Die lokale Klangökologie (Nachtrag KW 43)


Auf Basis der Fragen, welche ich in der Kalenderwoche 42 erarbeitet habe, werde ich in diesem Blogeintrag auf die Erkenntnisse der Recherche bezüglich der vorherrschenden Klangökologie eingehen.

An öffentlichen Orten herrscht keine Stille. Vorbeifahrende Autos, gehende Menschen, ein weit entferntes Autohupen und im Gesamten die Summe aller weit entfernten Schallquellen prägen eine lokale Geräuschkulisse. Diese muss auch berücksichtigt werden. Der Mensch ist täglich einer großen Menge an Reizen ausgesetzt. Ein Teil davon wird auch bewusst verarbeitet. Der andere Anteil gelangt aufgrund unserer selektiven Wahrnehmung nicht in unser Bewusstsein und wird ignoriert. Dies ist ein natürlicher Mechanismus unseres Gehirns, um uns vor einer totalen Reizüberflutung zu schützen. Die vorherrschende Geräuschkulisse muss deshalb auch bei der Installation von zusätzlichen Sounds berücksichtigt werden. Deshalb soll ein leitendes Signal unter Berücksichtigung der lokalen Soundökologie eingebettet werden. Die physikalische Größe wie der Schalldruckpegel und eine akustische Szenenanalyse anhand eines Spektrogramms (zeitliche Abfolge von Frequenzspektren) bieten in diesem Fall eine solide Grundlage, um eine erfolgreiche Einbettung in der gewählten Location durchführen zu können. Zusammenfassend soll eine mögliche akustische Nische im örtlichen Frequenzspektrum gefunden werden, damit die Installation nicht mit anderen Frequenzen in der gewählten Umgebung kollidiert.

Auch der Umstand, weshalb Menschen die Location aufsuchen, spielt bei der Klanggestaltung eine wesentliche Rolle. Trotzdem muss ein öffentliches Leitsystem alle Menschen leiten können. Somit muss auch die Bedienung bzw. Zugänglichkeit zum Leitsystem für alle möglich und logisch sein. Das System soll für alle Benutzer, egal mit welchem Hintergrund, Sinn ergeben.

Recherche:

Anwendungsfall einer für die Allgemeinheit bedienbaren Audioinstallation

Christopher Janney – Urban Instrument 1995


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