Experiment 3: Sprache als Teil visueller Kommunikation

Im Rahmen unserer Design & Research 2 Lehrveranstaltung, entstand eine Zusammenarbeit mit dem Slawistik Institut der Universität Graz. Ziel war es eine vielseitige Plakatkampagne für das Institut zu entwickeln um Studierende auf das Slawistik Studium aufmerksam zu machen.

Das endgültige Design basiert auf einer Reihe von Sprüchen, die aus dem Russischen, Slowenisch, Bosnisch, Kroatisch und Serbisch stammen (da diese Sprachen am Institut unterrichtet werden). Die Redewendungen sind immanenter Bestandteil der jeweiligen Sprachen und sind eigentlich nicht übersetzbar – die Kampagne überträgt sie dennoch ins Deutsch und bringt den Seher zum Lachen oder Staunen. Mit einem Augenzwinkern werden die Leser aufgefordert: “Keinen Plan, wovon wir reden? Studiere Slawistik! Dann verstehst du’s.”. Das Farbschema der Gestaltung enthält Gelb, Rot und Blau – Farben, die in slawischen Kulturen häufig verwendet werden. Allerdings leicht aufgehellt und nie gemischt. Damit vermeidet das Design jede nationalistische Konnotation. Eine Typografie, die an die geometrische Form des kyrillische Alphabet angelehnt ist, wurde für auffälligen Überschriften verwendet. Eine zweite, neutrale Schriftart, die für Unterzeilen und Fließtexte verwendet wird, gleicht das typografische Bild aus und erzeugt so ein Spannungsverhältnis, dass sich in einem gängigen Layout widerspiegeln lässt.
Die Illustrationen visualisieren die Überschriften, weisen aber auch auf die eigentliche Bedeutung der Sprüche hin und schaffen so eine zweite Bedeutungsebene. Für digitale Medien werden die Illustrationen animiert und erwachen auf den Bildschirmen der Betrachter zum Leben.

Diese Kampagne, die in Zusammenarbeit mit Charlotte Heller, Miriam Rein und Karin Schmerda entstand, ist ein gutes Beispiel wie ein recht traditionelles Themengebiet in einen zeitgenössischen Kontext gesetzt werden kann. Sprache und visuelle Gestaltung werden in ein sich ergänzendes Zusammenspiel gebracht, durch die Doppeldeutigkeit der Illustrationen. Somit wird nicht nur eine gestalterische Ebene kreiert, die Kampagne schafft es auch durch Sprache selbst, tiefer in die Sprachphilosophie slawischer Sprachen einzudringen und so eine Verknüpfung zum Deutschen zu bilden und so eine Brücke zwischen den Kulturen zu bauen.

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