Fragen über Fragen

Mein Thema und meine Recherchen des ersten Semesters eröffneten mir eine endlos erscheinende Welt an Konzepten, Ansätzen und Best-Practice Beispielen aus der Geschichte. Ich könnte darin ewig weitersuchen und ständig neue (alte), interessante Konzepte der Designausbildung finden, doch soll am Ende dieser Recherche keine geschichtliche Abhandlung, sondern der Blick in eine mögliche Zukunft stehen.

Aktuelle oder zukunftsorientierte Ansätze zur Design-Lehre sind meist weniger gut zugänglich als jene erfolgreicher Designschulen die Geschichte schrieben, außer Studienpläne von Universitäten und Fachhochschulen lässt sich oft nicht viel finden. Darum war die logische Konsequenz für mich, in diesem Semester meine Quellen von Büchern hin zu realen Personen zu tauschen.

Interviews mit Personen, die aus langjähriger, aktiver Erfahrung in der Sparte des Kommunikationsdesigns – aber vor allem auch in der Lehre desselben – interessante und fundierte Ansichten zu modernen Lehrinhalten und -methoden entwickeln konnten, sind für mich in diesem Semester das Mittel zum „Experiment“. Ich erhoffe mir davon neue Gedanken und Ansichten, die sich über Jahre aus der Praxis der Lehre aber auch der beruflichen Arbeitswelt ergeben konnten – im Jahr 2022 und nicht aus einer Zeit, wo der Fotosatz noch im kommen war. Die Interviewpartner*innen sollen dabei so breit wie möglich verortet sein, Ziel ist es auch, den österreichischen und auch den europäischen Rahmen zu erweitern und dadurch auch fremde kulturelle Konzepte zu nutzen. Die konkrete Liste der möglichen Gesprächspartner*innen wird Thema des nächsten Blogeintrages sein, hier versuche ich nun, einen strukturierten Fragenkatalog zu erarbeiten.

Der Plan ist, für mögliche Interviewpartner*innen die Hemmschwelle und den Aufwand zu minimieren, darum soll es eine kompakte Liste an Fragen geben, die im „worst case“ per mail beantwortet werden – im Best case kann ein Interview per Zoom o.Ä. stattfinden in dem die Fragen persönlich besprochen und erweitert werden können.

Persönliche Fragen

Um die Position der Person und ihre Ansichten verstehen zu können soll eingangs das Persönliche abgesteckt werden, Erfahrung in Designbereich und beruflicher Fokus. So erhoffe ich mir, gewisse Schwerpunkte der Lehre in den persönlichen Kontext der Person stellen zu können – ein Typograf wird Grundregeln eher in den Fokus stellen als ein digital Illustrator. Die Fragen dazu sollen sich aber kurz und kompakt halten:

Wie lange sind Sie schon im Bereich Kommunikationsdesign tätig?

Was ist ihre Kernkompetenz/Hauptbetätigungsfeld im Bereich Design heute?

Ausbildung

Die persönliche Ausbildung ist für mich deshalb wichtig, weil ich mir davon eine Erfahrungsspanne von Vergangenheit bis heute erhoffe, ebenso wie ein eigenes kritisches Hinterfragen der Pros und Contras der am eigenen Leib erlebten Ausbildung. Was hat aus diesen vergangenen Zeiten noch Bestand? Welche Grundlagen sind heute wie damals relevant und was unterrichten wir nur mehr aus „Gewohnheit“? Die Fragen dazu:

Welche designbezogene Ausbildung haben Sie?

Was haben Sie als positiv in ihrer Ausbildung in Erinnerung?

Was hätten Sie sich in Ihrer Ausbildung gewünscht?

allgemeine Fragen zur Lehre heute

Bei der Verortung meiner eigenen Recherche stellte sich bald die Frage, welcher spezifische Ausbildungsweg in meinem Fokus steht. Schulische Ausbildung der Sekundarstufe? Lehre? Universitäre Ausbildung oder Fachhochschule? Vor allem im Bereich der schulischen Ausbildung stellen sich neben fachspezifischen Kriterien ganz besondere didaktische Fragen, wie heranwachsenden Charakteren die komplexen Zusammenhänge des Kommunikationsdesigns gelehrt werden können. Diesen Bereich versuche ich eigentlich auszuklammern, da er durch diese zusätzlichen Effekte wohl ein eigenständiges Thema werden müsste. Die Erfahrungen der Interviewpartner in der Lehre – Art und Dauer – sind aber jedenfalls ein zentraler Punkt und werden zuerst grundlegend behandelt: 

In welcher Art der Ausbildung sind sie tätig? (Universität, höhere Schule, …)

Wie lange sind Sie in der Design-Lehre tätig?

Wie hat sich die Ausbildung in dieser Zeit verändert?

Detailfragen zur Lehre heute

Ein Hinterfragen der eigenen Lehrtätigkeit scheint für mich ein geeigneter Ausgangspunkt um in weiterer Folge über zukünftige Möglichkeiten der Designausbildung nachzudenken. Methoden und Schwerpunkte, Herangehensweisen und Systematik sollen mir eine breite Einsicht in didaktische Ansichten des 21. Jahrhunderts bieten:

Wie ist das didaktische Grundkonzept an ihrer Ausbildungsstätte? (Lehrinhalte, Methoden, Schwerpunkte)

Was ist besonders gut in ihrer Ausbildungsstelle, Ausbildungsmodell?

Was ist nicht gut, wo gibt es Verbesserungspotential?

Aussicht und Zukunftsvision

Im letzten und wohl interessantesten Teil der Fragen möchte ich neue Ansätze provozieren, wie sich Kommunikationsdesign heute und auch morgen unterrichten lässt. Zuvor möchte ich noch persönliche Einschätzungen über die Qualitäten von Designer*innen erfragen um im gleichen Schritt zu verstehen, inwieweit neue Ansätze direkt mit einem sehr wandelbaren Berufsbild einhergehen und die benötigten Qualitäten abdecken. Die Fragen dieses Abschnitts will ich im ersten Schritt sehr allgemein halten, um die Interviewpartner nicht zu sehr in eine Richtung zu lenken.

Was macht einen guten Kommunikationsdesigner*in aus?

Wie sollte eine zeitgemäße und zukunftsfähige Design-Ausbildung aus Ihrer Sicht heute aussehen?

Sollten diese allgemeinen Fragen nicht die gewünschten Ergebnisse liefern habe ich mit weiterführenden, mehr ins Detail gehenden Fragen die Möglichkeit, zielgerichtet Überlegungen zu Thementeilen anzuregen, die mir im Kontext einer zukunftsorientierten Ausbildung als spannend erscheinen:

Ist es besser möglichst viele Bereiche des Kommunikationsdesigns zu kennen oder sich einen spezifischen Fokus zu setzen – Spezialisierung oder Generalisierung?

Sind analoge Ansätze heute noch sinnvoller Bestandteil einer Ausbildung?

Macht Programmschulung in Zeiten von Youtube Tutorials Sinn?

Wie sollte man den sich verändernden (technologischen) Arbeitsbedingungen in der Lehre begegnen?

Mit diesen Fragen möchte ich in erste Interviews gehen, Erfahrungen sammeln und meine Fragen gegebenenfalls wieder anpassen um ein möglichst gutes Ergebnis zu erlangen. Jetzt heißt es, nach interessanten Gesprächspartner*innen Ausschau zu halten. Hear you next time

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