Rastersysteme, Typografie, Funktion, Komposition, Ausdruck

Diese Begriffe, kreisten die letzten Wochen in meinem Kopf herum. Irgendwas mit Typografie und Rastersysteme solle es sein. Doch fragte ich mich, welche Lehren ich daraus ziehen mag. Unschlüssig darüber konnte ich keinen Punkt finden, wie es mit meiner Recherche weitergehen soll.

Doch dann kam mir ein Gedanke: Typografie war, ist und wird ein wesentlicher Bestandteil in der Gestaltung bleiben. Sie befindet sich im stetigen Wandel, sie ist dynamisch, elastisch, emotional fluid, kinetisch, seriell, temporal und das in allen Medien. Weder im digitalen Umfeld wie Augmented und Virtual Reality, auf sensorgesteuerten Geräten, auf Bildschirmoberflächen noch im analogen Bereich kommt man ohne gute Typografie nicht aus. Dies schafft ein Spannungsfeld aus Tradition und Moderne, zahlreiche Möglichkeiten aber auch Herausforderungen entstehen. Typografie soll sinnvoll, nicht inflationär, kontextbezogen und konzeptionell gut durchdacht eingesetzt werden, um gestalterische Fundamente zu stärken, Emotionen zu vermitteln sowie Gestaltungsprinzipien untermauern.

Zahlreiche, bekannte Typografen und Typografinnen lehren uns ihren Ansatz der Typografie. Folgend, einige bekannt Zitate, mit denen ich in das Experiment starten möchte:

Typografische Gestaltung interpretiert immer. Jeder Text, ob Zeitungsnotiz, lyrisches Gedicht oder Gebrauchsanweisung, wird durch die Typografie in der er zu lesen ist, beeinflusst.

Hans Peter Willberg, 1990

Typografie ist im Grunde eine zweidimensionale Architektur. Die Harmonie der einzelnen Proportionen, die Gruppierung der Schriftzeilen, das Abwägen von Kontrast und Ausgleich, die Symmetrie wie die dynamische Spannung der axial Anordnung sind die Gestaltungsmittel, die der Typograf je nach der gestellten Aufgabe so anzuwenden hat, dass der Text dem Leser in einer ansprechenden Form vermittelt wird.

Herman Zapf, 1954

Beziehung zu schaffen, ist das Ziel alle Typografie.

Kurz Schwitters, 1930

Neutrale Typografie gibt es nicht.

Hans Peter Willberg, 1984

Nichts ist einfacher, als Schrift zu ignorieren – und nichts ist schwerer, als sie wieder zu vergessen, wenn man sie einmal erkannt hat.

Dagmer Welle, 1900

Sprache wird durch Schrift erst schön

Erik Spiekermann

Jeder diese Thesen hat seine vollkommene Berechtigung. Deswegen sammelte ich einige dieser Thesen und möchte nun mithilfe dieser den experimentellen Zugang wagen und auf Basis dieser Thesen Poster gestalten. Ich möchte die systematische, experimentelle Anordnung von Schrift erproben. Sowie mit der Wirkungsweise von Weißräumen und Typen, das Spiel mit Satzformen und ihre Dekomposition experimentieren. Stay tuned.

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