Simulation


Unglaubliche Bilder und Stories in Spielen und Filmen sind keine Seltenheit mehr. Die technische Entwicklung ermöglicht es, real wirkende Bilder zu erschaffen, dessen Unterscheidung zu einem Foto kaum mehr möglich ist. Die Computer rendern so viele Simulationen, von Licht und Schatten, Motion Blur, Lichtbrechung, Temperaturen und daraus entstehende Winde, die so gut wie echt wirken. Die Effekte brauchen auch keine Ewigkeit mehr zur Berechnung und können zum Teil sogar schon auf einem Laptop erstellt werden.

Nicht nur das Bild per se hat sicher verbessert, sondern auch die Darstellung von Emotion besipielsweise, durch detailliertere Gesichtsausdrücke, oder Microbewegungen, die zuvor gar nicht in diesen Welten existierten, und Geschichten, die durch den Realismus nun glaubwürdig und fesselnd wirken können.

Auch ein Buch kann realistisch sein, wenn Elemente in einer sinnvollen Reihenfolge passieren und detailgetreu verbal dargestellt werden. Die Spiele und Filmindustrie verfügt nun auch über die richtigen Tools, Details und Folgen von Kleinigkeiten darzustellen, die dem Betrachter das Gefühl einer fast Lebensechten Abbildung geben.

Lin spricht in ihrem Research von 2 Arten von Realismus, auf die sie sich bezieht. Einem “Externen Realismus”, der die Übertragbarkeit eines Inhalts zwischen der Realität und dem Dargestellten darstellt. Es geht quasi um eine Einstufung inwieweit eine Situation in das Echte übersetzt werden kann. Der Externe Realismus kann zum beispiel in einem guten Film wieder gefunden werden, bei dem man sich gut einen Charakter hineinversetzen kann. Die Unterscheidung zwischen echt und “könnte echt sein” ist daher immer noch präsent.

Sollte es nicht gelingen, einen Charakter oder einen Effekt exakt richtig zu reproduzieren, so scheitert die Vorstellbarkeit. Dazu gibt es einen Grafen von Mashiro Mori, welcher in seinem Research herausfinden konnte, dass es bei einer asymmetrie zwischen Echt und virtuell ein loch, gibt, dass er uncanny valley nennt. Je ähnlicher etwas dem Realen kommt, umso stärker wird alles, das nicht ganz perfekt passt. Diese Unterschiede sind so irritierend, dass sie zum Teil als äußerst abstoßend wahrgenommen werden können. Ein Mensch beispielsweise, der eine nicht passende Bewegung zu einem unerwarteten Zeitpunkt ausführt, mutiert zu einem Zombie, oder einem Roboter. Die Menschlichkeit geht gänzlich verloren. Dieses Phänomen stellt sich als große Hürde vor eine extrem realistische Darstellung. Auch wenn jeder Frame realistisch dargestellt werden kann, heißt das noch nicht, dass diese Inhalte als realistisch wahrgenommen werden.

Die zweite Form ist der “enaktive Realismus” der die Interaktion mit einem Interface und den darauf dargestellten Inhalten beschreibt. Es geht um die Beziehung zwischen dem wikrlich Bewegten – beispielsweise durch die Verwendung eines Controllers – und den Auswirkungen im Dargestellten. Beispielsweise, wenn man auf einem Controller die Pfeiltaste nach oben klickt und sich infolgedessen nach vorne bewegt. Auch komplexere Inhalte wie die Reaktion anderer Elemente auf reale Handlungen spielen eine große Rolle, inwieweit sich der Betrachter als Teil des Dargestellten fühlt.

Beide Arten des Realismus spielen eine große Rolle in der Generierung von Vorstellbarkeit, Engagement und der emotionalen Reaktionen. In Lins Research wird von einer erhöhten emotionalen Reaktion geschrieben, die bei Spielern ausgelöst werden kann..

Lin, Jih-Hsuan Tammy. (2015). The Contributions of Perceived Graphic and Enactive Realism to Enjoyment and Engagement in Active Video Games. International Journal of Technology and Human Interaction. 11. 1-16. 10.4018/ijthi.2015070101

https://www.researchgate.net/publication/272801269_The_Contributions_of_Perceived_Graphic_and_Enactive_Realism_to_Enjoyment_and_Engagement_in_Active_Video_Games


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