Information vs. Emotion


Wie sich Kunst und Design unterscheiden, unterscheidet sich auch Fotografie und Produltfotografie in gewisser Weise. Jeweils letzteres hat einen zusätzlichen Anspruch: Funktionalität.
Während der oder die Fotograf:in eine möglichst ansprechende Abbildung des jeweiligen Objektes haben möchte, beschäftigen sich Produktfotograf:innen mit dem Inhalt. Letztere legen Wert darauf, dass mit einem Foto alle möglichen Details zum Produkt kommuniziert werden, anstatt ein schönes Foto zu machen. Betrachterin oder Betrachter sollen anhand des Fotos bereits sofort erkennen:
Was ist das Material?
Wie fühlt sich die Oberfläche an?
Wie verhalten sich Nähte/Kanten/usw?
Wie sauber ist es verarbeitet?
Was kann ich damit alles machen?
ect.

Aber nicht nur oberflächliches wird kommuniziert. Wenn nun über das Produkt informiert wurde, muss als nächstes auch zum Kauf angeregt werden. Gesehen werden muss auch: Warum ist dieses Produkt besser als andere?
Was für Extras gibt es?
Welche Probleme nimmt es?
Warum brauche ich es?

Wettbewerb und Aufmerksamkeit
Besonders im Fall von Onlineshops: Der oder die Betrachter:in haben wenig Zeit — lange Texte werden nicht gelesen. Das Foto muss mit der Konkurrenz mithalten und das Alleinstehungsmerkmal des Produktes herausheben.

Information über das Objekt wird deutlich, Material
Eine erzeugte Atmosphäre regt zur Lust an

Schritte zum richtigen Ansatz beim Fotografieren von Produkten:

Ist es emotional oder technisch? Soll also die Funktion des Produktes aufgegriffen werden, oder soll das Produkt ein Feeling erwecken. Ein Foto eines Produktes kann eine eigene Geschichte erzählen, indem Licht, Farben und Komposition eines Setzings den Menschen in eine wünschenswerte Mood eintauchen lassen. Ein Gleichgewicht an Information und Emotion scheint sinnvoll. Die Gewichtung hängt aber von Medium/Plattform und Produkt ab.

Die Betrachter:innen verstehen: Was möchten sie sehen und was sollen sie sehen? Wie kommen die potentiellen Käufer:innen des Produkts bis zum Profukt/Foto? Der Weg ist das Ziel
Suchbegriffe auf Onlineshops zeigen an, welche Informationen das Bild als erstes vermittelt werden soll. Sucht eine Person nach “Besteck Camping Set” muss auch ein Foto vom Campingbesteck als Set als erstes angezeigt werden, um zu vermitteln “Ich bin genau das, was du suchst!”. In einem Katalog für Weihnachtsgeschenke sollte das Foto etwa klarmachen “Ich bereite Freude und hübsch verpackt bin ich auch!” und so weiter. Die Customer-Journey muss also berücksichtigt werden.

Was ist die Kommunikation der Marke/des Produkts auserhalb der Fotografie? Um ein konsistentes Auftreten zu schaffen, müssen auch Produktfotos zum restlichen Brandimage gehören. Inhaltlich wie auch gestalterisch.


Grimm, R.: https://youtu.be/4sYyOuc9RJo
Grimm, R.: https://youtu.be/LOs7Mp1TDNA
Al-Hakim, M: https://youtu.be/yMugtGmH-SE


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *