchs begeistern. Diese wären zum Beispiel „The Mist“ (2007), „Carry“ (1976) und „The Stand“ (1978). Fuchs erwähnt, dass Tarantino einmal meinte, dass Hitchcocks Raffinesse aufgrund von Zwang bezüglich Zensur in der Filmindustrie entstanden ist. Er hat gelernt, mit den Einschränkungen umzugehen. Hätte er noch einige Jahre länger gelebt, hätte Hitchcock tendenziell gewalttätigere, blutigere und evtl. gar obszöne Filme kreiert. Als Beispiel nennt Fuchs Hitchcocks Film „Franzy“ (1972), der bereits leicht in diese Richtung geht. Den Nachfolger von Hitchcock sieht Tarantino in Brian de Palma, der Hitchcocks Methoden kopierte und weiterführte. Außerdem zeigt er Blut, Gewalt und Sexualität, die Hitchcock nicht zeigen durfte. 

Welche audiovisuelle Techniken sind Ihrer Meinung nach unentbehrlich für so eine Filmproduktion? Haben Sie Beispiele?

Fuchs empfindet den auf Stephen Kings gleichnamigen Roman basierten Film „The Shining“ als Meisterwerk. Der dafür verantwortliche Regisseur Stanley Kubrick hat sich nicht um Kings Einwände und Intentionen gekümmert, sodass ebenfalls die zuvor erwähnten kitschigen Ansätze wegfielen. Weder Monster, übertriebene gefühlsvolle Elemente noch sichtbare Spezialeffekte werden in dem Film gezeigt. Für das Horrorgefühl wurde auf anschwellende bedrohliche Musik, die Farbgebung, Symmetrie und Architektur gesetzt. Wenn das Monster ins Bild kommt, ist es gelaufen. Denn kein Spezial Effekt der Welt kann die Fantasie des Zuschauers übertreffen. Bei Horror ist das Problem, dass man nicht zu genau beschreiben darf, was passiert, sonst wirkt es schnell lächerlich und die Angst fällt weg. 

Inwieweit würden Sie sagen, greifen psychologische Mittel mit in eine Filmproduktion ein? Haben Sie Beispiele?

Da es unzählige psychologische Tricks gibt, sind diese für den Umfang des Interviews kaum aufzählbar. Aufgrund dessen gibt Fuchs ein Beispiel, was er persönlich als gruseligste Szene der Filmgeschichte benennt. Diese Szene befindet sich im Film “The Exorcist III“ (William Peter Blatty, 1990). Der Film ist klassisch inszeniert und hat doch Brüche mitten drin. Die Szene spielt spät nachts im Krankenhaus im Abteil der Nervenheilanstalt. Das Gefühl, das dem Zuschauer vermittelt wird, ist ein bedrohliches. Einer der Patienten krabbelt plötzlich und ohne Erklärung an der Decke entlang und man merkt, dass etwas nicht stimmen kann. Eine Krankenschwester arbeitet hinter einem Schreibtisch, jemand geht durchs Bild und aus dem Nichts schneidet plötzlich jemand anderes mit einer riesigen Schere dessen Kopf ab. Die Szene hat keinen Bezug zu der Story und wurde als Gag angeführt. Diese Szene funktioniert mit dem psychologischen Trick, dass die Kamera sich nicht bewegt und nur auf dem Stativ starr in eine Richtung filmt. Dadurch sieht der Zuschauer nicht das Geschehen drum herum und ist nur auf einen Teil der gezeigten Geschichte fokussiert. Die klassischen Stilmittel, die sonst in Horrorfilmen genutzt werden, wie der Spannungsaufbau durch bedrohliche Musik und Kamerafahrten, fallen hierbei weg.

Inwieweit spielt die technische Entwicklung bezüglich filmischen Equipment und Visual Effects eine Rolle bei der Erzeugung von Emotionen wie z.b. Angst und Spannung?

Die Filmproduktion ist mit der Entwicklung der Technik bzw. Computerleistungen mitgewachsen, was man zum Beispiel an der Nutzung von Steadicams bis zu heutigen Dronen ausmachen kann. Steadicams waren damals für Low-Budget Filme gedacht, während sie heute in Hollywoodfilmen genutzt werden. Drohnen werden immer günstiger, sodass diese selbst für Low-Budget Produktionen bereits erschwinglich sind. Das Kritischste aus Fuchs’ Sicht, sind die Anfänge des CGI. In den 90er und 00er Jahren war es, subjektiv gesehen, nicht so gut gemacht, wodurch er befürchtete, dass es der Untergang des Genrekinos sei. Die Entwicklung der computergenerierten Bilder zeigt jedoch Positives. Das Beste daran ist, wenn man es nicht sieht. Das macht Fuchs daran fest, wenn CGI sparsam eingesetzt wird. Wenn man auf die Neuverfilmungen von „ES“ von Stephen King zurückkommt, wird sich ein abgebrühter Horrorfan kaum fürchten. Das CGI ist teilweise zu unrealistisch gemacht. Vor allem der zweite Teil ist nicht annehmbar. 

Würden Sie sagen, die heutige Technologie bezüglich Filme stellt die Herangehensweisen von Hitchcock in den Schatten?

Filmfestivalbesucher und Fans werden die Machart Hitchcocks weiterhin schätzen und führen das Erbe weiter. Doch das junge bzw. breite Publikum kann vermutlich eher weniger mit Filmen aus der Vergangenheit sympathisieren. Als Grund nennt Fuchs die heutige Gewöhnung von Videospielgrafiken (sind geeicht). 

Wie ist Ihre Prognose hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der technischen Möglichkeiten der Filmproduktion? Bzw. anders gefragt: Wie denken Sie wird das Filmerlebnis in 5, 10 oder gar 30 Jahren sein?

Die genaue Entwicklung ist für Fuchs kaum vorhersehbar. Er vergleicht die potenzielle Entwicklung der Filmindustrie mit der Musikindustrie und deren Distributionswege: Heutzutage kann man Musik streamen, im Radio hören und doch immer noch CDs oder gar Vinyl kaufen. Das Blockbusterkino wird es weiterhin geben, eventuell noch aufgeblasener und CGI-lastiger. Das kleinere Kino verschiebt sich bereits jetzt mehr in Richtung Streaming. Fuchs macht sich eher Sorgen um das Arthouse-Kino, dass kontroverse Themen behandelt. Er hofft, dass es im Festivalkontext überleben wird, wie zum Beispiel mithilfe der Filmfestivals Berlinale und Canne. Das Horrorgenre ist wahrscheinlich das unzerstörbarste Genre, das es gibt. Die Zielgruppe der Genres Thriller und Horror ändert sich, denn nicht nur Männer interessieren sich dafür. Der Anteil an Frauen wird in Richtung der genannten Genres mehr, egal ob sie von ihnen geschrieben, gelesen oder gekauft werden. Dadurch werden immer mehr weibliche Perspektiven mit in die Filmproduktion integriert. 

Subjektive Zusammenfassung, Erkenntnisse und nächste Schritte

Thriller und vor allem Horrorfilme stützen sich auf einige Aspekte der menschlichen Psychologie, die den Rezipienten ein Angst- und Ekelgefühl vermitteln können. Die Kombination aus fiktiven Angstzuständen und der körpereigenen Produktion von Adrenalin und Endorphine erzeugt die sogenannte Angstlust, die ebenfalls mit in die Faszination des Horrors hineinspielt. Diese Art der Filme sind ein, wenn gelungen, perfektes Zusammenspiel aus Psychologie, Dramaturgie und Unterhaltung. Selbst die brutalsten Genres, wie Slasher und Splasher zeigen dramaturgische Mittel, die mithilfe des Wissens über die menschliche Psychologie den Zuschauer den Horror erleben lassen.

Meine ursprüngliche Faszination von Stephen Kings und Alfred Hitchcocks Werken hat sich durch meine Recherchen noch mehr gefestigt, wie auch ausgeweitet: die Filmreihe „Halloween“ von John Carpenter hat mich auf eine neue Art und Weise den Horror spüren lassen. Der Thrill hat mich während dem Anschauen, öfter als es mir lieb war, zusammenzucken lassen. Daraus schließe ich, dass selbst wenn man sich mit der Thematik des Horrors intensiv auseinandersetzt, man immer noch überrascht werden kann. Und das schätze ich sehr an diesem Genre.

Zudem finde ich es außerordentlich interessant wie viele Subgenres im Genre Horror existieren. Die, die ich bisher beschrieben habe, sind nur ein kleiner Teil. Dazu teile ich Screenshots aus dem Inhaltsverzeichnis des Buchs „Horror films by subgenre a viewers guide“ von Fernandez-Vander Kaay und Kathleen Vander Kaay unter diesem Blogeintrag.

Des Weiteren fand ich die Thematik ausgesprochen interessant, was die Unterschiede zwischen der Ausstrahlung von brutaleren Filmen (ab 16/18 Jahren) im TV sowie im Kino sind und das nicht nur die FSK für den Jugendschutz versucht zu sorgen, sondern das ebenfalls die FSF mit hineinspielt. Auch die „Tricks“, die private Fernsehsender nutzen, um dennoch solche Filme veröffentlichen zu können, hat mich erstaunt. Da ich selbst selten fern sehe, ist mir die Zensur von Filmen bisher nicht stark aufgefallen.

Mehr vertiefen möchte ich mich in die Thematiken, wie Horror aus der Sicht der Schauspieler entsteht und sich anfühlt, was Filmrollen mit ihnen psychisch anstellen können, dramaturgische Mittel im Vergleich: Horror vs. Familienfilme und wie das Marketing vom Stephen King- „Imperium“ funktioniert.

Horrorfilme: TV vs. Kino

Fernsehen und Kino sind zwei unterschiedliche Bewegtbild-Erlebnisse. Ein fernsehfähiges Gerät befindet sich in vielen Haushalten und öffentlichen Stätten wie Bars, Restaurants und Pubs. Einen Film auf einer riesigen Leinwand zu sehen, kombiniert mit einem qualitativ hochwertigen Soundsystem ist dort eher selten zu finden, und somit im Kino ein Erlebnis. 

Wo liegen nun die Hauptunterschiede von horrorerfüllten Filmen, die im Fernsehen eines öffentlichen Senders und im Kino laufen?

Ein erster Unterschied ist, dass Kinofilme mit 24 Frames per Second (FPS) arbeiten und das deutsche Fernsehen mit 25 (PAL Standart). Hierdurch wird die Geschwindigkeit des jeweiligen Films erhöht. (1)

Des Weiteren gibt es jeweils für das Fernsehen, als auch das Kino, eine Art Empfehlung des Rezipientenalters: die Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, auch FSK genannt, und die Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen, auch FSF genannt. (2)

Je nach Altersbeschränkung werden Filme im TV zu unterschiedlichen Zeiten abgespielt. (3)

Zum Beispiel dürfen Filme mit einer FSK ab 16 Jahren nur zwischen 22:00 bis 06:00 und Filme mit einer FSK ab 18 Jahren von 23:00 bis 06:00 ausgestrahlt werden. (4)

Wenn Privatsender Filme ab einer hohen FSK vor 23 Uhr spielen wollen, sind sie dazu verpflichtet diese zurecht zu schneiden und dadurch kritische Szenen zu zensieren. Die zensierten Filme werden von der Kommission der FSF geprüft. (5)

Im Gegensatz zum Fernsehen, kann ein Kino das Alter der Rezipienten kontrollieren und somit unzensierte Inhalte abspielen. (6)

Bekannte Horrorfilme, wie der Psychohorrorfilm „The Shining“ ist ab 16 Jahren (7) und die Slasherfilmreihe „Saw“ ab 18 Jahren. Eine gekürzte Variante ab 16 Jahren ist vorhanden (8).

Zusammenfassend spielt die Framerate von 24 (Kino) und 25 (TV) Bildern pro Sekunde und die Altersbeschränkung in der Ausstrahlung bzw. Veröffentlichung von Filmen über verschiedene Distributionswege/Medien eine große Rolle. Hierbei sind spätabendliche oder sogar nächtliche Ausstrahlungen im Fernsehen für Filme ab 16 und 18 Jahren üblich, außer private Sender zensieren diese, um sie vor der an die Altersvorgabe festgelegten Uhrzeit auszustrahlen.


(1) Vgl. Mansholt, Malte (2020): Filme sind im TV immer kürzer als im Kino – das ist der verblüffende Grund dafür, stern.de, [online] https://www.stern.de/digital/homeentertainment/filme-sind-im-tv-immer-kuerzer-als-im-kino—das-ist-der-verblueffende-grund-dafuer-8748666.html, [abgerufen am 29.04.2022].

(2) Vgl. Reinbott, Patrick (2018): Darum dürfen TV-Sender an Filmen selbst die Schere anlegen, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/news/darum-durfen-tv-sender-an-filmen-selbst-die-schere-anlegen-1107354, [abgerufen am 30.05.2022].

(3) Vgl. Spio FSK, (o. D.): GÜLTIGKEIT DER FSK-KENNZEICHEN FÜR DAS FERNSEHEN – Sendezeitschienen, www.spio-fsk.de, [online] https://www.spio-fsk.de/?seitid=1295&tid=72 [abgerufen am 30.05.2022].

(4) Vgl. Spio FSK, (o. D.): GÜLTIGKEIT DER FSK-KENNZEICHEN FÜR DAS FERNSEHEN – Sendezeitschienen, www.spio-fsk.de, [online] https://www.spio-fsk.de/?seitid=1295&tid=72 [abgerufen am 30.05.2022].

(5) Vgl. Reinbott, Patrick (2018): Darum dürfen TV-Sender an Filmen selbst die Schere anlegen, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/news/darum-durfen-tv-sender-an-filmen-selbst-die-schere-anlegen-1107354, [abgerufen am 30.05.2022].

(6) Vgl. Jugendschutz Aktiv (o. D.): Kino, www.jugendschutz-aktiv.de, [online] https://www.jugendschutz-aktiv.de/informationen-fuer-gewerbetreibende-und-veranstalterinnen/die-vorschriften-im-einzelnen/kinos.html, [abgerufen am 31.05.2022].

(7) Vgl. filmstarts.de (o. D.): Shining, www.filmstarts.de, [online] https://www.filmstarts.de/kritiken/863.html, [abgerufen am 31.05.2022].

(8)Vgl. Wiesele, Max (2018): Saw- Ein Franchise im Kampf gegen die deutsche FSK, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/news/saw-ein-franchise-im-kampf-gegen-die-deutsche-fsk-1107068, [abgerufen am 31.05.2022].

Horrorfilme: Die Subgenres “Haunted House” und “Found Footage”

Haunted House Horrorfilme handeln in der Regel von Geistern bzw. Übernatürlichen, nicht greifbaren Wesen oder psychisch kranken Menschen, die einen Ort, wie beispielsweise ein Haus inklusive ihrer Bewohner oder Besucher heimsuchen. Alte Häuser, die bereits etwas Unheimliches an sich haben, sind bekannt für solche Filme. Hauptmerkmal ist das bewusste Erschrecken des Rezipienten. (1)

Bekannte Beispiele sind „The Shining“ (Steven King, 1989(2)), „Poltergeist“ (Tobe Hooper, 1982(3)), „The Conjuring“ (James Wan, 2013(4)). (5)

Found Footage beschäftigt sich mit, wie der Name bereits aussagt, gefundenem (privatem) Videomaterial, das zur Erstellung eines Films genutzt wird. Bei diesem Material handelt es sich jedoch nicht wirklich um etwas, was man gefunden hat, sondern es wurde speziell für den Film angefertigt. (6)

Entstanden ist das Subgenre zwischen den 60ern und 70ern Jahren. Meist sind die Protagonisten eine Gruppe von Freunden oder Familie, die unterwegs auf etwas für sie Unnormales treffen und dies zufällig filmen. Damit der Film wie privatgefilmtes Material aussieht, muss es nicht mit professionellen Kameras gedreht werden, sondern kann auch mit Handrecordern aufgenommen sein. Dadurch sind die Produktionskosten eher gering. (7)

Als Beispiele für dieses Subgenre kann „[REC]“ (Jaume Balagueró, 2007/09) und „Paranormal Activity“ (Oren Peli, Tod Williams, Ariel Schulman/Henry Joost, 2007/10/11) genannt werden. (8)

Zusammengefasst haben beide Subgenres die Gemeinsamkeit, dass sie unter anderem die Thematiken von übernatürlichen Kräften bzw. Wesen behandeln. Der Unterschied liegt in der Aufmachung der Produktion: Found Footage Horrorfilme sehen, zumindest häufig, wie private Aufnahmen aus.



(1) Vgl. Catt, Chris (2022): The Best Haunted House Movies Ever, www.creepycatalog.com, [online] https://creepycatalog.com/haunted-house-movies/#a-very-brief-history-of-haunted-house-movies, [abgerufen am 22.04.2022].

(2) Vgl. IMDb (o. D): Shining, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt0081505/, [abgerufen am 22.04.2022].

(3)  Vgl. IMDb (o. D.): Poltergeist, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt0084516/?ref_=fn_al_tt_1, [abgerufen am 22.04.2022].

(4) Vgl. IMDb (o. D.): Conjuring – Die Heimsuchung, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt1457767/?ref_=nv_sr_srsg_0, [abgerufen am 22.04.2022]. 

(5) Vgl. Wiese, Jason (2021): The 13 Best Haunted House Movies And Where To Watch Them, www.cinemablend.com, [online] https://www.cinemablend.com/streaming-news/the-best-haunted-house-movies-and-where-to-watch-them, [abgerufen am 22.04.2022].

(6) Vgl. Fernandes-Vander Kaay, Kathleen, Vander Kaay, Chris (2016): Horror films by subgenre: a viewer’s guide, Jefferson, USA: McFarland & Company, S. 89

(7) Vgl. Fernandes-Vander Kaay, Kathleen, Vander Kaay, Chris (2016): Horror films by subgenre: a viewer’s guide, Jefferson, USA: McFarland & Company, S. 90

(8) Vgl. Moviepilot (o. D.): Die besten Horrorfilme – Found Footage, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/filme/beste/genre-horrorfilm/schlagwort-found-footage, abgerufen am 24.04.2022].

Horrorfilme: Die Subgenres “Slasher” und “Splatter”.

Die sogenannten Slasherfilme (Slasher: zu Deutsch „jemand, der aufschlitzt (1)) gehören zu der brutaleren Sorte des Horrorfilmgenres: „Killer“. (2) 

Hierbei handelt es sich um einem Mörder, der in der Regel, junge Menschen zuerst unheimlich beobachtet und anschließend bei Gelegenheit mit einer Art Messerklinge (o. Ä.) barbarisch umbringt. Dies tut er nicht grundlos, sondern als Reaktion auf etwas, das ihm einmal geschehen ist. (3)

In überaus vielen Fällen ist er auf Frauen aus und wird auch von einer umgebracht. (4)

Dem Subgenre voran geht der Film „Psycho“ (1960) von Alfred Hitchcock und kann als ein Beispiel der ersten Slasherfilme genannt werden. Auch hier gibt es einen „Killer“, der sein Opfer ohne eine Schusswaffe umbringt. (5)

Weitere bekannte Filme in dieser Kategorie sind Werke der Filmreihen „Halloween“ (John Carpenter, 1978-2021 (6)), „Scream“ (Wes Craven, 1996-2022 (7)), „Saw“ (James Wan, David Hackl, Kevin Greutert, Peter Spierig, Darren Lynn Bousman, Michael Spierig, 2004-2021 (8)) und “Freitag der 13.“ (Ronny Yu, Tom McLoughlin, Marcus Nispel, Sean S. Cunningham, Joseph Zito, Adam Marcus, Rob Hedden, James Issac, John Carl Buechler, Danny Steinman, Steve Miner, 1980-2009 (9)) (10)


(1) Vgl. Langenscheid (o. D.): Slasher, www.langenscheidt.com, [online] https://de.langenscheidt.com/englisch-deutsch/slasher [abgerufen am 19.04.22].

(2) Vgl. horroronscreen.com (o.D.): Horror Genres & Sub-Genres, www.popcornhorror.com, [online] https://popcornhorror.com/genres/, [abgerufen am 19.04.22].

(3) Vgl. Nowell, Richard (2011): Blood Money, New York, USA: Continuum, S. 20

(4) Vgl. Clover, Carol (1987): Her Body, Himself: Gender in the Slasher Film in Representations, No. 20, Special Issue: Misogyny, Misandry, and Misanthropy, Kalifornien: University of California Press, S. 187

(5) Vgl.  Ebd., S. 192

(6) Vgl. Langham, Christopher (2021): „Halloween”-Reihenfolge: Die Timelines der Slasher-Filme www.kino.de, [online] https://www.kino.de/film/halloween-2018/news/halloween-reihenfolge-die-timelines-der-slasher-filme/, [abgerufen am 20.04.2022].

(7)  Vgl. Jacob, Constantin (2022): Reihenfolge der „Scream“-Filme: So schaut ihr das Horror-Franchise, www.kino.de, [online] https://www.kino.de/artikel/reihenfolge-der-scream-filme–469r65pqgm, [abgerufen am 20.04.2022].

(8) Vgl. Witt, Waldemar (2020): Die richtige Reihenfolge der „Saw“-Filme, www.kino.de, [online] https://www.kino.de/film/saw-2004/news/die-richtige-reihenfolge-der-saw-filme/, [abgerufen am 20.04.2022].

(9) Vgl. Wieseler, Max (2020): Der beste Freitag der 13.? Alle 12 Filme der Kult-Horror-Reihe im Ranking, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/news/der-beste-freitag-der-13-alle-12-filme-der-slasher-horror-reihe-im-ranking-1128995, [abgerufen am 20.04.2022].

(10) o. A (o. D.): Die besten Slasherfilme, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/filme/beste/genre-slasherfilm [abgerufen am 20.04.2022].

Anzumerken ist, dass es Vermischungen zwischen den Genres der Splatter- und Slasherfilme gibt, wie bei „Saw“ (2004). (11)

Das Subgenre Splatterfilme im Genre Horror befasst sich hauptsächlich mit blutigen und gewalttätigen Szenen: Hierbei werden brutale Verletzungen, wie das Ab- und Durchtrennen von Körperteilen bis hin zur (dadurch ausgelösten) Tötungen von Menschen, dargestellt. Da solche Szenen selbstverständlich nicht real gefilmt bzw. produziert werden können, werden bestimmte Kamera- und Filmschnitttechniken verwendet, um ein real-aussehendes Massaker darzustellen. (12)

Bekannte Filmbeispiele sind „From Dusk Till Dawn“ (Robert Rodriguez, 1996), „Tanz der Teufel“ (Sam Raimi, 1981, 1987) und „Evil Dead“ (Sam Raimi, Fede Alvarez, 2013). (13)

Zusammenfassend haben die Subgenres des Horrors „Slasherfilme“ und „Splatterfilme“ gemeinsam, dass es sich um blutiges und brutale Ermordungen, gar „Abschlachtung“ von Menschen handelt. Der Unterschied zwischen den beiden Kategorien liegt darin, dass Splatterfilme blutiger sind und Slasherfilme die „Jagd“ des Killers auf seine Opfer in den Vordergrund stellt. 


(11) Vgl. o. A. (o. D.): Die besten Splatterfilme, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/news/der-beste-freitag-der-13-alle-12-filme-der-slasher-horror-reihe-im-ranking-1128995, [abgerufen am 20.04.2022].

(12) Vgl. o. A. (2002): Bodies that Splatter., f-Im.de, [online] http://www.f-lm.de/bodies-that-splatter/, [abgerufen am 15.04.2022].

(13) Vgl. o. A. (o. D.): Die besten Splatterfilme, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/filme/beste/genre-splatterfilm [abgerufen am 20.04.2022].

Horrorfilme: Das Subgenre “Psycho Horror”.

Psychologische Horrorfilme gehören dem Subgenre des Horrors an und beziehen sich auf die menschliche Natur, wie Ängste, Emotionen und Psychologie sowie gesellschaftliche Probleme. Der psychologische Aspekt kann beim Anschauen eines solchen Films für den Rezipienten intensiv und tiefgreifend wirken. Horror ist meist alleinig bereits kein „angenehmes“ Erlebnis bzw. es entstehen Emotionen, die durch die filmische Kunst erzeugt werden. Doch Psycho Horror kann das noch übertreffen, indem es den Zuschauer neben dem Erschrecken zusätzlich verstört und in das Ungewisse treibt. (1)

Paranoia, Gewalt, Verwirrung, Spannung und das Unheimliche sind hierbei ein immenser Teil des Storytellings. Vor allem eines ist wichtig: Nicht alles muss bildlich gezeigt werden. Dadurch wird die Fantasie des Zuschauers angeregt und je nach dessen Empfinden, kann sich die Intensität der Wahrnehmung anregen lassen. Zusätzlich weiß der Rezipient nicht immer, was genau gerade passiert oder innerhalb der nächsten Szenen passieren könnte. Dadurch wird die Spannung aufrecht erhalten oder gar verstärkt. (2)

Psycho Horror befasst sich demnach mit dem Düsteren der menschlichen Psyche und wie es auf das Unterbewusstsein des Rezipienten einwirken kann. (3)

Ängste, die bei dieser Art der Filme angesprochen werden, können sein: Tod, Vergewaltigung, Gewalt allgemein, Krankheiten; ertränkt, lebendig begraben oder gegessen, gejagt zu werden und vieles mehr. (4)


(1) Vgl. Hellerman, Jason (2020): A Genre Examination of Psychological Horror Movies and TV Shows, www.nofilmschool.com, [online] https://nofilmschool.com/psychological-horror-movies-and-tv-shows-genre [abgerufen am 17.04.2022].

(2) Ebd., 2020

(3) Vgl. Lofberg, Ivy (2016): Beginner’s guide: Psychological Horror, www.filminquiry.com, [online] https://www.filminquiry.com/beginners-guide-psychological-horror/, [abgerufen am 17.04.2022].

(4) Vgl. Ebd., 2016

Doch nicht nur realitätsnahe Ängste werden in den Fokus gerückt, sondern auch surrealistische Thematiken wie Monster bzw. übernatürliche Lebewesen. (5)

Als filmische Beispiele kann „Psycho“ (1960) von Alfred Hitchcock angeführt werden, der seinem Namen alle Ehre macht: Es handelt von Stalking, Gewalt, Mord, mentale Probleme, und fehlgeleitetes Verhalten. (6)

Ein weiteres Beispiel ist der Film „The Shining“ (1980, Stanley Kubrick) von Steven King, der Isolation, Geister bzw. übernatürliche Ereignisse, häusliche Gewalt, Alkoholismus und Kindesmissbrauch thematisiert. Des Weiteren handelt es davon, seine Ängste und Schwächen zu besiegen. (7)

Zusammengefasst behandeln Filme des Subgenres Psycho Horror die Untiefen der breiten menschlichen Psychologie und dessen verwurzelten Ängste. Es soll den Rezipienten irritieren und den gezeigtem Wahnsinn selbst spüren lassen: Ein Teil des Films sein, indem er die Geschichte des Protagonisten nachempfinden kann; eventuell sogar an seine eigenen Ängste denkt und sich dessen bewusst wird. 


(5) Vgl. Hellerman, Jason (2020): A Genre Examination of Psychological Horror Movies and TV Shows, www.nofilmschool.com, [online] https://nofilmschool.com/psychological-horror-movies-and-tv-shows-genre, [abgerufen am 17.04.2022].

(6) Vgl. IMDb, (o. D.): Psycho, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt0054215/plotsummary?ref_=tt_stry_pl, [abgerufen am 17.04.2022].

(7) Vgl. IMDb (o. D.): Shining, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt0081505/plotsummary?ref_=tt_ov_pl, [abgerufen am 17.04.2022].

Humor in Horrorfilmen: Das Subgenre “Horrorkomödie”.

Was wäre das Genre Horror, wenn man es nicht bezogen auf Film mit anderen Darstellungsformen vermischen könnte: Splatter, in denen das Blut spritzt, Psychohorror, indem die Psychologie im Mittelpunkt steht, Haunted-House-Horror, indem Geister ihr Unwesen treiben, Found Footage, dass realistisch aussieht, Rape and Revenge sowie Torture Porn, die grausame Gewaltfantasien abbilden und Horrorkomödien. (1) 

Diese gehören zu einem Subgenre, das aus einer Mischung aus  Horrorfilm und Filmkomödie besteht. (2)

Für Menschen, denen Horror nicht zusagt, können Horrorkomödien einen neuen Blickwinkel auf das Gruseln geben. Hierbei ist die Rede von Klassikern wie Beetlejuice (1988, Tim Burton) und Tanz der Vampire (1967, Roman Polanski). Auch neuere Filme, wie Scary Movie (2000/01/03/06/13, Keenen Ivory Wayans) zählen zu den bekannteren, mit düsterer Satire, Ironie makaberem schwarzen Humor und Galgenhumor gespickten, Horrorkomödien.(3)

Diese Art der Filme sprechen daher nicht nur Horrorfans an, sondern können, je nach Grad des Horrors, als familienfreundlich bezeichnet werden. Dabei beziehe ich mich beispielhaft auf das Genre „Gruselkomödie“ wie „The Addams Family“ (1991, Barry Sonnenfeld). (4)


(1)  Vgl. film.at, in: film.at, unter: https://www.film.at/news/12-pechschwarze-horrorserien-bei-denen-der-humor-nicht-zu-kurz-kommt/400600571, 2021, abgerufen am 21.03.2022

(2)  Vgl. Höltgen zit. n. Baumann, Hallenbeck, in filmlexikon.uni-kiel.de, unter: https://filmlexikon.uni-kiel.de/doku.php/h:horrorkomodie-5765, o.D. abgerufen am 21.03.22

(3)  Vgl. kino.de, in: kino.de, unter: https://www.kino.de/filme/genres/komoedie/horrorkomoedie/, o.D. abgerufen am 21.03.2022

(4)  Vgl. film.at, in: film.at, unter: https://www.film.at/die-besten-halloween-filme-fuer-die-ganze-familie, 2021, abgerufen am 28.03.2022

In diesem Subgenre sollte vor- und während der Produktion darauf geachtet werden, wie der Humor eingesetzt wird: Ist er zu plump, kann der Film rasch in die Kategorie „Trashfilm“ abrutschen. Natürlich kann hierbei auch eine Absicht dahinter stecken. (5)

Wie in meinem letzten Blogeintrag erwähnt, arbeitet ebenfalls Alfred Hitchcock gerne mit Humor in seinen Werken. Hitchcocks Horror-Thrillerfilm „Psycho“ (1960) kann hier angeführt werden, der laut dem Ersteller eher als Komödie gedacht ist und sollte vom Publikum nicht als Horror wahr- bzw. ernst genommen werden. (6)

Bis heute ist der Film einer von Hitchcocks erfolgreichsten und illusionistischsten Filmen. Mit Produktionskosten von ca. 800.000 Dollar erzielte er nach der Veröffentlichung einen Gewinn von ca. 2,5 Millionen Dollar. (7) Die Gesamteinnahmen bis heute belaufe sich auf ca. 32 Millionen Dollar (8). 

Zusammengefasst ist das Subgenre „Horror-Comedy“ außerordentlich vielseitig und kann aufgrund der Verharmlosung des Horror-Attributes des Subgenres Horror-Comedy eine breitere Zielgruppe ansprechen. Zudem ist Horror nicht gleich Horror, wodurch Komödien in diesem Genre eine neue Ansicht auf die in diesen Filmen behandelten Thematiken geben können.


(5)  Vgl. Hoog, in: br.de, unter: https://www.br.de/puls/themen/popkultur/trash-filme-halloween-100.html, 2019, abgerufen am 28.03.2022

(6)  Vgl. Brooks, in: theguardian.com, unter: https://www.theguardian.com/film/2013/feb/08/alfred-hitchcock-psycho-joke, 2013, abgerufen am 28.03.2022

(7)  Vgl. Feldvoß, in: Deutschlandfunk.de, unter: https://www.deutschlandfunk.de/zum-schreien-100.html, 2010, abgerufen am 28.03.2022

(8)  Vgl. Cineamo, in: cineamo.com, unter: https://www.cineamo.com/de/movie/539m, o.D., abgerufen am 21.03.2022