Erzeugung von Emotionen im Film

Emotionen sind im Film ein wichtiger Bestandteil der Dramaturgie. Denn mithilfe derer wird die Wahrnehmung der Zuschauer beeinflusst. Neben dem Unterhaltungsfaktor kann mit der Erzeugung von bestimmten Emotionen eine Szene, Gefühlswelt von fiktiven Charakteren oder Objekten hervorgehoben und eine gewissen Stimmung ausgelöst werden.

Da der Mensch in der Regel ein emotionales Wesen, ist kann dessen Empfinden (un-)bewusst gesteuert werden. Im Film werden dazu audiovisuelle Mittel genutzt, wie zum Beispiel Musik. Um auf diesen Punkt weiter einzugehen, habe ich mir folgendes Beispiel für einen Thriller ausgedacht:

In einer kurzen Szene eines fiktiven Films sieht man eine blutüberströmte Frau, die panisch durch Unterholz rennt und immer wieder ihren Blick hinter sich wirft. Es ist kurz vor Mitternacht und dementsprechend dunkel. Lediglich der Vollmond wirft sanftes Licht durch das Gestrüpp, wodurch die Wunden der Frau feucht glitzern. Die Kameraeinstellung wechselt hektisch von einer Totale, zu einer Halbnahen und schließlich verschiedenen Nahaufnahmen. Der Zuschauer hört das Brechen der Äste unter den Schritten der Frau. Sie fällt alle paar Meter erschöpft zu Boden, doch rappelt sich genauso schnell wieder auf. Eine mächtige und bedrohliche Musik setzt leise ein und wird Sekunde für Sekunde immer lauter, dröhnender, fast unerträglich basshaltig. 

Das Wimmern der Frau wird immer wehleidiger, schmerzerfüllter und ängstlicher. Ihre Panik greift um sich; macht sie taub. Nur noch ihr pochendes Herz ist zu hören. Dann Stille. Ein markerschütternder Schrei erklingt. Erneut Stille. Das Bild ist abrupt schwarz geworden. Ende.

Nun sollte der Leser, mit genug Vorstellungskraft, in der Lage sein, Spannung zu empfinden- eventuell sogar Angst.

Würde man nun die gleiche Szenerie nehmen und anstatt der bedrohlichen Musik einen fröhlichen Pop-Song, hätte es eine andere Wirkung auf den Zuschauer bzw. in meinem Fall, dem Leser. Der Spannungs-Aufbau wäre nicht mehr gegeben und auch die Neugier, was nach dem Schrei passiert, wäre verschwunden.

Selbst wenn man die Musik, andersrum abspielen lassen würde, also erst laut und dann immer leiser werdend, hätte es eine andere Wirkung. Es geht hierbei nur um Details, die das große Ganze beeinflussen. 

Genau so wie mit der Musik funktioniert die Erzeugung von Emotionen mit Farbgestaltung (Color Grading), Sound Effekten, Schnitten, Special Effects/VFX, Kameratechniken wie Zoom in/out, Kameraschwenks, Perspektiven, verschiedenen Einstellungsgrößen und vielen mehr.

Diesen Blogeintrag möchte ich als Anstoß in die Vertiefung meiner Themenauswahl für meine Masterarbeit nutzen.

Vorbereitungen von Schauspielern für filmische Horrorwerke anhand des Beispiels Evan Peters als Jeffrey Dahmer in „Dahmer- Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer“

Die diesjährig erschienene Netflix-Serie „Dahmer-Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer“ handelt vom amerikanischen Serienmörder Jeffrey Dahmer, der von 1978 bis 1991 Männer tötete und zum Teil aß. Die Sicht der Opfer und der Menschen, die versucht haben seine Taten zu verhindern, stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Die Serie gehört den Genres True-Crime, Drama, Thriller und Horror an. (1)

Sie zählt mit über 856 Millionen abgerufenen Stunden in den ersten vier Wochen nach Start, zu den meistgestreamten Serien auf der Video-On-Demand Plattform Netflix. (2)

Die Hauptrolle des Serienkillers spielte der US-amerikanische Darsteller Evan Peters, der bekannt für seine Rollen in „American Horror Story“ und „X-Men“ ist (3). Seine Rollen waren bisher meist bösartig. (4)

Zur Zeit ist Evan Peters in den Medien aufgrund seiner perfektionistischen Vorbereitungen und Darstellung der Rolle des Kannibalen sowie der kontroversen Aspekte, die die Faszination von True Crime mit sich bringt, äußerst präsent. (5)

Die Vorbereitungen auf die Rolle und dem Dreh der Serie dauerten insgesamt 10 Monate. Peters studierte Dahmers Körperbewegungen sowie Dialekt und kleidete sich wie er. (6)

Außerdem befasste er sich mit den Tiefen des Charakters des damaligen Mörders mithilfe von einem Polizeibericht, Biografien und einer Aufnahme eines Gesprächs mit einem Psychologen. Dies half ihm, die Art und Denkweise Dahmers besser zu verstehen. Doch die psychische Dunkelheit, die den Schauspieler einige Zeit umgab, war für ihn nicht leicht zu ertragen. (7)


(1) Vgl. Movie Pilot (o. D.): Dahmer- Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer, in: https://www.moviepilot.de, unter: https://www.moviepilot.de/serie/monster-the-jeffrey-dahmer-story, (abgerufen am 02.11.2022)

(2) Vgl. Becker, Nina (2022): “Dahmer”: So heftig hat sich Evan Peters auf seine Rolle als Serienkiller vorbereitet, in: https://www.filmstarts.de, unter: https://www.filmstarts.de/nachrichten/1000001415.html (abgerufen am 04.11.22)

(3) Vgl. Movie Pilot (o. D.): Evan Peters, in: https://www.moviepilot.de, unter: https://www.moviepilot.de/people/evan-peters, (abgerufen am 02.11.22)

(4) Vgl. Netflix News Staff (2022): Fans reagieren darauf, dass Evan Peters Jeffrey Dahmer auf Netflix spielt, sehen Sie sich die Rezensionen an, in: https://netflix-news.atsit.in, unter: https://netflix-news.atsit.in/de/?p=116207 (abgerufen am 04.11.22)

(5) Vgl. Google (o. D.): Evan Peters News, in https://www.google.com, unter: https://www.google.com/search q=evan+peters&client=safari&rls=en&sxsrf=ALiCzsaNOzes8g7ZGMe1SMa24o9atW3TDw:1667642238612&source=lnms&tbm=nws&sa=X&ved=2ahUKEwjwrvq545b7AhWmQfEDHeoYANUQ_AUoAnoECAIQBA&biw=1792&bih=1017&dpr=2 (abgerufen am 05.11.22)

(6) Vgl. Kurier (01.11.22):”Dahmer”: Evan Peters’ körperliche Strapazen für Serienmörder-Rolle, in: https://kurier.at, unter: https://kurier.at/stars/dahmer-evan-peters-koerperliche-strapazen-vorbereitung-serienmoerder-rolle/402201432 (abgerufen am 04.11.22)

(7) Vgl. Netflix (2022): DAHMER – Monster: The Jeffrey Dahmer Story | Evan Peters On The Complexity Of Playing Dahmer in: https://www.youtube.com, unter: https://www.youtube.com/watch?v=pvQP-85ADRE (abgerufen am 04.11.22)

Evans Peters Fans äußerten sich bereits zu seiner außerordentlichen schauspielerischen Leistung und machen sich Sorgen um seine Psyche. Sie begründen es damit, dass er die Rolle des Killers viel zu gut darstellt, sodass es an ihm nicht spurlos vorbei gehen kann. (8)

Für mich stellt sich die Frage, ob die Schauspielrolle und vor allem die damit verbundene lange Zeitspanne, ihn in seinem Alltag begleitet. Falls es dazu Neuigkeiten gibt, werde ich diesen Blogpost updaten oder gegebenenfalls einen neuen erstellen. Genauere Angaben zur mentalen Gesundheit Peter’s gibt es zur Zeit nicht.

Zusammenfassend war die Rolle des Serienkillers Dahmer keine einfache Angelegenheit und verlangte einiges von Evan Peters ab. Trotz der Düsterheit, die sie umgibt, zeigte Peters, welche erstaunliche Leistung in ihm steckt, in spezielle und schwierige Rollen zu schlüpfen. Zudem schaffte er einen erneuten positiven Karrieresprung.

Für mich ist dieser Blogeintrag der Start für mehr Recherchen über die Arbeit von Schauspielern und ihren Umgang mit Rollen in Horrorfilmen (oder Serien) und Thrillern. Ich möchte mehr darüber erfahren, inwiefern sie sich in eine andere Person bzw. fiktiven Charakter hineinversetzen und „leben“ können. Großes Interesse habe ich dabei nach den unmittelbaren Folgen auf deren Psyche. 

links: Evan Peters || rechts: Jeffrey Dahmer

(8) Vgl. Chakraborty, Sourav (2022): “Praying for Evan Peters mental health”: Fans concerned as actor delivers intense portrayal of Milwaukee cannibal Jeffrey Dahmer in Netflix series, in: https://www.sportskeeda.com/, unter: https://www.sportskeeda.com/pop-culture/praying-evan-peters-mental-health-fans-concerned-actor-delivers-intense-portrayal-milwaukee-cannibal-jeffrey-dahmer-netflix-series (abgerufen am 04.11.22)

Interview mit dem Musiker, Autor und Journalisten Christian Fuchs über die Hintergründe der Genres Thriller und Horror.

Für meine Masterarbeit bekam ich die Chance, den Musiker, Autor und Journalisten Herrn Christian Fuchs zu den Thematiken Horrorfilme und Thriller zu interviewen. Dies verschaffte mir neue anregende Einblicke für die genannten Themengebiete und helfen immens mit bei meiner weiteren Recherche. Das Ziel dieses Interviews war es weitere Aspekte und Meinungen bezüglich der Filmindustrie und den Genres Horror und Thriller zu erhalten. Das dokumentierte Interview unterteilt sich in meinen Fragen und einer Zusammenfassung aus Christian Fuchs’ Antworten. 

Bevor wir anfangen, möchte ich Sie bitten, sich vorzustellen. Wer Sie sind, was machen Sie beruflich und was sind Ihre Interessen. Wie sind Sie zu Dem gekommen, was Sie heute beruflich tun?

Herr Christian Fuchs ist neben seiner Arbeit als Journalist beim ORF, Autor und Musiker. Er bereichert den Radiosender FM4 mit Film- und Pop-Beiträgen, mit Gesprächen on Air sowie mit seinem eigenen Blog. Der FM4 Filmpodcast bietet ihm, seiner Kollegin Pia Reiser sowie Gästen die Möglichkeit, sich über jegliche filmspezifischen Thematiken auszutauschen. Seine Interessen gelten den dunkleren Seiten der Popkultur. Er ist nämlich nicht am Mainstream interessiert und verfolgt die Kinokultur in einer, wie er nennt, „Twilight-Zone“. Das bedeutet, ihm ist ein Zusammenspiel aus künstlerischen Ansätzen und Genrekino wichtig. Bereits im Kindes- und Jugendalter verbrachte er viel Zeit im Kino, in dem er seine Faszination von Filmen auslebte.

Was genau weckt an Horrorfilmen und Thrillern Ihr Interesse?

Fuchs ist im Alltag ein eher ängstlicher Mensch, zum Beispiel sind Schlangen und Achterbahnen für ihn ein Grauen. Das genaue Gegenteil ist seine Leidenschaft für Thriller- und Horrorfilme, die ihn in eine andere Welt eintauchen lassen. Das Irrationale an Kinoerlebnissen lässt seine betonte Vernunft im wahren Leben vor dem Eingang stehen. Neben der Angst-Konfrontation, die er beim Schauen eines Filmes der genannten Genres erfährt, interessiert er sich zu dem für die technischen Aspekte wie zum Beispiel Kameratechniken, die Erstellung von Soundtracks sowie ihre Wirkung auf den Zuschauer. Die Wurzeln des Genres Horror sind das Zusammenspiel aus Fiktion und den wahren Hintergründen sowie dem Fantastischen und dem Übernatürlichen. Als Beispiel führt er den Schauerroman aus dem 18.- und 19. Jahrhundert an, der, wie Fuchs erwähnt „mit seiner Vorstellung vom Grauenvollen als Quelle des ästhetischen Genusses“ gilt. Des Weiteren führt er an, dass die schwarze Romantik das Hässliche mehr verehrt, als das Schöne. Beispielsautoren sind Mary Shelley, Lord Byron und J.W. Polidori. Zudem bietet das Kinoerlebnis bzw. das Filmerlebnis die Möglichkeit, ein Ort zu sein, an dem Gewalt ohne realen Schaden ausgelebt werden darf. Der Zuschauer wird mit den aus dem alltäglichen Leben ungewollten Themen, wie Tod, Einsamkeit und Alter in Horrorfilmen auf eine sanfte Weise konfrontiert. Auch bietet dieses Genre das Gefühl des Verbotenen und der Gefahr, während man sich sicher vor der Leinwand oder dem Bildschirm befindet. Neben den bereits genannten Thematiken beinhaltet Horror auch eine Faszination der Reizaufnahme hinsichtlich Body Horror, Abgründe der Sexualität und Politik. 

Wie würden Sie die Genres Horror und Thriller definieren und welche Unterschiede weisen sie auf?

Für Herrn Fuchs liegt der Unterschied zwischen Horrorfilmen und Thrillern in übernatürlichen Szenarien. Thriller entsprechen in einigen Aspekten der Realität, während Horrorfilme meist irrationale Thematiken aufgreifen.  

Gibt es einen modernen Regisseur bzgl. der bisher angesprochenen Genres, dessen Werke Sie fasziniert? Wenn ja- wer und warum?

Fuchs’ Faszination umgreift moderne Regisseure, wie Ari Aster, Julia Ducourneux, Robert, Eggers, Alex Garland und Jordan Peele. Vorreiter-Regisseure sind Dario Argento, David, Croneberg, Lucio, Fulci, Alfred Hitchcock und George Romero

Was macht Ihrer Meinung nach einen hervorragenden Horrorfilm und was einen Thriller aus? (Es können auch mehrere sein) & warum?

Ein vom zuvor erwähnten Regisseur Dario Argento kreierter Horrofilm „Suspiria“ (1977) lässt den Zuschauer in eine andere Realität eintauchen, die wie eine visueller halluzinogener Zustand aussieht. Weitere Filme, die den Zuschauer langsam aber stetig in eine neue Realität entführen, sind “The Exorcist“ (William Friedkin, 1973), “The Shining“ (Stanley Kubrick, Steven King, 1980), „Hereditary“ (Ari Aster, 2018) und „Kill-List” (Ben Wheatley, 2011). Bei Thriller fällt auf, dass es einen bedeutsamen Faktor darstellt, den Zuschauer unterbewusst aus dem Alltag in die Thematiken des Thrillers, wie Mord etc., zu führen. Das Genre bewegt sich immer ans Irrationale heran und bleibt doch noch im rationalen Bereich. Des Weiteren sind Mischformen aus Thriller und Horror, die zum Beispiel das japanische und koreanische Kino bietet, sehenswert. Die psychologische Deutung der Charaktere spielt hierbei eine zentrale Rolle. Ein weiteres Genre, dass Fuchs nennt, ist der Giallo Thriller. Dieser ist in Italien entstanden und wurde stark von Hitchcock beeinflusst. Der Unterschied hierbei liegt darin, dass nicht nur die Auflösung der fiktiven Morde wichtig waren, sondern auch die Morde selbst.  

Wie würden Sie die filmischen Arbeiten von Alfred Hitchcock und Stephen King beschreiben? Also die unterschiedlichen Herangehensweisen.

Wie allseits bekannt, war Alfred Hitchcock ein Meister der subtilen Spannungserzeugung. Er setzte wenig auf Spezialeffekte, eher auf eine originellen Umsetzung und Kombination von Kamera, Ton, Schnitt, Musik etc. Bei Filmen, die auf den Geschichten von Stephen King basieren, empfindet Fuchs oftmals das Ende kritisch, da sie zu kitschig wirken. Unter Stephen Kings Verfilmungen gibt es nur wenige, die Fuchs begeistern. Diese wären zum Beispiel „The Mist“ (2007), „Carry“ (1976) und „The Stand“ (1978). Fuchs erwähnt, dass Tarantino einmal meinte, dass Hitchcocks Raffinesse aufgrund von Zwang bezüglich Zensur in der Filmindustrie entstanden ist. Er hat gelernt, mit den Einschränkungen umzugehen. Hätte er noch einige Jahre länger gelebt, hätte Hitchcock tendenziell gewalttätigere, blutigere und evtl. gar obszöne Filme kreiert. Als Beispiel nennt Fuchs Hitchcocks Film „Franzy“ (1972), der bereits leicht in diese Richtung geht. Den Nachfolger von Hitchcock sieht Tarantino in Brian de Palma, der Hitchcocks Methoden kopierte und weiterführte. Außerdem zeigt er Blut, Gewalt und Sexualität, die Hitchcock nicht zeigen durfte. 

Welche audiovisuelle Techniken sind Ihrer Meinung nach unentbehrlich für so eine Filmproduktion? Haben Sie Beispiele?

Fuchs empfindet den auf Stephen Kings gleichnamigen Roman basierten Film „The Shining“ als Meisterwerk. Der dafür verantwortliche Regisseur Stanley Kubrick hat sich nicht um Kings Einwände und Intentionen gekümmert, sodass ebenfalls die zuvor erwähnten kitschigen Ansätze wegfielen. Weder Monster, übertriebene gefühlsvolle Elemente noch sichtbare Spezialeffekte werden in dem Film gezeigt. Für das Horrorgefühl wurde auf anschwellende bedrohliche Musik, die Farbgebung, Symmetrie und Architektur gesetzt. Wenn das Monster ins Bild kommt, ist es gelaufen. Denn kein Spezial Effekt der Welt kann die Fantasie des Zuschauers übertreffen. Bei Horror ist das Problem, dass man nicht zu genau beschreiben darf, was passiert, sonst wirkt es schnell lächerlich und die Angst fällt weg. 

Inwieweit würden Sie sagen, greifen psychologische Mittel mit in eine Filmproduktion ein? Haben Sie Beispiele?

Da es unzählige psychologische Tricks gibt, sind diese für den Umfang des Interviews kaum aufzählbar. Aufgrund dessen gibt Fuchs ein Beispiel, was er persönlich als gruseligste Szene der Filmgeschichte benennt. Diese Szene befindet sich im Film “The Exorcist III“ (William Peter Blatty, 1990). Der Film ist klassisch inszeniert und hat doch Brüche mitten drin. Die Szene spielt spät nachts im Krankenhaus im Abteil der Nervenheilanstalt. Das Gefühl, das dem Zuschauer vermittelt wird, ist ein bedrohliches. Einer der Patienten krabbelt plötzlich und ohne Erklärung an der Decke entlang und man merkt, dass etwas nicht stimmen kann. Eine Krankenschwester arbeitet hinter einem Schreibtisch, jemand geht durchs Bild und aus dem Nichts schneidet plötzlich jemand anderes mit einer riesigen Schere dessen Kopf ab. Die Szene hat keinen Bezug zu der Story und wurde als Gag angeführt. Diese Szene funktioniert mit dem psychologischen Trick, dass die Kamera sich nicht bewegt und nur auf dem Stativ starr in eine Richtung filmt. Dadurch sieht der Zuschauer nicht das Geschehen drum herum und ist nur auf einen Teil der gezeigten Geschichte fokussiert. Die klassischen Stilmittel, die sonst in Horrorfilmen genutzt werden, wie der Spannungsaufbau durch bedrohliche Musik und Kamerafahrten, fallen hierbei weg.

Inwieweit spielt die technische Entwicklung bezüglich filmischen Equipment und Visual Effects eine Rolle bei der Erzeugung von Emotionen wie z.b. Angst und Spannung?

Die Filmproduktion ist mit der Entwicklung der Technik bzw. Computerleistungen mitgewachsen, was man zum Beispiel an der Nutzung von Steadicams bis zu heutigen Dronen ausmachen kann. Steadicams waren damals für Low-Budget Filme gedacht, während sie heute in Hollywoodfilmen genutzt werden. Drohnen werden immer günstiger, sodass diese selbst für Low-Budget Produktionen bereits erschwinglich sind. Das Kritischste aus Fuchs’ Sicht, sind die Anfänge des CGI. In den 90er und 00er Jahren war es, subjektiv gesehen, nicht so gut gemacht, wodurch er befürchtete, dass es der Untergang des Genrekinos sei. Die Entwicklung der computergenerierten Bilder zeigt jedoch Positives. Das Beste daran ist, wenn man es nicht sieht. Das macht Fuchs daran fest, wenn CGI sparsam eingesetzt wird. Wenn man auf die Neuverfilmungen von „ES“ von Stephen King zurückkommt, wird sich ein abgebrühter Horrorfan kaum fürchten. Das CGI ist teilweise zu unrealistisch gemacht. Vor allem der zweite Teil ist nicht annehmbar. 

Würden Sie sagen, die heutige Technologie bezüglich Filme stellt die Herangehensweisen von Hitchcock in den Schatten?

Filmfestivalbesucher und Fans werden die Machart Hitchcocks weiterhin schätzen und führen das Erbe weiter. Doch das junge bzw. breite Publikum kann vermutlich eher weniger mit Filmen aus der Vergangenheit sympathisieren. Als Grund nennt Fuchs die heutige Gewöhnung von Videospielgrafiken (sind geeicht). 

Wie ist Ihre Prognose hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der technischen Möglichkeiten der Filmproduktion? Bzw. anders gefragt: Wie denken Sie wird das Filmerlebnis in 5, 10 oder gar 30 Jahren sein?

Die genaue Entwicklung ist für Fuchs kaum vorhersehbar. Er vergleicht die potenzielle Entwicklung der Filmindustrie mit der Musikindustrie und deren Distributionswege: Heutzutage kann man Musik streamen, im Radio hören und doch immer noch CDs oder gar Vinyl kaufen. Das Blockbusterkino wird es weiterhin geben, eventuell noch aufgeblasener und CGI-lastiger. Das kleinere Kino verschiebt sich bereits jetzt mehr in Richtung Streaming. Fuchs macht sich eher Sorgen um das Arthouse-Kino, dass kontroverse Themen behandelt. Er hofft, dass es im Festivalkontext überleben wird, wie zum Beispiel mithilfe der Filmfestivals Berlinale und Canne. Das Horrorgenre ist wahrscheinlich das unzerstörbarste Genre, das es gibt. Die Zielgruppe der Genres Thriller und Horror ändert sich, denn nicht nur Männer interessieren sich dafür. Der Anteil an Frauen wird in Richtung der genannten Genres mehr, egal ob sie von ihnen geschrieben, gelesen oder gekauft werden. Dadurch werden immer mehr weibliche Perspektiven mit in die Filmproduktion integriert. 

Horrorfilme: Die Subgenres “Haunted House” und “Found Footage”

Haunted House Horrorfilme handeln in der Regel von Geistern bzw. Übernatürlichen, nicht greifbaren Wesen oder psychisch kranken Menschen, die einen Ort, wie beispielsweise ein Haus inklusive ihrer Bewohner oder Besucher heimsuchen. Alte Häuser, die bereits etwas Unheimliches an sich haben, sind bekannt für solche Filme. Hauptmerkmal ist das bewusste Erschrecken des Rezipienten. (1)

Bekannte Beispiele sind „The Shining“ (Steven King, 1989(2)), „Poltergeist“ (Tobe Hooper, 1982(3)), „The Conjuring“ (James Wan, 2013(4)). (5)

Found Footage beschäftigt sich mit, wie der Name bereits aussagt, gefundenem (privatem) Videomaterial, das zur Erstellung eines Films genutzt wird. Bei diesem Material handelt es sich jedoch nicht wirklich um etwas, was man gefunden hat, sondern es wurde speziell für den Film angefertigt. (6)

Entstanden ist das Subgenre zwischen den 60ern und 70ern Jahren. Meist sind die Protagonisten eine Gruppe von Freunden oder Familie, die unterwegs auf etwas für sie Unnormales treffen und dies zufällig filmen. Damit der Film wie privatgefilmtes Material aussieht, muss es nicht mit professionellen Kameras gedreht werden, sondern kann auch mit Handrecordern aufgenommen sein. Dadurch sind die Produktionskosten eher gering. (7)

Als Beispiele für dieses Subgenre kann „[REC]“ (Jaume Balagueró, 2007/09) und „Paranormal Activity“ (Oren Peli, Tod Williams, Ariel Schulman/Henry Joost, 2007/10/11) genannt werden. (8)

Zusammengefasst haben beide Subgenres die Gemeinsamkeit, dass sie unter anderem die Thematiken von übernatürlichen Kräften bzw. Wesen behandeln. Der Unterschied liegt in der Aufmachung der Produktion: Found Footage Horrorfilme sehen, zumindest häufig, wie private Aufnahmen aus.



(1) Vgl. Catt, Chris (2022): The Best Haunted House Movies Ever, www.creepycatalog.com, [online] https://creepycatalog.com/haunted-house-movies/#a-very-brief-history-of-haunted-house-movies, [abgerufen am 22.04.2022].

(2) Vgl. IMDb (o. D): Shining, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt0081505/, [abgerufen am 22.04.2022].

(3)  Vgl. IMDb (o. D.): Poltergeist, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt0084516/?ref_=fn_al_tt_1, [abgerufen am 22.04.2022].

(4) Vgl. IMDb (o. D.): Conjuring – Die Heimsuchung, www.imdb.com, [online] https://www.imdb.com/title/tt1457767/?ref_=nv_sr_srsg_0, [abgerufen am 22.04.2022]. 

(5) Vgl. Wiese, Jason (2021): The 13 Best Haunted House Movies And Where To Watch Them, www.cinemablend.com, [online] https://www.cinemablend.com/streaming-news/the-best-haunted-house-movies-and-where-to-watch-them, [abgerufen am 22.04.2022].

(6) Vgl. Fernandes-Vander Kaay, Kathleen, Vander Kaay, Chris (2016): Horror films by subgenre: a viewer’s guide, Jefferson, USA: McFarland & Company, S. 89

(7) Vgl. Fernandes-Vander Kaay, Kathleen, Vander Kaay, Chris (2016): Horror films by subgenre: a viewer’s guide, Jefferson, USA: McFarland & Company, S. 90

(8) Vgl. Moviepilot (o. D.): Die besten Horrorfilme – Found Footage, www.moviepilot.de, [online] https://www.moviepilot.de/filme/beste/genre-horrorfilm/schlagwort-found-footage, abgerufen am 24.04.2022].

Stylistic Categories for Found Footage Style Media – Structuring my Findings

Nach der Analyse zahlreicher Filme und auch Videospiele, die von diversen Gestaltungsmitteln im Found-Footage-Stil Gebrauch machen, versuchte ich eine gewisse Strukturierung zu erstellen oder Gemeinsamkeiten in Kategorien zu unterteilen. Ich stellte mir die Frage, wie diese diversen visuellen Effekte verwendet wurden, um einzigartige und immersive Erzählungen zu vermitteln und welche dramaturgische Funktion sie erfüllen könnten. Viele der spezifischen Einsatzmöglichkeiten wurden bereits in der vorhergehenden Analyse der einzelnen Filme behandelt.
Das sollte mir bei meinen weiteren Vorhaben helfen, diese Stilmittel gezielter und effektiver einzusetzen, da ich eine praktische Anwendung nach wie vor im Hinterkopf behalte.

#1 Immersion und Partizipation

  • Die Kamera existiert innerhalb der Erzählung des Films / Spieles, kein unsichtbarer Kameramann, wie in konventionellen Filmen
  • Durchbrechen der vierten Wand: direktes Sprechen in die Kamera oder zu potenziellen Finder des Materials.
  • Präsentation des „wiedergefundenen“ Filmmaterials als etwas “Reales”, vorgaukeln von Authentizität ( Texteinblendungen, Kamera Interface etc.)
  • Erleben der Erzählung aus der Perspektive des Kamerahalters / Ego-Perspektive: als Zuschauer sind wir hautnah dabei
  • filmische Zeit ist die erlebte Zeit des Geschehens, Schnitt ist deutlich erkennbar und filmische Ellipsen klar auszumachen, Desorientierung für Zuschauer (kann gezielt eingesetzt werden)

#2 Die Kamera als Protagonist – samt Charakter und Persönlichkeit

  • Effekte, die das Aufnahmemedium in den Vordergrund rücken oder das was dem Kameraträger zustößt widerspiegeln: Glitch-Effekte, Sensorschäden, Artefakte, Körnung, Flackern, Linsenschmutz, Lens Flare …
  • Kamera als Grund für Streit und Dialog (kann genutzt werden um Handlungen und Entscheidungen von Protagonisten in der Narrative zu steuern)
  • Praktische Werkzeuge und Anwendungsmöglichkeiten des Aufnahmegerätes: Nachtsicht, Taschenlampe, Infrarot, Blitzlicht, Sichtbar machen des Übernatürlichen, dramatisches Enthüllen usw.
  • Zeigen der Persönlichkeit des Kamerahalters in der Bedienung des Gerätes (Bewegung, technisches Verständnis, wie Kamera bedient wird etc.)

#3 Erzeugen von Spannung

  • Bewegungsunschärfe, Unschärfe, Verwackelungen, ungewöhnliche Bildausschnitte, das scheinbare Vergessen der Kamera und daraus resultierende undeutliche Sequenzen, hektisches Herumreißen des Gerätes, gezieltes Einsetzen von Autofokus…
  • Völlige Vermeidung direkter Darstellung der unmittelbaren Gefahr der die Protagonisten gegenüberstehen (Als Betrachter ist man gezwungen allein durch minimale visuelle Hinweise und Sounddesign Situation selbstständig zu vervollständigen oder Situation einzuschätzen)
  • Dramatische Beleuchtung, Atmosphäre, unnatürliches Licht: Die Art, wie Headlights, Taschenlampe oder Nachtsicht die Gefahr in der Dunkelheit enthüllen, hat etwas extrem dramatisches. Während wir gewohnt sind, dass natürliches Licht von oben kommt, lassen diese ungewöhnlichen Lichtsituationen alles sehr ominös und unnatürlich wirken. Das Thema dramatisches und cinematografisches Licht könnte im Grunde sein eigenes Analysekapitel sein. Die Kamera oder Taschenlampe als Lichtquelle ließe auch viel Freiheit zu, was das Gestalten des Lichtsetups angeht.
  • physikalische Effekte, die sich in der Kamerabewegung widerspiegeln (hektisches Davonlaufen, Erschütterungen, Hinfallen, verwundet werden des Kameraträgers etc.)
  • längere Sequenzen, in denen die Kamera ohne Besitzer ist (die andauernde Stille wird stätig unangenehmer und steigert die Erwartungen, dass bald etwas passiert / Wir sehen alles aus der Egoperspektive, daher werden auch wir als Zuschauer alleine zurückgelassen)


Horrorfilme und das Böse im Menschen

Angst ist ein Gefühl, das viele Menschen erleben: Ob vor der Prüfung oder während dem nächtlichen Nachhauseweg – sie ist allgegenwärtig und eine Grundemotion, die zum Leben dazugehört. Das Empfinden von Angst soll dem Menschen auf potenzielle Bedrohungen vorbereiten, damit dieser Präventionsmaßnahmen einleiten kann.(1)

Das Genre Horror nimmt stetig an Beliebtheit zu.(2) Gruseln und fiktive Angstzustände stellen ein gesellschaftliches und geschlechtsloses Phänomen dar. Der Psychologe Gerd Reimann vermutet, dass in jedem Menschen etwas Böses bzw. Gewalttätiges steckt, welches durch das Anschauen von Horrorfilmen gestillt werden kann.(3)

Laut dem Psychologen Hellfritsch produziert der menschliche Körper während eines Horrorfilms die Hormone Adrenalin und Endorphine. Diese Kombination aus Stress- und Glückshormonen kreiert die sogenannte „Angstlust“, einen bestimmten Reiz, der den Horror für den Rezipienten interessant macht. Zudem ist das bewusste Gruseln vor allem dann möglich, wenn man weiß, dass das Gesehene nichts mit der Realität zu tun hat und man sich aufgrund dessen sicher fühlt.(4)

Der Sachverhalt ob und wie realitätsnah Horrorfilme vom Menschen wahrgenommen werden, liegt am emotional-kognitiven Denkstil: Entstehen durch das Anschauen solcher Filme ein Fluchtreflex, Ängste oder auch ein Nachempfinden des Schmerzes der Handlung, dann nehmen diese Menschen Horrorfilme als realistisch wahr. Wer dagegen eher gerne sich mit gruseligen Geschichten auseinander setzt, sieht diese als das an, was sie sind: imaginär.(5)


(1)  Vgl. Koch, L., S. 1, Angst: Ein interdisziplinäres Handbuch, 2013, Springer-Verlag: Deutschland

(2)  Vgl. Watson.de (2019): Hallo Horror! R.I.P. Liebesfilme. Welche Film-Genre ihren Niedergang erlebten, in: watson.de, unter: https://www.watson.de/leben/best%20of%20watson/494597389-hallo-horror-r-i-p-western-welche-film-genres-einen-niedergang-erlebten, 2019 [abgerufen am 18.03.2022].

(3)  Vgl. dpa (2017): Halloween und Horrorfilme: Die Lust am Gruseln, in: focus.de, unter: https://www.focus.de/panorama/boulevard/gesellschaft-halloween-und-horrorfilm-die-lust-am-gruseln_id_7772693.html [abgerufen am 18.03.2022].

(4)  Vgl. Franziska (2018): Von der Lust am Gruseln, in: zwischenbetrachtung.de, unter: https://zwischenbetrachtung.de/2018/07/03/on-der-lust-am-gruseln/ [abgerufen am 18.03.2022].

(5)  Vgl. Fehr (2015): Was passiert im Gehirn, wenn wir einen Horrorfilm anschauen?, in: dasgehirn.info, unter: https://www.dasgehirn.info/aktuell/frage-an-das-gehirn/was-passiert-im-gehirn-wenn-wir-einen-horrorfilm-anschauen [abgerufen am 19.03.2022].

Bezogen auf die Filme „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock und „ES“ von Stephen King, liegt die subjektive Stärke des Horrors Nuancen auseinander: Während Hitchcock Humor mit in seine Filme bringt und damit teilweise die dargestellten Situationen gekonnt lockert, nutzt Stephen King ungewisse und plötzliche Schreckenshandlungen, die den Zuschauer fast ununterbrochen ein Spannungsgefühl verleihen. Die Gemeinsamkeit: Beide wissen, wie sie mit der Angst ihrer Rezipienten filmisch spielen können.

Zudem beschäftig sich Hitchcock in seiner Karriere generell gerne mit der Thematik der Angst bzw, psychischen Störungen. Als Beispiel kann der Film „Vertigo“ (1958) genannt werden, in dem ein Mord nicht verhindert werden kann, da der potenzielle „Retter/Held“ Höhenangst hat (Antiheld). Zusätzlich behandelt der Film Nekrophilie, wodurch die Angst vor dem Tod in einer anderen Perspektive gezeigt wird. Des Weiteren kann „Spellbound“ (1945) aufgeführt werden, indem ein Kindheitstrauma eines Protagonisten eine Rolle spielt und „Marnie“ (1964), der von einer Kleptomanin handelt. „Die Vögel“ (1963) behandelt die Ornithophobie: Die Angst vor Vögeln. Allgemein ist Mord und die Angst davor ein begleitendes Thema in vielen seiner Werke.

Stephen King hat mit seinen Horrorwerken „ES“ eine große Verbindung: Die Angst vor Clowns.(6) Des Weiteren handeln die Bücher und Filme des 74- Jährigen oftmals um den nackten Überlebenstrieb der Protagonisten und weisen eine mysteriöse Grundhandlung auf. Hierbei verweise ich auf das zuvor beschriebene „Ungewisse“, welches dem Zuschauer die Nackenhaare aufstellen lässt. 

Die Faszination Horror ist ein weiter Bereich, der bisher noch nicht vollständig psychologisch erforscht wurde. Aber eines steht fest: In der Filmbranche ist das Genre nicht mehr wegzudenken. 


(6)  Vgl. Niasseri (2019): „Es“: Darum hat Stephen King selber Angst vor Clowns, in: rollingstone.de, unter: https://www.rollingstone.de/es-darum-hat-stephen-king-selber-angst-vor-clowns-1347377/ [abgerufen am 19.03.2022].

Die Faszination hinter dem Thrill der Spannung und Angst am Beispiel von “ES”

Die Neuverfilmung „ES“ aus 2017 spielte ca. 700 Millionen Dollar ein, die zweite Neuverfilmung ca. 470 Milliarden Dollar. Sie sind damit die beiden erfolgreichsten Horrorfilme aller Zeiten (1).

Doch woran liegt das und was fasziniert den Menschen daran eine kontrollierte Spannung und Angst zu empfinden?

Laut dem Autor Noel Caroll stammt die Bezeichnung des „Horrors“ aus der Kombination des lateinischen Wort „horrere“, was bedeutet am Rand zu stehen oder sich zu sträuben und aus dem Französischen „orror“, das übersetzt heißt sich sträuben bzw. erschaudern. (2)

Die Reaktion auf den künstlich erstellten Horror bzw. die dadurch hervorgerufenen Emotionen können körperliche Anspannung, Schaudern, Kribbeln, Frösteln oder ähnliche Angstreaktionen beim Rezipienten erzeugen.(3)

Hierbei handelt es sich um fiktive Kreaturen, die dafür geschaffen wurden, dem Zuschauer ein Angst- und Ekelgefühl zu geben. Dieser Fakt ist laut dem Medienprofessor Benshoff der Hauptunterschied zum Genre Thriller: Hierbei kann ebenfalls Angst und Ekel erzeugt werden, jedoch werden diese Empfindungen nicht aufgrund eines „Monsters“ hervorgerufen.(4)

Des Weiteren stützt sich die Machart von Horrorfilmen auf diverse filmische bzw. erzählerische „Regeln“, die das Genre erst zu dem macht, was es ist. Dazu zählt, dass der Protagonist meistens keine Person ist, die alle rettet, sondern das Opfer der Geschichte darstellt.(5)

Ein Beispiel hierfür ist die Rolle „Georgie“ in den Filmen „ES“ von Stephen King. Die gesamte Story des Originals und der ersten Neuverfilmung stützt sich auf den Hergang des Mordes an dem kleinen Jungen durch den Killer-Clown Pennywise (bzw. dem plötzlichen Verschwinden Georgies) und dessen versuchte Rettung durch seinen Bruder und anderen Charakteren. Außerdem werden oftmals Kinder in Horrorfilmen dargestellt, „[…] besondere Kräfte [zukommen], die sie in Opposition zur Erwachsenenwelt einsetzen“(6). Auch diese Eigenschaft findet man in „ES“ wieder. 


(1) Vgl. Bocksch (2021): Das sind die erfolgreichsten Horrorfilme aller Zeiten, in statista.com, unter: https://de.statista.com/infografik/19803/erfolgreichste-horrorfilme-nach-weltweitem-einspielergebnis/ [abgerufen am 10.03.2022].

(2) Vgl. Carroll, The Philosophy of Horror, or Paradoxes of the Heart, 1990, S.24

(3) Vgl. Carroll, Ebd.

(4) Vgl. Benshoff, A Companion to the horror film, 2014, S. 34

(5) Vgl. Weingartner (2022): Warum Horrorfilme ohne Spielregeln keiner einzigen Menschenseele Angst bereiten, in: filmpuls.info, unter: https://filmpuls.info/horror-im-film-spielregeln-horrorfilme/ [abgerufen am 10.03.2022].

(6) Weingartner, 2022, Ebd. 

Weitere Aspekte wären laut der Journalistin Weingartner, der Konflikt zwischen Gut und Böse, des Bekannten und Unbekannten, familiäre Konstrukte sowie gewalttätige und sexuelle Fantasien. Hinzukommend ist das Ungewisse über die Ereignisse der vergangenen und zukünftigen Zeitspanne der Charaktere. Zu beachten ist, dass nicht alle Aspekte in einem Horrorfilm inbegriffen sein müssen, damit dieser so bezeichnet werden darf. (7)

In „ES“ kämpft deutlich das Gute (die Kinder) und das Böse (Pennywise) gegeneinander. Der Killer-Clown stellt zudem etwas Ungewisses dar, von dem eine Gefahr ausgeht. Gewalt spielt dahingehend eine Rolle, wenn es um den Mord an den Kindern (Pennywise’ Opfern) geht oder um kleinere Streitereien zwischen den Protagonisten. Sexuelle Fantasien sind, im Gegensatz zum Buch, in den Filmen nicht wieder zu finden.

Weingartner spricht in ihrem Artikel noch weitere Aspekte an, die den Horror ausmachen: Es gibt für den Rezipienten keine Gewissheit über die nächsten Schritte der Erzählung. Zudem kann sich der Zuschauer mit dem/den Protagonisten identifizieren und erlebt so dessen/deren wiedergegebene Geschichte „persönlicher“. Hinzukommend findet in vielen Fällen die Darstellungsweise im Alltag bzw. alltäglichen Situationen statt.(8)

Die „ES“-Filme sind der Inbegriff des Ungewissen. Zwar hat der Rezipient eine Vorahnung, das bald etwas Tragisches passieren wird, jedoch nicht was, wann, wo und wie. Zudem wird die Geschichte in einem Alltags-Arrangement wiedergegeben.

Eine recht weitverbreitete Angst, mit denen die „ES“- Filme spielen, ist die Coulrophobie: Diese Phobie „[…] gehört zu den spezifischen Phobien und bezeichnet die pathologische Angst vor Clowns“(9).  Ob der extra Thrill durch diese Angst einen Teil zum Erfolg der „ES“-Reihe beiträgt, wurde bisher nicht bewiesen.

Zusammengefasst ist die Gestaltungsform von Horrorfilmen auf die Erzeugung von Emotionen zurückzuführen und beinhaltet psychologische Aspekte. Zudem sind gewisse filmische Regeln hinsichtlich des Storytellings zu befolgen, damit das Empfinden von Horror in einem Film entstehen kann.


(7)  Vgl. Ebd.

(8)  Vgl. Ebd.

(9)  Psylex (o.D.): Coulrophobie; Angst vor dem Clown, in: psylex.de unter: https://psylex.de/stoerung/angst/phobien/coulrophobie/ [abgerufen am 10.03.2022].

Subjektive Beurteilung der Filme “Die Vögel” (1963) und „ES“ (1990, 2017/19)

Hitchcocks Film „Die Vögel“* empfinde ich im Vergleich- bezogen auf das Genre Thriller/Horror- zu allen Varianten der Filmreihe „ES“, vor allem dem letzten Teil von 2019, eher als harmlos. Während dem Schauen des Filmes* wurde ich kaum gedanklich in die Welt des Grusels entführt. Ob dies daran liegt, dass ich eher Filme aus der heutigen Zeit mit realitätsnahen VFX gewöhnt bin, kann ich nicht sagen. Die Geschichte ist an sich sehr durchdacht und gefällt mir. Lediglich die Vogelgeräusche empfand ich spätestens ab dem Punkt übertrieben, als ich es mit Katzenmiauen verglichen habe: Jedoch erwecken genau diese intensiven Geräusche die Story zum Leben. Sie stellen einen Wiedererkennungswert dar und unterstreichen die Gefahr, die von den Unmengen an Vögeln ausgeht. Aufgrund dessen wird dem Zuschauer unwohl und bereitet ihn zeitgleich darauf vor, dass in der jeweiligen Szene, in denen die Vögel zu sehen und zu hören sind, etwas Schlimmes passieren wird.

Kings „ES“ aus dem Jahr 1990 empfinde ich als absoluten Horror. Man weiß nie, wann der Killerclown wieder zuschnappen wird, was sich durch den gesamten Film, wie eine rote Linie durchzieht. Erst recht macht die Verbindung von Tod mit wehrlosen sowie naiven Kindern den Film gruselig und schon fast makaber. Der Produzent spielte viel mit dramatischer Musik, die das Wahrnehmen der jeweiligen Einstellung/Sequenz/Szene für den Zuschauer um einiges intensivierte.

Doch im Vergleich zu den beiden Neuverfilmungen aus 2017 und 2019 ist „ES“ aus 1990 eher zu ertragen. Das führe ich auf die Weiterentwicklung der Computertechnik und somit den heutigen Standards für Visual Effects zurück. Für die Neuverfilmungen brauchte ich, aufgrund des Horrors, mehrere Anläufe diese anzuschauen. Sie haben mich mit einem immensen Realitätseindruck konfrontiert, und meine Fantasie unwahrscheinlich angeregt, so dass mit meiner Vorstellungskraft gespielt wurde, ohne dass ich es verhindern konnte. Auch nach dem Anschauen der Filme war mir noch mulmig zu mute und meine Gedanken noch dort.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Filmindustrie in den beiden Genres Thriller und Horror seit der Veröffentlichung von „Die Vögel“ eine riesige Weiterentwicklung bezüglich der technischen, audiovisuellen und darstellerischen Möglichkeiten durchgemacht hat, um Zuschauer in den Bann der jeweiligen Geschichte zu ziehen. Auch für die damaligen Möglichkeiten, in denen es keine Computertechnik gab, sind die Special Effects bereits sehr gut ausgereift, durchdacht und beeinflussen den Rezipienten während des Schauens. Nicht umsonst wird Hitchcock als „Vater der Special Effects“ betitelt.

The Found-Footage-Aesthetic: A Closer Look #3

Als letzte kleine Analyse des Found-Footage-Stiles im Rahmen von Filmanalysen wollte ich „Cloverfield” (2008) unter die Lupe nehmen. Als einer meiner ersten Begegnungen mit dem Subgenre vor einigen Jahren und interessanter Kombination zwischen Found-Footage und Monsterfilm, war dies ein Film der bei mir persönlich bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Daher natürlich ein guter Abschluss für dieses Filmanalyse-Kapitel im Design & Research Projekt.

Nicht nur die Geheimhaltung von Paramount und J.J. Abrams verhalf dem Film damals zu einem Medienhype, auch viele virale Marketingkampagnen trugen dazu bei. Online-Communities stellten eigene Theorien auf und reagierten mit eigenen Recherchen, was den Film ungeplant stark promotete. Auch die Produktionsfirma von Abrams nutzte diese Tools und öffnete verschiedene Websites, die nach und nach von den Fans entdeckt wurden. Die Profile der Hauptfiguren des Films wurden auf MySpace erstellt, damit die Fans immer direkten Kontakt und Meinungsaustausch mit diesen Kunstfiguren haben konnten. Zudem wurde auch ein interaktives Comic gemeinsam mit den Fans geschrieben (auf der Profilseite von Hudson Platt) . Darüber hinaus wurden mehrere internationale fiktionale Nachrichtensendungen über die Ereignisse der ARG produziert und über YouTube und andere Videoportale verbreitet. In Japan wurde sogar ein eigener Manga veröffentlicht. – All dies zwar eher irrelevant für meine Vorhaben, aber nichtsdestotrotz sehr interessant was das Marketing des Filmens angeht.

Cloverfield Mystery Trailer 2008

Cloverfield (2008)

„Cloverfield“, ein mysteriös klingender, fiktiver Codename des Militärs für Vorfälle jener Art, zeigt in den ersten paar Minuten die Atmosphäre auf einer Abschiedsparty (Der Bruder des Hauptcharakters soll wegen eines lukrativen Jobs von New York wegziehen) Bruder Jason soll nun den ganzen Abend mit der Digitalkamera dokumentieren. Anfangs haben alle Gäste sichtlich viel Spaß, bevor die Feierlaune verfliegt, als eine gewaltige Explosionen die Stadt erschüttert.

Format und Bildkomposition
Im herkömmlichen 16:9 Format auf einer Videokamera gefilmt erkennen wir ganz klar, dass Jason, der beauftragt wurde die Party mitzufilmen noch nicht sehr vertraut ist, was die Kameraführung angeht und gerade am Anfang des Filmes erkennt man, wie er scheinbar noch versucht mit der Steuerung zurechtzukommen. Die Bilder sind relativ verwackelt, oft nicht im Fokus, auf beliebige Gegenstände gezoomt und er probiert herum. In diesem Format begleiten wir ihn und seine Freundin bei alltäglichen Tätigkeiten, bevor die Verantwortung der Kamera auf der Party an den Hauptcharakter, aus dessen perspektive wir den Rest des Filmes sehen, übergeben wird. Das Filmmaterial wirkt über den gesamten Film sehr authentisch und stimmig für eine Amateuraufnahme. Dies beinhaltet nicht nur zielloses herumreißen der Kamera, sondern auch teilweise ungewöhnliche Bildausschnitte, sehr dynamische Neigungen auf der Horizontale, ungünstige Lichtsituation und viel gefilmten Boden.

Präsentation des „Rohmaterials”
Der Film beginnt, als eine Videokamera vom US-Verteidigungsministerium eingeschaltet wird. Der eingeblendete Text weist darauf hin, dass die Kamera im Gebiet US447, früher bekannt als Central Park, gefunden wurde. Für Zuschauer wird somit simuliert, dass wir gerade das wiederhergestellte Filmmaterial zu sehen bekommen, das die Geschehnisse dieser damaligen Katastrophe aus Sicht von Augenzeugen zeigt.

Texteinblendungen, die offensichtlich bei der Wiederherstellung des Materials hinzugefügt wurden geben Referenz zum Zeitraum, in dem die verschiedenen Aufnahmen stattfanden und machen auch die Substory und Zeitsprünge besser überschaubar. – Jedoch dient es ebenfalls als weiteres Stilmittel, das uns vorgaukeln soll, dass es sich um „echte” und „gefundene” Videoaufnahmen handelt.

Kameraführung und Bildausschnitt
Die verwackelte Kamera ist wohl das ausschlaggebendste, wenn es darum geht, das Gefühl zu vermitteln, dass wir es mit einer dynamischen und „unpolierten” Amateuraufnahme zu tun haben. Wie so oft bei Found-Footage Filmen ist gerade bei action-geladenen Szenen das Bild extrem verwackelt, stockt teilweise und weist Videoartefakte sowie Störungen auf. Dies verstärkt das Gefühl inmitten des Geschehens zu sein und scheint ein gängiges Stilmittel des Genres darzustellen.
In solchen Situation ist es natürlich nachvollziehbar, dass man seine Prioritäten anpasst und man vergisst auch gerne wohin man gerade Filmt oder wie stabil man die Kamera hält.

Das Monster ist im Vergleich zu ähnlichen Filmen eher selten zu sehen, und wenn, dann ist es stets nur kurz im Bild. Die erste Sichtung des Monsters erleben die Hauptpersonen interessanterweise auf einem Bildschirm in einem kleinen Shop. Oft geschieht die meiste Action außerhalb des Kamerablickwinkels. Auch wenn dies nicht so extrem ausgeführt wurde wie bei Blair Witch Project” (man sieht die Hexe kein einziges Mal), das Vorenthalten eines klaren Bildes des Monsters erzeugt große Spannung und regt die Vorstellungskraft der Zuschauer an.

Die Kamera innerhalb der Narrative
Auch in „Cloverfield“ ist die Kamera oft ein Streitthema, da nach einiger Zeit des Davonlaufens und Überlebenskampfes von den Freunden des Hauptcharakters hinterfragt wird, ob es Sinn macht so versessen an dieser Kamera festzuhalten. Einerseits stärkt dies wiederum den Aspekt, dass es sich um Found-Footage handelt, erzeugt Drama in Bezug auf die Charakterbeziehungen, anderseits hätten wir als Zuschauer wenig zu sehen, würde der Kameramann auf die Kritik seiner Begleiter eingehen.

Effektspielereien
Das Filmmaterial springt oft zwischen scheinbar zufälligen Aufnahmen hin und her, die sehr im Kontrast zwischen der derzeitigen Katastrophe und dem gemütlichen oder romantischen Alltag der Protagonisten steht. Dabei erscheinen starke Sensorstörungen, Flimmern und Rauschen des Bildes. Diese Störungseffekte treten auch bei hektischen Szenen und Erschütterungen auf.

Auch die Nachtsichtfunktion der Kamera erweist sich als sehr hilfreich für unser Protagonisten und wird sehr eindrucksvoll und nervenaufreibend zum Einsatz gebracht, als sich nach völliger Dunkelheit zeigt, dass die Flüchtenden nicht alleine im U-Bahn Tunnel unterwegs sind. Nachtsicht ist ein Aspekt, der im Found-Footage Horror sehr effektiv zu sein scheint, da diese ungewöhnliche Lichtsituation und Färbung in sich bereits etwas unbehagliches aufweist. – Etwas das sich gut für meine mögliche praktische Arbeit anbieten würde.

Blutspritzer auf dem Objektiv der Kamera zeigen nicht nur das Zuschadenkommen von Charakteren außerhalb des direkt Gefilmten, sie verdeutlichen abermals, die unmittelbare Präsenz des Filmapparates innerhalb der Narrative und die dramatischen Geschehnisse, die wir durch diesen zu sehen bekommen.

In diesem Sinne werden neben der generell oft dramatischen Beleuchtung der Szenen auch Linseneffekte, Lensflairs, Partikel und Verschmutzungen des Objektives genutzt um uns an die Kamera zu erinnern und Immersion zu erzeugen.

Fazit und weiteres Vorgehen
Nach einigen dieser Analysen von verschiedenen Found-Footage Filmen ist ganz deutlich erkenntlich geworden, dass es einige Gemeinsamkeiten, Konventionen und gängige Stilmittel gibt, die ich als Inspiration und Leitfaden nutzen kann. Als nächsten Schritt im Rahmen der Lehrveranstaltung würde ich meine bisherigen Recherchen zusammenfassen und weitere Forschung bereits in Richtung Concept Art lenken und überlegen, welche Concept Designer bereits mit dieser Found-Footage-Ästhetik arbeiten, welche Beispiele es zu Concept Art in diesem Stil gibt, welche Workflows verwenden werden und auch wie ein Konzept einer Narrative über Keyframe Illustrationen oder Storyboards kommuniziert werden kann.

Literaturliste

  • Abrams, J. J., Burk, B. (Produzenten) & Reeves, M. (Regie). (2008). Cloverfield [Film]. United States: Bad Robot Productions, Paramount Pictures Studios, Spectrum Effects
  • artechock.com, Rüdiger Suchsland: https://www.artechock.de/film/text/kritik/c/clover.htm
  • IMDb.com: https://www.imdb.com/title/tt1060277/ (2008)
  • metacritic.com: https://www.metacritic.com/movie/cloverfield (2008)

Unterschiede in der Entwicklung von audiovisuellen Techniken in den Genres Thriller/Horror am Beispiel von Hitchcocks „Die Vögel“ und Stephen Kings Neuverfilmung „Es“.

Ich interessiere mich für die Filmgenres „Thriller“ und „Horror“, die meistens zusammenspielen sowie deren Entwicklung in den letzten 60 Jahren. Im Vordergrund in diesem Gebiet stehen die kreativen Storyideen des britischen Regisseurs Alfred Hitchcock und des amerikanischen Buchautors Stephen King. Die Aspekte der beiden Genres und die Kombination daraus, können den Zuschauer ein eine spannende Welt entführen, die ihn für eine kurze Zeit aus seinem Alltag reißt. Wichtig ist es mir, diese Aspekte, erst unabhängig und dann auf beide Filme bezogen, aufzuzeigen und anschließend die Unterschiede zwischen den damaligen und heutigen Faktoren auf Grundlage der genannten Filme zu analysieren. Hierbei soll herausgefunden werden, ob es Überschneidungen hinsichtlich audiovisueller Methoden gibt, die ein einheitliches Schema für die Genre bilden, die auch in anderen Beispielen der Filmgeschichte gefunden werden können.

Im Vordergrund steht der Einsatz von audiovisuellen Techniken, die bestimmte Emotionen beim Zuschauer erzeugen sollen und somit auf der Gestaltpsychologie basieren. Hierzu zählen unter anderem: Sound Effekte, Musik, Sprachgestaltung, Soundscaping, Atmos und deren dramaturgische Verwendung im Film. Hierbei möchte ich auf den Spruch „See with your ears“ aufmerksam machen, der aussagt, dass man Mithilfe seiner Vorstellungskraft Ton in Bilder umwandeln kann. Hinzukommend beeinflussen Bild- und Licht-gestaltung, Special Effects, VFX, Colorgrading, Schnittart bzw. die gesamte Zusammensetzung des Bildmaterials in der Postproduktion, Kostüm und Maske, Handlungsaufbau, Continuity sowie Qualität die Sinneswahrnehmung und wie ein Genre vom Rezipienten interpretiert wird. Als Beispiel kann genannt werden, dass in beiden Filmen überwiegend eine spannungserzeugende, düstere audiovisuelle Darstellung genutzt wird.