Analogfotografie: Wie entsteht aus einem Negativ ein Fotoabzug?


Nach der Recherche ist vor der Recherche: Letztes Semester widmete ich mich der Fotografie als Teil der visuellen Sprache. Ich warf einen Blick auf die Entwicklung der Digitalisierung, beleuchtete verschiedene Bildtheorien und das Verhältnis vom Bild zur Realität. Diese Beziehung hatte sich Grundlegend geändert – die digitale Kameratechniken und die Einführung des Smartphones ermöglichten viele, neue und vor allem einfachere Wege, ein Foto reproduzieren, bearbeiten und vergrößern zu können. 

Nun möchte ich mich (vorerst) im Bereich der Analogfotografie aufhalten und zum gegebenen Zeitpunkt verschiedene Experimente durchführen. Doch bevor ich mich dem widme, möchte ich zuerst das Vorgehen verstehen. Wie funktioniert analoge Fotografie? Was passiert in der Kamera? Und wie wird aus einem kleinen Negativ ein vergrößertes Foto? 

Wie der Begriff „Analogfotografie“ verrät, handelt es sich um eine „sinngemäße Übertragung“ (von. griech. „aná“ = gemäß und „lógos“ = Wort, Maß, Denken, Vernunft).1

In einer analogen Kamera befindet sich ein Filmstreifen, der mit Silberhalogenidkristalle überzogen ist. Diese dünne Schicht ist sehr lichtempfindlich. Das Licht spielt die zentrale Rolle in der analogen (und natürlich auch in der digitalen) Fotografie. Ohne Licht kann kein Bild existieren, da komplette Dunkelheit nur schwarz bedeutet. Sobald das Licht durch das Öffnen der Blende auf den Filmstreifen trifft, wird dieser belichtet. D.h. eine chemische Reaktion findet statt und ein Abdruck wird in die Emulsion gebrannt. Ein latentes (von griech. „latens“ / „latere“ = verborgen sein) Bild wird erzeugt.2 Ein Film ist dann komplett belichtet, wenn die gesamte Rolle einmal durchgelaufen ist. Es gibt unterschiedliche Formate und Größen eines Filmes. Je nach dem kann eine bestimmte Anzahl an Fotos mit einem Film aufgenommen werden.  

Abb. 1: Ein vollbelichteter Filmstreifen
Quelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-klassisch-retro-analog-9858905/

Die chemische Reaktion bei analoger Fotografie

Das Fotopapier besteht aus Celluloid, darauf ist eine Schicht aus Gelatine und Silberbromid, welche zuständig für die Färbung des Papiers ist. Darauf ist eine Schutzschicht aus Gelatine, die das Foto vor Kratzern und Schmutz schützt. Die Emulsion besteht aus Silberbromid, manchmal auch Chlorid. Die Mikrokristalle, die darin enthalten sind, sind gleichmäßig verteilt. Wenn Licht auf die Bromidionen trifft, wird ein Elektron energetisch angehoben und von Silberionen aufgenommen werden. Dadurch entsteht elementares Silber und weitere Silberteile können sich dort anlagern. Ein Silbercluster oder ein „Latentbildkeim“ entsteht.3

Der nächste Schritt ist die Entwicklung

Der Entwickler ist ein Stoff, der gut Elektronen abgibt. Aus den Silberionen entsteht elementares Silber. Die Silbercluster befinden sich an den Stellen, auf denen zuvor sehr viel Licht eingetroffen ist. Dort läuft nun eine schnelle Reaktion ab und weitere Ionen, die sich in der Nähe befinden, werden zu Silber. Somit wird das Bild langsam sichtbar. Der Vorgang muss ab einem bestimmten Zeitpunkt gestoppt werden, da ansonsten die Reaktion immer weiterläuft und das Bild unkenntlich gemacht wird. Das Foto wird deshalb in ein sog. „Stoppbad“ gelegt. Alle Stellen, die vorher belichtet wurden, sind nun schwarz gefärbt. Die Silberionen müssen noch in der Fixierung abgewaschen werden, um eine erneute Reaktion verhindern zu können. 

So entsteht ein Negativ, das auf ein neues Fotopapier gelegt und kurz belichtet wird. Das Fotopapier wird ebenfalls entwickelt und ein Positiv, also ein Abzug des Fotos, entsteht. 

Farbfotos können auf die gleiche Art und Weise entwickelt werden. Der Unterschied hier ist, dass es verschiedene Schichten für Farben im Fotopapier gibt, die unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Außerdem wird das Fotopapier etwas anders hergestellt und aufbereitet.4

Abb. 2: Geöffnete Analogkamera mit eingelegtem Film in der Filmkammer.
Quelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/nahaufnahmefoto-der-analogen-kamera-3693701/

Quellen:

1   Vgl. https://www.duden.de/rechtschreibung/analog_Adjektiv#herkunft – Zugriff am 13.04.2022

2  Vgl. „Analoge Fotografie – Grundlagen und Tipps“. https://www.pixolum.com/blog/fotografie/analoge-fotografie-grundlagen-und-tipps – Zugriff am 13.04.2022

3  Vgl. „Wie werden Fotos entwickelt?“ Chemie – Simpleclub. https://www.youtube.com/watch?v=nxMl_DvMOvk – Zugriff am 14.04.2022

4 Vgl. ebd.


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