Visuelle Sprache im Bezug auf Grafik Design

Kill your darlings. Nachdem die Recherche über Zucker und Konsumverhalten nicht den gewünschten kreativen Workflow erbracht hatte, ist es nun Zeit das Thema zu wechseln und sich auf ein neues zu konzentrieren. 

Nun wird die Fotografie als Visuelle Sprache im Grafik Design untersucht. Ziel ist es, die verschiedenen Teilgebiete der Fotografie zu betrachten. Bevor ein Blick auf die Amateur- und Analogfotografie geworfen wird, wird die Visuelle Sprache als solches untersucht. Vielleicht ergeben sich während der Recherche wichtige Rückschlüsse auf das Thema Zucker – denn geplant ist, dass Food Photography und Produktfotografie ebenfalls untersucht werden. Deshalb ist eine Kombination aus diesem Thema und dem bisher recherchierten durchaus möglich. 

Als Visuelle Sprache wird eine Form der Kommunikation bezeichnet, die im Gegensatz zur formalen Schriftsprache visuelle Elemente verwendet. Diese Elemente werden gezielt eingesetzt, um eine Idee oder eine Bedeutung visuell zu vermitteln. Beispielsweise können das Linien, Formen, Farben, Texturen und Muster sein, die in bestimmten Skalierungen, Winkel und Proportionen ausgerichtet werden. Die Elemente der visuellen Kommunikation repräsentieren dabei Konzepte im räumlichen Kontext. Sprechen und Lesen basieren auf einem zeitlich linearen Ablauf, wobei die visuelle Kommunikation auch parallel funktioniert. Oftmals werden Infografiken gezielt eingesetzt, da sie mittels Diagrammen, Karten und Symbolen einen bestimmten Inhalt vermitteln und aussagekräftige Beziehungen visualisieren. So können komplexe Daten auf eine prägnante Weise dargestellt werden.

Die Infografik stellt komplexe Daten auf einfache Art dar.  
Quelle: https://www.visualcapitalist.com/wp-content/uploads/2018/05/world-of-languages-large.png

Das Visuelle Denken gehört ebenfalls zur Visuellen Sprache und dient als Grundlage im Entwurfs- und Gestaltungsprozess bei Designern. Skizzen, Scribbles und Zeichnungen dienen als Hilfsmittel und visualisieren den kognitiven Denkprozess. Außerdem vereinfacht das Visuelle Denken Kommunikationsprozesse, in dem eine Idee, die Fragestellung und die möglichen Lösungsansätze visualisiert werden.1 Die angeborene Begabung unterstützt die Fähigkeit, Probleme zu lösen, die Phantasie und die Kreativität. Weiterführend ist die Synästhesie zu nennen, bei der verschiedene Gehirnbereiche auf besondere Art und Weisen miteinander verbunden sind. Dadurch werden bestimmte Wahrnehmungsphänomene und Denkprozesse ermöglicht. Synästhetische Wahrnehmungen zum Beispiel sind farbiges Hören oder konsistente Zuordnen von Farben zu bestimmten Buchstaben oder Zahlen.2

Ein weiterer Teil des Visuellen Denkens umfasst die Semiotik. Auch als Zeichentheorie bekannt, arbeitet die Visuelle Sprache auf einer symbolhaften Ebene mit Elementen und Bilder, bei denen immer der soziale und kulturelle Hintergrund berücksichtigt werden muss.3 Das Gehirn interpretiert das Wahrgenommene und nimmt das empfangene Signal in einer Form von Emotion, Handlung oder Gedanken auf. Die Semiotik ist ein wichtiger Teil der Kommunikationssysteme, denn dadurch kann der zu vermittelnde Inhalt mithilfe der der symbolhaften Ebene aufgenommen und verarbeitet werden.

Bei Logos werden oft Symbole eingesetzt, da sie eine prägnante Abbildung eines Objektes sind.
Quelle: https://www.instagram.com/p/CYU8XJehlyL/

Die Visuelle Sprache lässt sich also in verschiedenen Teilbereichen gliedern, die alle miteinander verbunden sind. Wie bereits erwähnt, spielen Formen, Farben und Symbole dabei eine wichtige Rolle. Im Design wird stets Inhalt und Information vermittelt, die im Zusammenspiel mit einer Visuellen Sprache eine eigene Inhaltsebene erzeugen. Unterstützt wird diese Inhaltsebene oft mit fotografischen Elementen oder Bildern. Dieser Aspekt wird in den folgenden Blogposts betrachtet, damit verständlich wird, weshalb Fotografie als Teil der Visuellen Sprache gesehen wird. 


Quellen:

1 Vgl. Diefenbach, Marc: Workbook Visuelles Denken. Ideen generieren, Kundenskizzen anfertigen, Schibbeln schnell gestalten. BoD – Books on Demand (Hrsg.), 2013, S. 6
2 Vgl. Deutsche Synästhesie Gesellschaft e.V.: Was ist Synästhesie? http://www.synaesthesie.org/de/synaesthesie – Zugriff am 05.01.2022
3  Vgl. Fellbaum, Klaus: Sprachverarbeitung und Sprachübertragung. 2. Auflage, Springer Vieweg, 2012, S. 10

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