NIME Research


Da ich großes Interesse an Sample-basierter Musik habe und auch selbst gerne alte Schallplatten aus dem Keller meines Vaters durch die MPC jage, habe ich mich nach einigen Enttäuschungen und Klo-Ideen dazu entschieden meine Projektarbeit dazu zu nutzen eine Art Sampler zu entwerfen, der im besten Fall irgendetwas kann, dass andere nicht können. Ebenfalls hat mich das Beschäftigen mit Pure Data dazu bewegt einen Sampler zu basteln und mich somit motiviert in diese Richtung zu steuern. Darum habe ich auch im NIME-Verzeichnis mit der Suchfunktion nach dem Wort „Sample“ gesucht und bin auf einen großartigen Beitrag gestoßen:

The Chopping Board

In der Einleitung schreibt der Hip-Hop Produzent und DJ, Jason Lee, über die Vorteile und Probleme des Samplens. Da ich die letzten Jahre ebenfalls Hip-Hop Beats baue und außerdem grade dabei bin meine erste EP zu releasen, kann ich sehr gut nachvollziehen, dass es durch zerschneiden eines Songs einfacher ist, ihn unkenntlich zu machen und somit rechtlichen Problemen zu entgehen.

Ebenfalls bin ich, wie Jason, der Meinung, dass ein Teil des Reizes des Samplings darin besteht, dass man den Produktionssound einer Aufnahmeära einfangen kann, die nicht mehr existiert, da Records mit analogem Equipment der 60er, 70er mehr „wärme“ bzw. „körnung“ besitzen.

Was ich sehr interessant finde ist die Theorie des „accidental sound“. Durch das Zerschneiden von mehreren Takten eines Tracks können zum Beispiel ein Schrei des Sängers oder andere Töne im Lied „zufällig“ platz im Rhythmus finden, um ihm einen gewissen Swing zu verpassen, was ich selbst schon des Öfteren feststellen durfte.

Auch, dass das Samplen oft eine eher programmierende als musikalische Aktivität darstellt darf ich immer wieder Erfahren, da es einiges an Vorarbeit benötigt bis es endlich zur neuen Komposition der Schnipsel kommt, da die Vorbereitung sehr zeitaufwendig und mühsam sein kann. Um dieser gegebenheit entgegenzuwirken hat Jason das Chopping Board entworfen.

im Grunde hat Jason mit seinem Chopping Board eine 18 Zoll lange physische Repräsentation eines Sampels entworfen und wollte damit erreichen, dass man das eingespielte Sampel wie ein Instrument bedienen kann. Es war nötig eine gewisse Fingerfertigkeit dafür zu entwickeln, da man sich die richtige Position einprägen musste und es ebenfalls eine Frage von Timing war wann das Sample getriggert wurde.

Betätigt wird das Chopping Board durch die Berührung des Touch-Pads. Es erlaubt dem Spielenden das Sample sofort abzuzielen und nicht erst vorbereiten zu müssen. Somit erschlaffte Jason ein Gerät das ähnlich wie ein traditionelles Instrument zu spielen war und mehr Platz für Improvisation und Experimente ließ. Mit den beiden Faden können Volume und Pitch eingestellt werden. Es war ebenfalls möglich zwischen „momentary“, wo das Sample nur so lange gespielt wird, solange das Pad gedrückt wurde und „sustain“ Playback-Mode, bei dem das Sample durch einmaliges Drücken bis ans Ende spielt zu switchen.

Ich finde die Idee spitzenmäßig, jedoch bin ich nicht sicher, ob dieses Instrument wirklich Verwendung gefunden hat. Jedenfalls habe ich in PD im Zuge meiner End-Abgabe bereits ein ähnliches Chopping board gebastelt und werde mit Sicherheit alle gesammelten Erfahrungen diesbezüglich in meine Projektarbeit einfließen lassen.


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