Subjektive Zusammenfassung, Erkenntnisse und nächste Schritte

Thriller und vor allem Horrorfilme stützen sich auf einige Aspekte der menschlichen Psychologie, die den Rezipienten ein Angst- und Ekelgefühl vermitteln können. Die Kombination aus fiktiven Angstzuständen und der körpereigenen Produktion von Adrenalin und Endorphine erzeugt die sogenannte Angstlust, die ebenfalls mit in die Faszination des Horrors hineinspielt. Diese Art der Filme sind ein, wenn gelungen, perfektes Zusammenspiel aus Psychologie, Dramaturgie und Unterhaltung. Selbst die brutalsten Genres, wie Slasher und Splasher zeigen dramaturgische Mittel, die mithilfe des Wissens über die menschliche Psychologie den Zuschauer den Horror erleben lassen.

Meine ursprüngliche Faszination von Stephen Kings und Alfred Hitchcocks Werken hat sich durch meine Recherchen noch mehr gefestigt, wie auch ausgeweitet: die Filmreihe „Halloween“ von John Carpenter hat mich auf eine neue Art und Weise den Horror spüren lassen. Der Thrill hat mich während dem Anschauen, öfter als es mir lieb war, zusammenzucken lassen. Daraus schließe ich, dass selbst wenn man sich mit der Thematik des Horrors intensiv auseinandersetzt, man immer noch überrascht werden kann. Und das schätze ich sehr an diesem Genre.

Zudem finde ich es außerordentlich interessant wie viele Subgenres im Genre Horror existieren. Die, die ich bisher beschrieben habe, sind nur ein kleiner Teil. Dazu teile ich Screenshots aus dem Inhaltsverzeichnis des Buchs „Horror films by subgenre a viewers guide“ von Fernandez-Vander Kaay und Kathleen Vander Kaay unter diesem Blogeintrag.

Des Weiteren fand ich die Thematik ausgesprochen interessant, was die Unterschiede zwischen der Ausstrahlung von brutaleren Filmen (ab 16/18 Jahren) im TV sowie im Kino sind und das nicht nur die FSK für den Jugendschutz versucht zu sorgen, sondern das ebenfalls die FSF mit hineinspielt. Auch die „Tricks“, die private Fernsehsender nutzen, um dennoch solche Filme veröffentlichen zu können, hat mich erstaunt. Da ich selbst selten fern sehe, ist mir die Zensur von Filmen bisher nicht stark aufgefallen.

Mehr vertiefen möchte ich mich in die Thematiken, wie Horror aus der Sicht der Schauspieler entsteht und sich anfühlt, was Filmrollen mit ihnen psychisch anstellen können, dramaturgische Mittel im Vergleich: Horror vs. Familienfilme und wie das Marketing vom Stephen King- „Imperium“ funktioniert.

Horrorfilme: TV vs. Kino

Fernsehen und Kino sind zwei unterschiedliche Bewegtbild-Erlebnisse. Ein fernsehfähiges Gerät befindet sich in vielen Haushalten und öffentlichen Stätten wie Bars, Restaurants und Pubs. Einen Film auf einer riesigen Leinwand zu sehen, kombiniert mit einem qualitativ hochwertigen Soundsystem ist dort eher selten zu finden, und somit im Kino ein Erlebnis. 

Wo liegen nun die Hauptunterschiede von horrorerfüllten Filmen, die im Fernsehen eines öffentlichen Senders und im Kino laufen?

Ein erster Unterschied ist, dass Kinofilme mit 24 Frames per Second (FPS) arbeiten und das deutsche Fernsehen mit 25 (PAL Standart). Hierdurch wird die Geschwindigkeit des jeweiligen Films erhöht. (1)

Des Weiteren gibt es jeweils für das Fernsehen, als auch das Kino, eine Art Empfehlung des Rezipientenalters: die Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, auch FSK genannt, und die Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen, auch FSF genannt. (2)

Je nach Altersbeschränkung werden Filme im TV zu unterschiedlichen Zeiten abgespielt. (3)

Zum Beispiel dürfen Filme mit einer FSK ab 16 Jahren nur zwischen 22:00 bis 06:00 und Filme mit einer FSK ab 18 Jahren von 23:00 bis 06:00 ausgestrahlt werden. (4)

Wenn Privatsender Filme ab einer hohen FSK vor 23 Uhr spielen wollen, sind sie dazu verpflichtet diese zurecht zu schneiden und dadurch kritische Szenen zu zensieren. Die zensierten Filme werden von der Kommission der FSF geprüft. (5)

Im Gegensatz zum Fernsehen, kann ein Kino das Alter der Rezipienten kontrollieren und somit unzensierte Inhalte abspielen. (6)

Bekannte Horrorfilme, wie der Psychohorrorfilm „The Shining“ ist ab 16 Jahren (7) und die Slasherfilmreihe „Saw“ ab 18 Jahren. Eine gekürzte Variante ab 16 Jahren ist vorhanden (8).

Zusammenfassend spielt die Framerate von 24 (Kino) und 25 (TV) Bildern pro Sekunde und die Altersbeschränkung in der Ausstrahlung bzw. Veröffentlichung von Filmen über verschiedene Distributionswege/Medien eine große Rolle. Hierbei sind spätabendliche oder sogar nächtliche Ausstrahlungen im Fernsehen für Filme ab 16 und 18 Jahren üblich, außer private Sender zensieren diese, um sie vor der an die Altersvorgabe festgelegten Uhrzeit auszustrahlen.


(1) Vgl. Mansholt, Malte (2020): Filme sind im TV immer kürzer als im Kino – das ist der verblüffende Grund dafür, stern.de, [online] https://www.stern.de/digital/homeentertainment/filme-sind-im-tv-immer-kuerzer-als-im-kino—das-ist-der-verblueffende-grund-dafuer-8748666.html, [abgerufen am 29.04.2022].

(2) Vgl. Reinbott, Patrick (2018): Darum dürfen TV-Sender an Filmen selbst die Schere anlegen, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/news/darum-durfen-tv-sender-an-filmen-selbst-die-schere-anlegen-1107354, [abgerufen am 30.05.2022].

(3) Vgl. Spio FSK, (o. D.): GÜLTIGKEIT DER FSK-KENNZEICHEN FÜR DAS FERNSEHEN – Sendezeitschienen, www.spio-fsk.de, [online] https://www.spio-fsk.de/?seitid=1295&tid=72 [abgerufen am 30.05.2022].

(4) Vgl. Spio FSK, (o. D.): GÜLTIGKEIT DER FSK-KENNZEICHEN FÜR DAS FERNSEHEN – Sendezeitschienen, www.spio-fsk.de, [online] https://www.spio-fsk.de/?seitid=1295&tid=72 [abgerufen am 30.05.2022].

(5) Vgl. Reinbott, Patrick (2018): Darum dürfen TV-Sender an Filmen selbst die Schere anlegen, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/news/darum-durfen-tv-sender-an-filmen-selbst-die-schere-anlegen-1107354, [abgerufen am 30.05.2022].

(6) Vgl. Jugendschutz Aktiv (o. D.): Kino, www.jugendschutz-aktiv.de, [online] https://www.jugendschutz-aktiv.de/informationen-fuer-gewerbetreibende-und-veranstalterinnen/die-vorschriften-im-einzelnen/kinos.html, [abgerufen am 31.05.2022].

(7) Vgl. filmstarts.de (o. D.): Shining, www.filmstarts.de, [online] https://www.filmstarts.de/kritiken/863.html, [abgerufen am 31.05.2022].

(8)Vgl. Wiesele, Max (2018): Saw- Ein Franchise im Kampf gegen die deutsche FSK, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/news/saw-ein-franchise-im-kampf-gegen-die-deutsche-fsk-1107068, [abgerufen am 31.05.2022].

Horrorfilme: Die Subgenres “Haunted House” und “Found Footage”

Haunted House Horrorfilme handeln in der Regel von Geistern bzw. Übernatürlichen, nicht greifbaren Wesen oder psychisch kranken Menschen, die einen Ort, wie beispielsweise ein Haus inklusive ihrer Bewohner oder Besucher heimsuchen. Alte Häuser, die bereits etwas Unheimliches an sich haben, sind bekannt für solche Filme. Hauptmerkmal ist das bewusste Erschrecken des Rezipienten. (1)

Bekannte Beispiele sind „The Shining“ (Steven King, 1989(2)), „Poltergeist“ (Tobe Hooper, 1982(3)), „The Conjuring“ (James Wan, 2013(4)). (5)

Found Footage beschäftigt sich mit, wie der Name bereits aussagt, gefundenem (privatem) Videomaterial, das zur Erstellung eines Films genutzt wird. Bei diesem Material handelt es sich jedoch nicht wirklich um etwas, was man gefunden hat, sondern es wurde speziell für den Film angefertigt. (6)

Entstanden ist das Subgenre zwischen den 60ern und 70ern Jahren. Meist sind die Protagonisten eine Gruppe von Freunden oder Familie, die unterwegs auf etwas für sie Unnormales treffen und dies zufällig filmen. Damit der Film wie privatgefilmtes Material aussieht, muss es nicht mit professionellen Kameras gedreht werden, sondern kann auch mit Handrecordern aufgenommen sein. Dadurch sind die Produktionskosten eher gering. (7)

Als Beispiele für dieses Subgenre kann „[REC]“ (Jaume Balagueró, 2007/09) und „Paranormal Activity“ (Oren Peli, Tod Williams, Ariel Schulman/Henry Joost, 2007/10/11) genannt werden. (8)

Zusammengefasst haben beide Subgenres die Gemeinsamkeit, dass sie unter anderem die Thematiken von übernatürlichen Kräften bzw. Wesen behandeln. Der Unterschied liegt in der Aufmachung der Produktion: Found Footage Horrorfilme sehen, zumindest häufig, wie private Aufnahmen aus.



(1) Vgl. Catt, Chris (2022): The Best Haunted House Movies Ever, www.creepycatalog.com, [online] https://creepycatalog.com/haunted-house-movies/#a-very-brief-history-of-haunted-house-movies, [abgerufen am 22.04.2022].

(2) Vgl. IMDb (o. D): Shining, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt0081505/, [abgerufen am 22.04.2022].

(3)  Vgl. IMDb (o. D.): Poltergeist, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt0084516/?ref_=fn_al_tt_1, [abgerufen am 22.04.2022].

(4) Vgl. IMDb (o. D.): Conjuring – Die Heimsuchung, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt1457767/?ref_=nv_sr_srsg_0, [abgerufen am 22.04.2022]. 

(5) Vgl. Wiese, Jason (2021): The 13 Best Haunted House Movies And Where To Watch Them, www.cinemablend.com, [online] https://www.cinemablend.com/streaming-news/the-best-haunted-house-movies-and-where-to-watch-them, [abgerufen am 22.04.2022].

(6) Vgl. Fernandes-Vander Kaay, Kathleen, Vander Kaay, Chris (2016): Horror films by subgenre: a viewer’s guide, Jefferson, USA: McFarland & Company, S. 89

(7) Vgl. Fernandes-Vander Kaay, Kathleen, Vander Kaay, Chris (2016): Horror films by subgenre: a viewer’s guide, Jefferson, USA: McFarland & Company, S. 90

(8) Vgl. Moviepilot (o. D.): Die besten Horrorfilme – Found Footage, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/filme/beste/genre-horrorfilm/schlagwort-found-footage, abgerufen am 24.04.2022].

Horrorfilme: Die Subgenres “Slasher” und “Splatter”.

Die sogenannten Slasherfilme (Slasher: zu Deutsch „jemand, der aufschlitzt (1)) gehören zu der brutaleren Sorte des Horrorfilmgenres: „Killer“. (2) 

Hierbei handelt es sich um einem Mörder, der in der Regel, junge Menschen zuerst unheimlich beobachtet und anschließend bei Gelegenheit mit einer Art Messerklinge (o. Ä.) barbarisch umbringt. Dies tut er nicht grundlos, sondern als Reaktion auf etwas, das ihm einmal geschehen ist. (3)

In überaus vielen Fällen ist er auf Frauen aus und wird auch von einer umgebracht. (4)

Dem Subgenre voran geht der Film „Psycho“ (1960) von Alfred Hitchcock und kann als ein Beispiel der ersten Slasherfilme genannt werden. Auch hier gibt es einen „Killer“, der sein Opfer ohne eine Schusswaffe umbringt. (5)

Weitere bekannte Filme in dieser Kategorie sind Werke der Filmreihen „Halloween“ (John Carpenter, 1978-2021 (6)), „Scream“ (Wes Craven, 1996-2022 (7)), „Saw“ (James Wan, David Hackl, Kevin Greutert, Peter Spierig, Darren Lynn Bousman, Michael Spierig, 2004-2021 (8)) und “Freitag der 13.“ (Ronny Yu, Tom McLoughlin, Marcus Nispel, Sean S. Cunningham, Joseph Zito, Adam Marcus, Rob Hedden, James Issac, John Carl Buechler, Danny Steinman, Steve Miner, 1980-2009 (9)) (10)


(1) Vgl. Langenscheid (o. D.): Slasher, www.langenscheidt.com, [online] https://de.langenscheidt.com/englisch-deutsch/slasher [abgerufen am 19.04.22].

(2) Vgl. horroronscreen.com (o.D.): Horror Genres & Sub-Genres, www.popcornhorror.com, [online] https://popcornhorror.com/genres/, [abgerufen am 19.04.22].

(3) Vgl. Nowell, Richard (2011): Blood Money, New York, USA: Continuum, S. 20

(4) Vgl. Clover, Carol (1987): Her Body, Himself: Gender in the Slasher Film in Representations, No. 20, Special Issue: Misogyny, Misandry, and Misanthropy, Kalifornien: University of California Press, S. 187

(5) Vgl.  Ebd., S. 192

(6) Vgl. Langham, Christopher (2021): „Halloween”-Reihenfolge: Die Timelines der Slasher-Filme www.kino.de, [online] https://www.kino.de/film/halloween-2018/news/halloween-reihenfolge-die-timelines-der-slasher-filme/, [abgerufen am 20.04.2022].

(7)  Vgl. Jacob, Constantin (2022): Reihenfolge der „Scream“-Filme: So schaut ihr das Horror-Franchise, www.kino.de, [online] https://www.kino.de/artikel/reihenfolge-der-scream-filme–469r65pqgm, [abgerufen am 20.04.2022].

(8) Vgl. Witt, Waldemar (2020): Die richtige Reihenfolge der „Saw“-Filme, www.kino.de, [online] https://www.kino.de/film/saw-2004/news/die-richtige-reihenfolge-der-saw-filme/, [abgerufen am 20.04.2022].

(9) Vgl. Wieseler, Max (2020): Der beste Freitag der 13.? Alle 12 Filme der Kult-Horror-Reihe im Ranking, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/news/der-beste-freitag-der-13-alle-12-filme-der-slasher-horror-reihe-im-ranking-1128995, [abgerufen am 20.04.2022].

(10) o. A (o. D.): Die besten Slasherfilme, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/filme/beste/genre-slasherfilm [abgerufen am 20.04.2022].

Anzumerken ist, dass es Vermischungen zwischen den Genres der Splatter- und Slasherfilme gibt, wie bei „Saw“ (2004). (11)

Das Subgenre Splatterfilme im Genre Horror befasst sich hauptsächlich mit blutigen und gewalttätigen Szenen: Hierbei werden brutale Verletzungen, wie das Ab- und Durchtrennen von Körperteilen bis hin zur (dadurch ausgelösten) Tötungen von Menschen, dargestellt. Da solche Szenen selbstverständlich nicht real gefilmt bzw. produziert werden können, werden bestimmte Kamera- und Filmschnitttechniken verwendet, um ein real-aussehendes Massaker darzustellen. (12)

Bekannte Filmbeispiele sind „From Dusk Till Dawn“ (Robert Rodriguez, 1996), „Tanz der Teufel“ (Sam Raimi, 1981, 1987) und „Evil Dead“ (Sam Raimi, Fede Alvarez, 2013). (13)

Zusammenfassend haben die Subgenres des Horrors „Slasherfilme“ und „Splatterfilme“ gemeinsam, dass es sich um blutiges und brutale Ermordungen, gar „Abschlachtung“ von Menschen handelt. Der Unterschied zwischen den beiden Kategorien liegt darin, dass Splatterfilme blutiger sind und Slasherfilme die „Jagd“ des Killers auf seine Opfer in den Vordergrund stellt. 


(11) Vgl. o. A. (o. D.): Die besten Splatterfilme, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/news/der-beste-freitag-der-13-alle-12-filme-der-slasher-horror-reihe-im-ranking-1128995, [abgerufen am 20.04.2022].

(12) Vgl. o. A. (2002): Bodies that Splatter., f-Im.de, [online] http://www.f-lm.de/bodies-that-splatter/, [abgerufen am 15.04.2022].

(13) Vgl. o. A. (o. D.): Die besten Splatterfilme, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/filme/beste/genre-splatterfilm [abgerufen am 20.04.2022].

Horrorfilme: Das Subgenre “Psycho Horror”.

Psychologische Horrorfilme gehören dem Subgenre des Horrors an und beziehen sich auf die menschliche Natur, wie Ängste, Emotionen und Psychologie sowie gesellschaftliche Probleme. Der psychologische Aspekt kann beim Anschauen eines solchen Films für den Rezipienten intensiv und tiefgreifend wirken. Horror ist meist alleinig bereits kein „angenehmes“ Erlebnis bzw. es entstehen Emotionen, die durch die filmische Kunst erzeugt werden. Doch Psycho Horror kann das noch übertreffen, indem es den Zuschauer neben dem Erschrecken zusätzlich verstört und in das Ungewisse treibt. (1)

Paranoia, Gewalt, Verwirrung, Spannung und das Unheimliche sind hierbei ein immenser Teil des Storytellings. Vor allem eines ist wichtig: Nicht alles muss bildlich gezeigt werden. Dadurch wird die Fantasie des Zuschauers angeregt und je nach dessen Empfinden, kann sich die Intensität der Wahrnehmung anregen lassen. Zusätzlich weiß der Rezipient nicht immer, was genau gerade passiert oder innerhalb der nächsten Szenen passieren könnte. Dadurch wird die Spannung aufrecht erhalten oder gar verstärkt. (2)

Psycho Horror befasst sich demnach mit dem Düsteren der menschlichen Psyche und wie es auf das Unterbewusstsein des Rezipienten einwirken kann. (3)

Ängste, die bei dieser Art der Filme angesprochen werden, können sein: Tod, Vergewaltigung, Gewalt allgemein, Krankheiten; ertränkt, lebendig begraben oder gegessen, gejagt zu werden und vieles mehr. (4)


(1) Vgl. Hellerman, Jason (2020): A Genre Examination of Psychological Horror Movies and TV Shows, www.nofilmschool.com, [online] https://nofilmschool.com/psychological-horror-movies-and-tv-shows-genre [abgerufen am 17.04.2022].

(2) Ebd., 2020

(3) Vgl. Lofberg, Ivy (2016): Beginner’s guide: Psychological Horror, www.filminquiry.com, [online] https://www.filminquiry.com/beginners-guide-psychological-horror/, [abgerufen am 17.04.2022].

(4) Vgl. Ebd., 2016

Doch nicht nur realitätsnahe Ängste werden in den Fokus gerückt, sondern auch surrealistische Thematiken wie Monster bzw. übernatürliche Lebewesen. (5)

Als filmische Beispiele kann „Psycho“ (1960) von Alfred Hitchcock angeführt werden, der seinem Namen alle Ehre macht: Es handelt von Stalking, Gewalt, Mord, mentale Probleme, und fehlgeleitetes Verhalten. (6)

Ein weiteres Beispiel ist der Film „The Shining“ (1980, Stanley Kubrick) von Steven King, der Isolation, Geister bzw. übernatürliche Ereignisse, häusliche Gewalt, Alkoholismus und Kindesmissbrauch thematisiert. Des Weiteren handelt es davon, seine Ängste und Schwächen zu besiegen. (7)

Zusammengefasst behandeln Filme des Subgenres Psycho Horror die Untiefen der breiten menschlichen Psychologie und dessen verwurzelten Ängste. Es soll den Rezipienten irritieren und den gezeigtem Wahnsinn selbst spüren lassen: Ein Teil des Films sein, indem er die Geschichte des Protagonisten nachempfinden kann; eventuell sogar an seine eigenen Ängste denkt und sich dessen bewusst wird. 


(5) Vgl. Hellerman, Jason (2020): A Genre Examination of Psychological Horror Movies and TV Shows, www.nofilmschool.com, [online] https://nofilmschool.com/psychological-horror-movies-and-tv-shows-genre, [abgerufen am 17.04.2022].

(6) Vgl. IMDb, (o. D.): Psycho, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt0054215/plotsummary?ref_=tt_stry_pl, [abgerufen am 17.04.2022].

(7) Vgl. IMDb (o. D.): Shining, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt0081505/plotsummary?ref_=tt_ov_pl, [abgerufen am 17.04.2022].

Humor in Horrorfilmen: Das Subgenre “Horrorkomödie”.

Was wäre das Genre Horror, wenn man es nicht bezogen auf Film mit anderen Darstellungsformen vermischen könnte: Splatter, in denen das Blut spritzt, Psychohorror, indem die Psychologie im Mittelpunkt steht, Haunted-House-Horror, indem Geister ihr Unwesen treiben, Found Footage, dass realistisch aussieht, Rape and Revenge sowie Torture Porn, die grausame Gewaltfantasien abbilden und Horrorkomödien. (1) 

Diese gehören zu einem Subgenre, das aus einer Mischung aus  Horrorfilm und Filmkomödie besteht. (2)

Für Menschen, denen Horror nicht zusagt, können Horrorkomödien einen neuen Blickwinkel auf das Gruseln geben. Hierbei ist die Rede von Klassikern wie Beetlejuice (1988, Tim Burton) und Tanz der Vampire (1967, Roman Polanski). Auch neuere Filme, wie Scary Movie (2000/01/03/06/13, Keenen Ivory Wayans) zählen zu den bekannteren, mit düsterer Satire, Ironie makaberem schwarzen Humor und Galgenhumor gespickten, Horrorkomödien.(3)

Diese Art der Filme sprechen daher nicht nur Horrorfans an, sondern können, je nach Grad des Horrors, als familienfreundlich bezeichnet werden. Dabei beziehe ich mich beispielhaft auf das Genre „Gruselkomödie“ wie „The Addams Family“ (1991, Barry Sonnenfeld). (4)


(1)  Vgl. film.at, in: film.at, unter: https://www.film.at/news/12-pechschwarze-horrorserien-bei-denen-der-humor-nicht-zu-kurz-kommt/400600571, 2021, abgerufen am 21.03.2022

(2)  Vgl. Höltgen zit. n. Baumann, Hallenbeck, in filmlexikon.uni-kiel.de, unter: https://filmlexikon.uni-kiel.de/doku.php/h:horrorkomodie-5765, o.D. abgerufen am 21.03.22

(3)  Vgl. kino.de, in: kino.de, unter: https://www.kino.de/filme/genres/komoedie/horrorkomoedie/, o.D. abgerufen am 21.03.2022

(4)  Vgl. film.at, in: film.at, unter: https://www.film.at/die-besten-halloween-filme-fuer-die-ganze-familie, 2021, abgerufen am 28.03.2022

In diesem Subgenre sollte vor- und während der Produktion darauf geachtet werden, wie der Humor eingesetzt wird: Ist er zu plump, kann der Film rasch in die Kategorie „Trashfilm“ abrutschen. Natürlich kann hierbei auch eine Absicht dahinter stecken. (5)

Wie in meinem letzten Blogeintrag erwähnt, arbeitet ebenfalls Alfred Hitchcock gerne mit Humor in seinen Werken. Hitchcocks Horror-Thrillerfilm „Psycho“ (1960) kann hier angeführt werden, der laut dem Ersteller eher als Komödie gedacht ist und sollte vom Publikum nicht als Horror wahr- bzw. ernst genommen werden. (6)

Bis heute ist der Film einer von Hitchcocks erfolgreichsten und illusionistischsten Filmen. Mit Produktionskosten von ca. 800.000 Dollar erzielte er nach der Veröffentlichung einen Gewinn von ca. 2,5 Millionen Dollar. (7) Die Gesamteinnahmen bis heute belaufe sich auf ca. 32 Millionen Dollar (8). 

Zusammengefasst ist das Subgenre „Horror-Comedy“ außerordentlich vielseitig und kann aufgrund der Verharmlosung des Horror-Attributes des Subgenres Horror-Comedy eine breitere Zielgruppe ansprechen. Zudem ist Horror nicht gleich Horror, wodurch Komödien in diesem Genre eine neue Ansicht auf die in diesen Filmen behandelten Thematiken geben können.


(5)  Vgl. Hoog, in: br.de, unter: https://www.br.de/puls/themen/popkultur/trash-filme-halloween-100.html, 2019, abgerufen am 28.03.2022

(6)  Vgl. Brooks, in: theguardian.com, unter: https://www.theguardian.com/film/2013/feb/08/alfred-hitchcock-psycho-joke, 2013, abgerufen am 28.03.2022

(7)  Vgl. Feldvoß, in: Deutschlandfunk.de, unter: https://www.deutschlandfunk.de/zum-schreien-100.html, 2010, abgerufen am 28.03.2022

(8)  Vgl. Cineamo, in: cineamo.com, unter: https://www.cineamo.com/de/movie/539m, o.D., abgerufen am 21.03.2022

Horrorfilme und das Böse im Menschen

Angst ist ein Gefühl, das viele Menschen erleben: Ob vor der Prüfung oder während dem nächtlichen Nachhauseweg – sie ist allgegenwärtig und eine Grundemotion, die zum Leben dazugehört. Das Empfinden von Angst soll dem Menschen auf potenzielle Bedrohungen vorbereiten, damit dieser Präventionsmaßnahmen einleiten kann.(1)

Das Genre Horror nimmt stetig an Beliebtheit zu.(2) Gruseln und fiktive Angstzustände stellen ein gesellschaftliches und geschlechtsloses Phänomen dar. Der Psychologe Gerd Reimann vermutet, dass in jedem Menschen etwas Böses bzw. Gewalttätiges steckt, welches durch das Anschauen von Horrorfilmen gestillt werden kann.(3)

Laut dem Psychologen Hellfritsch produziert der menschliche Körper während eines Horrorfilms die Hormone Adrenalin und Endorphine. Diese Kombination aus Stress- und Glückshormonen kreiert die sogenannte „Angstlust“, einen bestimmten Reiz, der den Horror für den Rezipienten interessant macht. Zudem ist das bewusste Gruseln vor allem dann möglich, wenn man weiß, dass das Gesehene nichts mit der Realität zu tun hat und man sich aufgrund dessen sicher fühlt.(4)

Der Sachverhalt ob und wie realitätsnah Horrorfilme vom Menschen wahrgenommen werden, liegt am emotional-kognitiven Denkstil: Entstehen durch das Anschauen solcher Filme ein Fluchtreflex, Ängste oder auch ein Nachempfinden des Schmerzes der Handlung, dann nehmen diese Menschen Horrorfilme als realistisch wahr. Wer dagegen eher gerne sich mit gruseligen Geschichten auseinander setzt, sieht diese als das an, was sie sind: imaginär.(5)


(1)  Vgl. Koch, L., S. 1, Angst: Ein interdisziplinäres Handbuch, 2013, Springer-Verlag: Deutschland

(2)  Vgl. Watson.de (2019): Hallo Horror! R.I.P. Liebesfilme. Welche Film-Genre ihren Niedergang erlebten, in: watson.de, unter: https://www.watson.de/leben/best%20of%20watson/494597389-hallo-horror-r-i-p-western-welche-film-genres-einen-niedergang-erlebten, 2019 [abgerufen am 18.03.2022].

(3)  Vgl. dpa (2017): Halloween und Horrorfilme: Die Lust am Gruseln, in: focus.de, unter: https://www.focus.de/panorama/boulevard/gesellschaft-halloween-und-horrorfilm-die-lust-am-gruseln_id_7772693.html [abgerufen am 18.03.2022].

(4)  Vgl. Franziska (2018): Von der Lust am Gruseln, in: zwischenbetrachtung.de, unter: https://zwischenbetrachtung.de/2018/07/03/on-der-lust-am-gruseln/ [abgerufen am 18.03.2022].

(5)  Vgl. Fehr (2015): Was passiert im Gehirn, wenn wir einen Horrorfilm anschauen?, in: dasgehirn.info, unter: https://www.dasgehirn.info/aktuell/frage-an-das-gehirn/was-passiert-im-gehirn-wenn-wir-einen-horrorfilm-anschauen [abgerufen am 19.03.2022].

Bezogen auf die Filme „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock und „ES“ von Stephen King, liegt die subjektive Stärke des Horrors Nuancen auseinander: Während Hitchcock Humor mit in seine Filme bringt und damit teilweise die dargestellten Situationen gekonnt lockert, nutzt Stephen King ungewisse und plötzliche Schreckenshandlungen, die den Zuschauer fast ununterbrochen ein Spannungsgefühl verleihen. Die Gemeinsamkeit: Beide wissen, wie sie mit der Angst ihrer Rezipienten filmisch spielen können.

Zudem beschäftig sich Hitchcock in seiner Karriere generell gerne mit der Thematik der Angst bzw, psychischen Störungen. Als Beispiel kann der Film „Vertigo“ (1958) genannt werden, in dem ein Mord nicht verhindert werden kann, da der potenzielle „Retter/Held“ Höhenangst hat (Antiheld). Zusätzlich behandelt der Film Nekrophilie, wodurch die Angst vor dem Tod in einer anderen Perspektive gezeigt wird. Des Weiteren kann „Spellbound“ (1945) aufgeführt werden, indem ein Kindheitstrauma eines Protagonisten eine Rolle spielt und „Marnie“ (1964), der von einer Kleptomanin handelt. „Die Vögel“ (1963) behandelt die Ornithophobie: Die Angst vor Vögeln. Allgemein ist Mord und die Angst davor ein begleitendes Thema in vielen seiner Werke.

Stephen King hat mit seinen Horrorwerken „ES“ eine große Verbindung: Die Angst vor Clowns.(6) Des Weiteren handeln die Bücher und Filme des 74- Jährigen oftmals um den nackten Überlebenstrieb der Protagonisten und weisen eine mysteriöse Grundhandlung auf. Hierbei verweise ich auf das zuvor beschriebene „Ungewisse“, welches dem Zuschauer die Nackenhaare aufstellen lässt. 

Die Faszination Horror ist ein weiter Bereich, der bisher noch nicht vollständig psychologisch erforscht wurde. Aber eines steht fest: In der Filmbranche ist das Genre nicht mehr wegzudenken. 


(6)  Vgl. Niasseri (2019): „Es“: Darum hat Stephen King selber Angst vor Clowns, in: rollingstone.de, unter: https://www.rollingstone.de/es-darum-hat-stephen-king-selber-angst-vor-clowns-1347377/ [abgerufen am 19.03.2022].

Die Faszination hinter dem Thrill der Spannung und Angst am Beispiel von “ES”

Die Neuverfilmung „ES“ aus 2017 spielte ca. 700 Millionen Dollar ein, die zweite Neuverfilmung ca. 470 Milliarden Dollar. Sie sind damit die beiden erfolgreichsten Horrorfilme aller Zeiten (1).

Doch woran liegt das und was fasziniert den Menschen daran eine kontrollierte Spannung und Angst zu empfinden?

Laut dem Autor Noel Caroll stammt die Bezeichnung des „Horrors“ aus der Kombination des lateinischen Wort „horrere“, was bedeutet am Rand zu stehen oder sich zu sträuben und aus dem Französischen „orror“, das übersetzt heißt sich sträuben bzw. erschaudern. (2)

Die Reaktion auf den künstlich erstellten Horror bzw. die dadurch hervorgerufenen Emotionen können körperliche Anspannung, Schaudern, Kribbeln, Frösteln oder ähnliche Angstreaktionen beim Rezipienten erzeugen.(3)

Hierbei handelt es sich um fiktive Kreaturen, die dafür geschaffen wurden, dem Zuschauer ein Angst- und Ekelgefühl zu geben. Dieser Fakt ist laut dem Medienprofessor Benshoff der Hauptunterschied zum Genre Thriller: Hierbei kann ebenfalls Angst und Ekel erzeugt werden, jedoch werden diese Empfindungen nicht aufgrund eines „Monsters“ hervorgerufen.(4)

Des Weiteren stützt sich die Machart von Horrorfilmen auf diverse filmische bzw. erzählerische „Regeln“, die das Genre erst zu dem macht, was es ist. Dazu zählt, dass der Protagonist meistens keine Person ist, die alle rettet, sondern das Opfer der Geschichte darstellt.(5)

Ein Beispiel hierfür ist die Rolle „Georgie“ in den Filmen „ES“ von Stephen King. Die gesamte Story des Originals und der ersten Neuverfilmung stützt sich auf den Hergang des Mordes an dem kleinen Jungen durch den Killer-Clown Pennywise (bzw. dem plötzlichen Verschwinden Georgies) und dessen versuchte Rettung durch seinen Bruder und anderen Charakteren. Außerdem werden oftmals Kinder in Horrorfilmen dargestellt, „[…] besondere Kräfte [zukommen], die sie in Opposition zur Erwachsenenwelt einsetzen“(6). Auch diese Eigenschaft findet man in „ES“ wieder. 


(1) Vgl. Bocksch (2021): Das sind die erfolgreichsten Horrorfilme aller Zeiten, in statista.com, unter: https://de.statista.com/infografik/19803/erfolgreichste-horrorfilme-nach-weltweitem-einspielergebnis/ [abgerufen am 10.03.2022].

(2) Vgl. Carroll, The Philosophy of Horror, or Paradoxes of the Heart, 1990, S.24

(3) Vgl. Carroll, Ebd.

(4) Vgl. Benshoff, A Companion to the horror film, 2014, S. 34

(5) Vgl. Weingartner (2022): Warum Horrorfilme ohne Spielregeln keiner einzigen Menschenseele Angst bereiten, in: filmpuls.info, unter: https://filmpuls.info/horror-im-film-spielregeln-horrorfilme/ [abgerufen am 10.03.2022].

(6) Weingartner, 2022, Ebd. 

Weitere Aspekte wären laut der Journalistin Weingartner, der Konflikt zwischen Gut und Böse, des Bekannten und Unbekannten, familiäre Konstrukte sowie gewalttätige und sexuelle Fantasien. Hinzukommend ist das Ungewisse über die Ereignisse der vergangenen und zukünftigen Zeitspanne der Charaktere. Zu beachten ist, dass nicht alle Aspekte in einem Horrorfilm inbegriffen sein müssen, damit dieser so bezeichnet werden darf. (7)

In „ES“ kämpft deutlich das Gute (die Kinder) und das Böse (Pennywise) gegeneinander. Der Killer-Clown stellt zudem etwas Ungewisses dar, von dem eine Gefahr ausgeht. Gewalt spielt dahingehend eine Rolle, wenn es um den Mord an den Kindern (Pennywise’ Opfern) geht oder um kleinere Streitereien zwischen den Protagonisten. Sexuelle Fantasien sind, im Gegensatz zum Buch, in den Filmen nicht wieder zu finden.

Weingartner spricht in ihrem Artikel noch weitere Aspekte an, die den Horror ausmachen: Es gibt für den Rezipienten keine Gewissheit über die nächsten Schritte der Erzählung. Zudem kann sich der Zuschauer mit dem/den Protagonisten identifizieren und erlebt so dessen/deren wiedergegebene Geschichte „persönlicher“. Hinzukommend findet in vielen Fällen die Darstellungsweise im Alltag bzw. alltäglichen Situationen statt.(8)

Die „ES“-Filme sind der Inbegriff des Ungewissen. Zwar hat der Rezipient eine Vorahnung, das bald etwas Tragisches passieren wird, jedoch nicht was, wann, wo und wie. Zudem wird die Geschichte in einem Alltags-Arrangement wiedergegeben.

Eine recht weitverbreitete Angst, mit denen die „ES“- Filme spielen, ist die Coulrophobie: Diese Phobie „[…] gehört zu den spezifischen Phobien und bezeichnet die pathologische Angst vor Clowns“(9).  Ob der extra Thrill durch diese Angst einen Teil zum Erfolg der „ES“-Reihe beiträgt, wurde bisher nicht bewiesen.

Zusammengefasst ist die Gestaltungsform von Horrorfilmen auf die Erzeugung von Emotionen zurückzuführen und beinhaltet psychologische Aspekte. Zudem sind gewisse filmische Regeln hinsichtlich des Storytellings zu befolgen, damit das Empfinden von Horror in einem Film entstehen kann.


(7)  Vgl. Ebd.

(8)  Vgl. Ebd.

(9)  Psylex (o.D.): Coulrophobie; Angst vor dem Clown, in: psylex.de unter: https://psylex.de/stoerung/angst/phobien/coulrophobie/ [abgerufen am 10.03.2022].

Subjektive Beurteilung der Filme “Die Vögel” (1963) und „ES“ (1990, 2017/19)

Hitchcocks Film „Die Vögel“* empfinde ich im Vergleich- bezogen auf das Genre Thriller/Horror- zu allen Varianten der Filmreihe „ES“, vor allem dem letzten Teil von 2019, eher als harmlos. Während dem Schauen des Filmes* wurde ich kaum gedanklich in die Welt des Grusels entführt. Ob dies daran liegt, dass ich eher Filme aus der heutigen Zeit mit realitätsnahen VFX gewöhnt bin, kann ich nicht sagen. Die Geschichte ist an sich sehr durchdacht und gefällt mir. Lediglich die Vogelgeräusche empfand ich spätestens ab dem Punkt übertrieben, als ich es mit Katzenmiauen verglichen habe: Jedoch erwecken genau diese intensiven Geräusche die Story zum Leben. Sie stellen einen Wiedererkennungswert dar und unterstreichen die Gefahr, die von den Unmengen an Vögeln ausgeht. Aufgrund dessen wird dem Zuschauer unwohl und bereitet ihn zeitgleich darauf vor, dass in der jeweiligen Szene, in denen die Vögel zu sehen und zu hören sind, etwas Schlimmes passieren wird.

Kings „ES“ aus dem Jahr 1990 empfinde ich als absoluten Horror. Man weiß nie, wann der Killerclown wieder zuschnappen wird, was sich durch den gesamten Film, wie eine rote Linie durchzieht. Erst recht macht die Verbindung von Tod mit wehrlosen sowie naiven Kindern den Film gruselig und schon fast makaber. Der Produzent spielte viel mit dramatischer Musik, die das Wahrnehmen der jeweiligen Einstellung/Sequenz/Szene für den Zuschauer um einiges intensivierte.

Doch im Vergleich zu den beiden Neuverfilmungen aus 2017 und 2019 ist „ES“ aus 1990 eher zu ertragen. Das führe ich auf die Weiterentwicklung der Computertechnik und somit den heutigen Standards für Visual Effects zurück. Für die Neuverfilmungen brauchte ich, aufgrund des Horrors, mehrere Anläufe diese anzuschauen. Sie haben mich mit einem immensen Realitätseindruck konfrontiert, und meine Fantasie unwahrscheinlich angeregt, so dass mit meiner Vorstellungskraft gespielt wurde, ohne dass ich es verhindern konnte. Auch nach dem Anschauen der Filme war mir noch mulmig zu mute und meine Gedanken noch dort.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Filmindustrie in den beiden Genres Thriller und Horror seit der Veröffentlichung von „Die Vögel“ eine riesige Weiterentwicklung bezüglich der technischen, audiovisuellen und darstellerischen Möglichkeiten durchgemacht hat, um Zuschauer in den Bann der jeweiligen Geschichte zu ziehen. Auch für die damaligen Möglichkeiten, in denen es keine Computertechnik gab, sind die Special Effects bereits sehr gut ausgereift, durchdacht und beeinflussen den Rezipienten während des Schauens. Nicht umsonst wird Hitchcock als „Vater der Special Effects“ betitelt.

Filmanalyse der Einstiegsszene von “Die Vögel” von Alfred Hitchcock.

Eine Schwarzblende führt in die erste Einstellung und zeigt in einer Nahaufnahme Raben, die aufgeregt am Himmel herum fliegen. Diese krächzen laut. 

Der Name „Alfred Hitchcock“ und „The Birds; Die Vögel; From the story by Daphne Du Maurier“, den Hauptdarstellern und der Crew wird in hellblau und in Großbuchstaben eingeblendet. Die Schrift hat weiße Akzente und dunkelblaue Schatten. Die Überblendung zwischen den Texten wirkt zackig. Erneut wird mithilfe einer Schwarzblende in die nächste Einstellung übergeleitet. (00:00:12-00:01:45)

Während die schwarze Fläche zu sehen ist und das Bild sichtbar wird, hört der Zuschauer bereits Vogel- und Stadtgeräusche, die zur gezeigten Umgebung passen. In einer (Halb-)Totalen fährt eine überfüllte Straßenbahn durch eine Stadt. Die Protagonistin, eine junge Frau, wird das erste Mal gezeigt. Diese läuft, nach dem die Bahn am Fußgängerüberweg vorbei gefahren ist, über die Straße. Mit ihren blonden hochgesteckten Haaren fällt sie zwischen den sonst dunkelhaarigen Menschen auf. Die Kamera folgt ihr von rechts nach links über die Straße und den Fußweg entlang. Ein Junge pfeift ihr hinterher, was sie sehr erfreut, denn sie bleibt stehen und schaut ihm lächelnd nach. Plötzlich erfriert ihr Blick und sie schaut zum Himmel. (00:01:46-00:02:11)

Am Himmel zwischen den Gebäuden wird in einer Totale ein Schwarm an Vögeln gezeigt, die wie wild durcheinander fliegen. (00:02:11-00:02:15)

Die junge Frau wird rechts-mittig in einer frontalen Halbnahen abgebildet, wie sie noch kurz zum Himmel blickt, sich umdreht und in einen Tierhandel geht. Als sie die Tür erreicht, kommt Alfred Hitchcock ihr mit zwei weißen kleinen Hunden entgegen (Cameo-Auftritt). Die Einstellung hat sich in eine Halbtotale geändert. (00:02:15-00:02:23)

In einer erneuten Halbtotalen aus dem Inneren des Gebäudes betritt die Protagonistin den Handel. Sie wird aus einer Aufsicht aus dem oberen Stockwerk heraus gefilmt. Während sie die Treppe herauf steigt, bewegt sich die Kamera rückwärts bis sie im 1. Stock angelangt ist. Die dort gezeigten Hausvögel zwitschern fröhlich vor sich hin. Als nächstes schwenkt die Kamera nach rechts mit der Darstellerin mit, während sie auf eine Mitarbeiterin zugeht und diese begrüßt: „Guten Tag Mrs. McGruder“. 

Mrs. McGruder antwortet ihr positiv überrascht mit „Oh guten Tag, Ms. Daniels“. Unbeeindruckt erwidert die junge Frau, Ms. Daniels, „Draußen wimmelt es ja vor Möven“. (00:02:23-00:02:35)

Die nächste Einstellung zeigt die beiden Frauen in einer Halbnahen. Rechts befindet sich ein Tukan leicht unscharf in einem Käfig. Der Fokus liegt auf den beiden Darstellerinnen. Ms. Daniels führt das Gespräch fort und fragt die ältere Frau: „Wo kommen die nur alle her?“. 

„Wahrscheinlich ist ein furchtbarer Sturm auf See. Der treibt sie dann landeinwärts“ antwortet diese. (00:02:35-00:02:40)

Während Mrs. McGruder spricht, wird in eine Nahaufnahme übergegangen, die die junge Frau schräg von hinten und die Ältere schräg von vorne zeigt. Diese Over-Shoulder Einstellung wechselt während dem Gespräch fünf Mal hin und her bis allein Ms. Daniels in einer Nahaufnahme mittig abgebildet wird.

„Tja, Ms. Daniels. Ich muss Sie enttäuschen, der Vogel ist leider noch nicht da“ – Mrs. McGruder.


„Aber Sie sagten doch um drei Uhr“ – Ms. Daniels


„Ah ich weiß, ich weiß. Ich rufe auch schon ununterbrochen an. Ms. Daniels, Sie machen sich ja keine Vorstellung. Die sind ja so schwer zu kriegen. Es ist wirklich ein Kunststück. Wir importieren die Vögel aus Indien, wenn Sie gerade ausgeschlüpft sind.“ (00:02:40-00:02:57)

In der bereits beschriebenen Nahaufnahme der jungen Protagonistin sagt diese fragend: „Meiner ist doch wohl schon etwas größer.“ Dabei unterbricht sie die ältere Frau in ihrem Satz. (00:02:57-00:02:59)

Daraufhin wird ebenfalls Mrs. McGruder mittig in einer Nahaufnahme dargestellt, diese antwortet: „Aber natürlich, ja. Ich meine er ist noch jung. Sie bekommen aber einen ausgewachsenen Mynah-Vogel“. Die beiden Einstellungen wiederholen sich während dem Gespräch sechs Mal:

„Und sagt der auch was?“– Ms. Daniels

„Natürlich sagt der was. Ich glaube zu Anfang spricht der wohl nur Indisch. Oh je. Ich werd wohl am besten nochmal anrufen. Sie haben gesagt um drei Uhr, aber vielleicht liegt es am Verkehr. Ich ruf schnell mal an. Wenn Sie sich einen Augenblick gedulden möchten.“ (00:02:59-00:03:20)

„Schicken Sie ihn mir lieber zu, wenn Sie ihn haben. Ich- Ich gebe Ihnen meine Adresse.“ antwortet Ms. Daniels, währen die Kameraeinstellung in eine Over-Shoulder Aufnahme wechselt, in der die ältere Frau von vorne gezeigt wird und diese antwortet: „Oh, wie Sie wünschen. Aber…äh…er ist bestimmt schon unterwegs“. Die Kamera folgt ihrer bückenden Körperbewegung nach. (00:03:20-00:03:30)

Ms. Daniels und Mrs. McGruder werden in einer Halbnahen zeitgleich gezeigt. Dabei liegt der Fokus auf der jüngeren Protagonistin, die in den rechten Teil des Bildes zur älteren Frau blickt. Diese fragt: „Soll ich nicht doch lieber noch einmal anrufen?“. Daraufhin meint Ms. Daniels: „Na gut, meinetwegen“. Die ältere Darstellerin läuft rechts aus dem Bild. Währenddessen schwenkt die Kamera leicht nach links und folgt Ms. Daniels Bewegungen, als sie sich nach unten auf die Theke stützt. Damit setzt sie sich in die Mitte des Bildaufbaus. (00:03:30-00:03:36)

Die darauf folgende Einstellung zeigt mithilfe einer Totalen vom oberen Stockwerk nach unten einen Mann, der den Tierladen betritt und sich suchend umschaut. Die Kamera folgt ihm leicht seitlich die Treppe hinauf und filmt ihn so, dass er immer in der Mitte des Bildes zu sehen ist. Er bleibt seitlich im linken mittigen Bildausschnitt in einer Halbnahen zur Kamera stehen und blickt rechts aus dem Bild hinaus. Während der Aufnahme hört man noch immer penetrantes Vogelgezwitscher. (00:03:36-00:03:50)

In der nächsten Einstellung wird mittig Ms. Daniels gezeigt, wie sie noch immer gebeugt an der Theke angelehnt steht und nach unten blickt. Dabei wird sie in einer Halbtotalen abgebildet. Der Mann spricht an sie gerichtet: „Könnten Sie mich vielleicht bedienen?“. Ms. Daniels blickt verwundert in die Richtung aus der die Stimme kommt, d.h. leicht seitlich links an der Kamera vorbei und fragt: „Was?“. (00:03:51-00:03:54)

In dem Moment ihrer Frage wird zurück zu dem Protagonisten geschnitten, der noch immer in einer Nahen links mittig abgebildet wird. Dieser erwidert: „Ich sagte, könnten Sie mich vielleicht bedienen.“ (00:03:54-00:03:57)

In einer Großaufnahme stellt sich Ms. Daniels gerade auf und blickt links aus dem Bildausschnitt. Sie wird erneut mittig gezeigt. Süffisant blickend meint sie zu dem Mann: „Ja, was darf es denn sein, Sir?“. Währenddessen läuft sie auf die Kamera zu, die sich rückwärts bewegt, um den gleichen Bildausschnitt- und Aufbau beizubehalten. Ms. Daniels deutet an, links aus dem Bild zu gehen. (00:03:57-00:04:03)

In der zuvor erwähnten Nahaufnahme des Protagonisten läuft Ms. Daniels von rechts hinein. Der Mann antwortet auf ihre Frage: „Papageien.“ (00:04:03-00:04:04)

Die Einstellung wechselt in eine Over-Shoulder Aufnahme, die die junge Frau von der rechten Seite aus frontal zeigt. Diese blickt in die linke Bildhälfte, in der sich der Mann befindet, den man jedoch nur ein wenig von hinten sieht.

„Papageien, Sir?“ Fragt die Dame.

„Ja, und zwar Sperlingspapageien. Es soll da verschiedene Arten geben.“

„Oh ja, natürlich“

„Na, ich will sie meiner Schwester zum Geburtstag schenken…und…ähm…weil sie erst 11 wird… Da möchte ich welche, die nicht ununterbrochen schnäbeln. Verstehen Sie mich?“

„Ach so, ja ich verstehe.“

„Das heißt zu passiv sollen sie auch nicht sein.“

 „Zu neutral auch nicht.“
„Haben Sie zufällig ein Paar, dass nur nett zueinander ist?“

„Oh ja, ich denke doch.“ 

Während dem Gespräch wechseln die Einstellungen von Halbnahe zu Halbnahe jeweils als Over-Shoulder Aufnahme. (00:04:05-00:04:30)

Die Einstellungsgröße wechselt erneut in eine Halbnahe, die die beiden Darsteller zeitgleich zeigt. Der Mann steht im linken Teil des Bildes und die Frau im rechten. Ms. Daniels läuft in die linke Bildhälfte. Die Kamera folgt ihr. Der Mann läuft mit einem geringen Abstand hinter ihr her und befindet sich, bis die Protagonistin stoppt, dabei in der Mitte des Bildaufbaus. Nun steht er im mittig linken Teil und die Frau im mittig rechten Teil des Bildes. Während Ms. Daniels geht, sagt sie „Also, da wollen wir mal sehen.“ Neben dem Gezwitscher hört man ihre Schuhabsätze bei jedem Schritt klappern. Der Mann fragt daraufhin: „Sind das nicht welche?“ und zeigt dabei links aus dem Bild. (00:04:31-00:04:39)

In einer (Halb-)Nahaufnahme werden rötliche Vögel gefilmt, die in einem Käfig auf Stangen sitzen. (00:04:39-00:04:40)

Daraufhin wird Ms. Daniels in einer Nahaufnahme gezeigt, sodass lediglich die rechte Schulter des Mannes im linken Teil des Bildes sichtbar ist. Die Frau schaut links an der Kamera vorbei und meint „Nein, das sind Rotspatzen“. Der Protagonist antwortet ihr „Ach, ich dachte das wären Erdbeerfinken“. Ms. Daniels läuft erneut auf die Kamera zu, welche sich rückwärts bewegt und danach nach rechts. Die Kamera folgt ihr bei jedem Schritt und filmt sie mittig. Dabei sagt die Frau „Jaja, so kann man sie auch nennen…Sperlingspapageien haben wir hier“, stoppt an einem Käfig und dreht sich zu dem Mann um, der ihr gefolgt ist. (00:04:41-00:04:53)

Erneut werden während dem folgenden Gespräch jeweils Over-Shoulder Aufnahmen in einer Nahaufnahme von beiden Darstellern gezeigt:

„Das sind Kanarienvögel…ist das nicht ein scheussliches Gefühl?“ antwortet der Mann.

„Scheussliches Gefühl, wieso?“

„Diese armen eingesperrten Geschöpfe um sich zu haben.“

„Aber wir können sie ja unmöglich im Laden rumfliegen lassen.“

„Nein, das leuchtet mir ein- liegt ein ornithologischer Grund dafür vor sie in getrennten Käfigen zu halten?“

„Oh ja, zum Schutz der verschiedenen Arten.“
„Das ist wahrscheinlich wichtig, vor allem während der Mauserzeit.“

„Oh, das ist eine wirklich gefährliche Zeit.“

„Sind sie jetzt in der Mauser?“

„Oh ja, verschiedene.“
„Woran sehen Sie das?“

(00:04:53-00:05:25)

Das Gespräch wird fortgeführt, jedoch ändert sich die Kameraeinstellung in eine frontale Halbnahe, die die beiden Darsteller stehend und anschließend nach rechts gehend zeigt. Dabei befindet sich die Frau mittig rechts und der Mann mittig links im Bild. Währenddessen sagt Ms. Daniels „Öäahh…wissen Sie…dann haben sie so einen melancholischen Gesichtsausdruck.“ Beide Darsteller schauen sich während dem Gespräch die zahlreichen Vögel um sie herum an und stoppen an einem goldenen Käfig mit zwei gelb-weißen kleinen Vögeln darin. Ms. Daniels befindet sich nun in der linken Bildhälfte und der Mann in der Rechten. Dieser antwortet ihr bzw. fragt: „Hm…ach so ist das. Also was ist mit den Papageien?“.

„Soll ich Ihnen nicht doch unsere Kanarienvögel zeigen? Wir haben ein paar besonders schöne Tiere am Lager“ antwortet Ms. Daniels.

„Na schön.“ Stille füllt das Bild, während der Darsteller darauf wartet, dass die junge Frau ihm Kanarienvögel zeigt oder etwas antwortet.

„Äh, also dürfte ich sie vielleicht mal sehen?“

(00:05:25-00:05:46)

In der darauf folgenden Einstellung wird die weibliche Protagonistin in einer Nahaufnahme abgebildet, in der ihr Gesicht zum Teil anfangs durch den Vogelkäfig verdeckt wird. Nach kurzer Zeit befindet sie sich im linken Teil des Bildes, öffnet den Käfig und versucht einen der beiden Vögel zu fangen. Jedoch missglückt ihr das und ein Vogel entkommt ihr. (00:05:46-00:06:02)

Als nächstes wird in einer Halbnahen/Halbtotalen gefilmt, wie der Vogel an der Decke hektisch herumfliegt und Ms. Daniels Hände versuchen, nach ihm zu greifen. Dabei befindet sie sich mittig rechts im Bildausschnitt. Die Kamera schwenkt nach links hinter dem Vogel her. (00:06:02-00:06:03)

Unmittelbar ändert sich die Einstellung erneut und zeigt die beiden Protagonisten mittig rechts im Bildausschnitt. Anschließend kommt Mrs. McGruder in den Raum gelaufen und fragt: „Was ist denn passiert? Oh oh.“. Im Vordergrund befindet sich ein Käfig mit einem grünen Papagei. (00:06:03-00:06:05)

Die Szenerie von 00:06:02 wiederholt sich, indem erneut der Vogel an der Decke und die nach ihm greifenden Hände von Ms. Daniels gezeigt werden. Der einzige Unterschied lieg darin, dass diesmal auch die Hände von McGruder zu sehen sind. (00:06:05-00:06:07)

Der Mann wird in der nächsten Einstellung im rechten Teil des Bildes gezeigt, wie er nach rechts oben aus dem Bildausschnitt schaut und sich nach rechts umdreht. (00:06:07-00:06:08)

Die beiden Frauen hüpfen wild durch den Raum, um den Vogel einzufangen. Dabei befinden sie sich seitlich gedreht zur Kamera in der linken Hälfte des Bildes und schauen links oben aus dem Frame. (00:06:08-00:06:09)

Die Einstellung von 00:06:05 wiederholt sich. (00:06:09-00:06:10)

Die Einstellung von 00:06:07 wiederholt sich mit dem Unterschied, dass der Darsteller sich unwohl umsieht. (00:06:10-00:06:12)

Die Einstellung von 00:06:08 wiederholt sich mit dem Unterschied, dass beide Frauen nun eher mittig abgebildet sind bzw. nach rechts gegangen sind. (00:06:12-00:06:13)

Die Einstellung von 00:06:05 wiederholt sich. (00:06:13-00:06:14)

Die Einstellung von 00:06:12 wiederholt sich mit dem Unterschied das beide Frauen nach links aus dem Bild schauen. (00:06:14-00:06:15)

In einer Halbnahen wird die Theke und der Vogel präsentiert, der dort mittig rechts landet. (00:06:15-00:06:17)

Als nächste Einstellung sieht man den Mann frontal (dann seitlich) in einer Nahaufnahme, wie er den Vogel mit seinem Hut fängt. Dabei schwenkt die Kamera mit seiner Hand bzw. seinem Hut mit  nach rechts unten und setzt diese in den Mittelpunkt. Er greift unter den Hut und umfasst behutsam den Vogel mit seiner rechten Hand. Dabei sagt er: „So, den hätten wir.“ (00:06:17-00:06:22)

Ms. Daniels befindet sich im folgenden Shot links und Mrs. McGruder mittig rechts im Bild. Beide schauen nach rechts. Hierbei handelt es sich um einem Halbnahe. Die beiden Frauen reden durcheinander: „Ich bin Ihnen sehr dankbar“ (Mrs. McGruder); Ms. Daniels ist undeutlich zu verstehen. (00:06:22-00:06:24)

Die Einstellung von 00:06:22 wiederholt sich mit dem Unterschied, dass die Kamera wieder hinauf nach links fährt und das Gesicht bzw. Oberkörper des Mannes in den Fokus setzt. Daraufhin geht er einen Schritt auf den goldenen Käfig zu und steckt den Vogel vorsichtig hinein. Dabei sagt er: „Zurück in den goldenen Käfig, Ms. Daniels.“ Währenddessen befindet er sich im linken Teil des Bildausschnitts. (00:06:24-00:06:29)

Die folgende Einstellung zeigt Ms. Daniels im linken Bildausschnitt der Nahaufnahme, wie sie leicht rechts oben an der Kamera vorbei sieht und fragt: „Was sagten Sie?“. (00:06:29-00:06:32)

Daraufhin wird der Mann mittig links in einer Halbnahen abgebildet. Dieser läuft langsam nach links. Die Kamera folgt ihm schwenkend. Am Ende der Einstellung befindet er sich im rechten Bildausschnitt und Ms. Daniels sowie Mrs. McGruder im Linken. Der Darsteller antwortet: „Ms. Daniels, das war eine Gedankenassoziation.“ 

„Woher wissen Sie meinen Namen?“ fragt Ms. Daniels verwundert.
„Von einem kleinen Vögelchen. Guten Tag, Ms. Daniels.“ Dabei verbeugt er sich vor der jungen Frau, dreht sich zu der älteren um und meint zu dieser „Madam“ und verbeugt sich erneut leicht, um zu gehen. Während er gerade aus dem Bild gehen will, meint Ms. Daniels: „Einen Augenblick bitte…Ich kenne Sie doch gar nicht. “ (00:06:32-00:06:46)

Die Perspektive wechselt in eine Nahaufnahme bzw. Over-Shoulder Aufnahme, die jedoch beide Personen ab den Schultern aufwärts komplett im Frame zeigt: Die Frau von seitlich hinten und den Mann von seitlich vorne. In dem Gespräch wird, wie die vorherigen, mit J-Cuts gearbeitet. Während dem folgenden Gespräch wird zwischen der bisher erwähnten Perspektive und einer Naheinstellung, die Ms. Daniels mittig links frontal zeigt, gewechselt.

„Aber ich kenne Sie.“

„Woher?“

„Wir haben uns vor Gericht gesehen.“

„Wir haben uns weder vor Gericht noch woanders gesehen.“

„Jedenfalls habe ich Sie vor Gericht gesehen.“

„Wann?“
„Anlässlich eines ihrer reizenden Scherze, bei dem meine Schaufensterscheibe in die Brüche ging.“

„Ich habe das Fenster nicht eingebrochen.“
„Nein, aber Sie waren der Anlass. Der Richter hätte Sie dafür einsperren müssen.“
„Was sind Sie? Polizeibeamter?“
„Ich bin für Gleichheit vor dem Gesetz. Und ich bin nicht für Streiche auf Kosten Anderer.“

„Wozu dann diese Papageien Geschichte? War das denn kein Strei…“ Fragt Ms. Daniels aufgeregt.

„Oh ich wollte wirklich welche kaufen“ fällt er ihr ins Wort.
„Sie wussten aber genau, dass ich hier nicht angestellt bin“ entgegnet sie wütend.

„Ich habe Sie erkannt, als ich reinkam und dachte es würde Sie vielleicht interessieren bei einem Streich einmal die Leidtragende zu sein“ unterbricht der Mann sie erneut. 

„Sie sind ein Scheusal.“

„Angenehm. Guten Tag, Ms. Daniels.“ antwortet er und lächelt sie süffisant an. Dabei dreht er sich nach rechts um, sagt „Madam“ zu der älteren Frau, die nicht im Bild sichtbar ist, und geht links aus dem Bild nah an der Kamera vorbei. Ms. Daniels blickt ihm nach und meint: „Es freut mich, dass Sie Ihre Vögel nicht bekommen haben.“ Hierbei ist sie mittig rechts im Bildausschnitt zu sehen und blick dabei stark links an der Kamera vorbei.

(00:06:46-00:07:34)

In der darauf folgenden amerikanischen Einstellung ist der Mann links abgebildet und läuft die Treppe hinunter. Dabei befindet er sich mittig. Diesmal folgt ihm die Kamera lediglich bis zum Anfang der Treppe. Er antwortet Ms. Daniels: „Oh ich finde schon was anderes. Wiedersehen vor Gericht.“ (00:07:34-00:07:39)

Ms. Daniels wird im nächsten Shot seitlich mittig im Bild gezeigt, wie sie ihm nachblickt. Im Hintergrund sieht der Zuschauer unscharf Mrs. McGruder hinter der Theke stehen. Nachdem der Mann aus dem Blickfeld der jungen Frau verschwunden ist, läuft diese zu der älteren. Die Kamera folgt ihr. Nun ist Ms. Daniels im linken und Mrs. McGruder im rechten Teil des Bildes zu sehen. Bisher handelt es sich um eine Halbnahe. „Wer war dieser Mann?“ fragt Ms. Daniels, während sie sich nach links umdreht und in diese Richtung schaut. „Ich hab keine Ahnung.“ antwortet die andere Schauspielerin. Nach einer kurzen Gesprächspause schwenkt die Kamera leicht nach links und nähert sich der jungen Frau, sodass sie mittig in einer Nahaufnahme abgebildet ist. Anschließend deutet sie an links aus dem Bild zu gehen. (00:07:39-00:07:52) 

In einer Totalen sieht der Zuschauer die Schauspielerin hastig zur Treppe laufen. Dabei kommt sie schräg aus der unteren Mitte des Bildaufbaus heraus. Während sie hinuntersteigt folgt die Kamera  ihr bis sie sich kurz vor der Ein-/Ausgangstür befindet. (00:07:52-00:07:59)

Der nächste Shot ist eine Halbnahe, in der Ms. Daniels frontal mittig abgebildet ist. Sie schaut nach links aus dem Bild heraus. (00:07:59-00:08:01)

Die darauffolgende Einstellung ist eine Nahaufnahme vom Heck samt KFZ-Kennzeichens eines beigen Fahrzeugs, welches wegfährt. Die Aufnahme ändert sich in eine Totale, während die Kamera dem Auto folgt bzw. nachschwenkt. (00:08:01-00:08:05)

Die Einstellung von Minute 00:07:59 wiederholt sich anfangs. Der Unterschied ist, dass die Frau zu sich selbst sagt: „Warte nur…Freundchen“, sich anschließend umdreht, in das Gebäude zur nächst stehenden Theke neben sich geht und sich etwas auf einem Magazin notiert. Die Kamera folgt ihr, bis sie stehen bleibt. (00:08:05-00:08:11)

Als nächstes wird eine Halbtotale von Mrs. McGruder gezeigt, wie sie mittig links an ein Geländer gelehnt dasteht und zu Ms. Daniels nach unten ruft: „Sie haben gesagt, der Mynah Vogel wäre unterwegs, Ms. Daniels. Sie können drauf warten“. Währenddessen wird sie aus einer leichten Untersicht gefilmt. Die Darstellerin schaut in die untere rechte Ecke des Bildausschnitts. (00:08:11-00:08:15)

Ms. Daniels ist in einer Halbnahen Einstellung und schaut zu der anderen Protagonistin nach links oben aus dem Bild heraus hinauf. Dabei steht sie frontal zur Kamera. (inkl. bis 00:08:14)

Einstellung von Minute 00:08:11 wiederholt sich. (Inkl. bis 00:08:15)

„Schicken Sie ihn mir lieber. Darf ich mal telefonieren?“ fragt Ms. Daniels; Mrs. McGruder antwortet: „Aber, bitte sehr“, womit die nächste Einstellung beginnt, in der Ms. Daniels mittig in einer Halbnahen abgebildet wird und mit der älteren Frau spricht. Sie blick nach links oben aus dem Bild, danach dreht sie sich nach rechts und wählt eine Telefonnummer. Anschließend dreht sie sich wieder frontal zur Kamera. „Ist da die Daily News? Hier Melanie Daniels. Ja bitte die Lokalschriftleitung“ meldet sie sich am Telefon.

„Augenblick bitte Mrs. McGruder“ sagt sie zu der älteren Frau.

(00:08:15-00:08:34)

Einstellung von Minute 00:08:15 wiederholt sich. (00:08:34-00:08:36)

Melanie Daniels wird mittig in einer Nahaufnahme gefilmt, wie sie mit der rechten Hand das Telefon an ihr rechtes Ohr hält und telefoniert: „Hallo Charlie, Melanie. Du musst mir einen kleinen Gefallen tun. Nein, das ist wirklich nur ein ganz wintziger. Bezirzen…oh…Charlie sowas traust du mir doch wohl nicht zu…rufst du mal für mich das Kraftverkehrsamt an und stellst fest, wer die folgende Autonummer hat? WJH 003. Kalifornische Nummer, ja. Nein…ich komme vorbei. Ist Papa in seinem Büro? Nein, ich möchte nicht in die Konferenz reinplatzen. Sag ihm, ich käme später. Danke, Charlie“. Sie legt auf, blick nach oben links aus dem Bild und fragt: „Haben Sie Sperlingspapageien?“

Während dem gesamten Gespräch hört man ihren Sprechpartner nicht. 

(00:08:36-00:09:19)

Einstellung von Minute 00:08:34 wiederholt sich. Mrs. McGruder meint: „Oh nein, leider nicht…“

(00:09:19-00:08:21

Es wird wieder zu Melanie geschnitten. Die Einstellung von Minute 00:09:19 wiederholt sich und der Zuschauer hört die ältere Dame ihren Satz fortsetzen: „…aber ich könnte Ihnen welche besorgen.“

„Dauert das lange?“ fragt Ms. Daniels. Dabei blickt sie durch den Raum.

„Äh, wann brauchen Sie sie denn?“ Antwortet Mrs. McGruder.

„Ich brauche sie gleich.“

„Ich könnte sie frühestens morgen Vormittag hier haben, wenn es Ihnen recht ist.“

„Das wäre mir sehr recht.“

(00:09:21-00:09:35)

Die Szene faded in eine Schwarzblende hinein.