Analyse Live-TV-Show #1: Germany’s Next Topmodel

Meine bisherigen Blogposts behandelten die Theorie von Bühnengestaltung sowie die Geschichte des Fernsehens mit Fokus auf verschiedenen Designaspekten. Nun werden beliebte Live-TV-Formate analysiert – den Auftakt macht das Finale von Heidi Klum’s Castingshow Germany’s Next Topmodel.

Bei der Gestaltung einer Live-Fernseh-Show spielen viele Bereiche eine wichtige Rolle: Wie bei einer normalen Filmproduktion auch, lassen diese sich grob in drei relevante Ebenen gliedern, nämlich Inhalt, Bild- und Tontechnik sowie Bild- und Tongestaltung. In diesem Blogpost wird hauptsächlich die Gestaltung behandelt, wobei die drei Bereiche natürlich in Wechselwirkung zueinander stehen.

Bei der (Bild-)gestaltung von Live-Shows sollten unter anderem folgende Aspekte beachtet werden:

  • Location bzw. Bühne

Die Kulisse unterstreicht im besten Fall die Kernidee des Events. Grundsätzlich soll hier auf genügend Tiefe im Bild geachtet werden, was durch einen Vordergrund, ein Objekt und einen passenden Hintergrund erreicht werden kann. 

Bildkomposition aus der Fotografie: Vordergrund, Objekt, Hintergrund.
  • Kamera und Schnitt

„Bewegtbild heißt Bewegtbild, weil es bewegt ist.“, wie es der Regisseur Chris Cuhls beschreibt. Das Bild wirkt viel spannender auf das Publikum, wenn die Kamera nicht starr bleibt. Beim Schnitt ist festzustellen, dass ein jüngeres Publikum an schnelle Schnitte gewöhnt ist, wie sie oft auf Social Media zu finden sind. Hier sollte man sich an die Zielgruppe anpassen. 

  • Akteure

Ziel ist es, eine Verbindung zu den Zuschauern aufzubauen. Hier helfen Ansprachen direkt in die Kamera und die Sympathie bzw. Routine des Moderators. Auch die Kleidung sollte an den gesamten Stil angepasst sein, sonst wirken Sprecher eventuell wie Fremdkörper auf der Bühne. Sollte es eine Choreographie geben, muss diese perfekt beherrscht werden und die Personen hinter den Kameras sollten genau wissen, wann sie wo filmen müssen. 

  • Proben!

Anders als bei vorproduzierten Shows gibt es bei Live nur eine Chance, alles muss beim ersten Mal sitzen. Allerdings können diese Dinge vorher oft geprobt werden, sodass bei der Ausstrahlung möglichst wenig schiefgeht. Wichtig ist hier ein erfahrenes Team, dass auch spontan auf Abweichungen professionell reagieren kann, im besten Fall bekommt das Publikum kleine Fehler gar nicht mit. 

  • Motion Graphics

Elemente wie Logo-Animationen oder Bauchbinden komplettieren den Look einer Fernsehshow und sollten perfekt mit den anderen Gestaltungsmitteln abgestimmt werden. Diese Dinge sind bereits vorproduziert und werden bei der Show an sich nur mehr eingespielt. 

Das GNTM-Finale: Ein Ganz Netter TV-Moment!

Die bereits erwähnten Gestaltungsmittel zeigen sich bei nahezu allen Live-TV-Shows, so auch bei dem Finale von Germany’s Next Topmodel vom 26. Mai 2022. Bereits seit einigen Monaten läuft die sechzehnte Ausgabe von Heidi Klums Castingshow auf ProSieben. Bis auf das Finale werden dabei alle Folgen vorproduziert und wöchentlich ausgestrahlt. 

Die Sendung durchlief im Laufe der Zeit einige Veränderungen, was sich unter anderem am Logo erkennen lässt. Die Gründe dafür beschreibt der ProSieben-Marketingchef David Loy folgendermaßen: „Mit dem neuen Design akzentuieren wir den Style und Glamour der Show moderner und besser. Der gesamte Markenauftritt unterstützt stärker das internationale Flair der Show.“ Ein weiterer Punkt ist das Thema Diversity – Klum öffnete ihre Castingshow nämlich für Models aller Altersklassen und Körpergrößen. Aus diesem Grund wurde die Frauensilhouette aus dem Logo entfernt. 

Heidi Klum bereitet ihren Live-Auftritt akribisch vor, sie arbeitet dabei mit Spezialisten aus unterschiedlichsten Branchen zusammen. Angefangen bei der bekannten Choreografin Nikeata Thompson (arbeitete u.a. für Lena Meyer-Landrut und Seeed) über den Regisseur Mark Achterberg (Let’s Dance, The Voice of Germany) bis hin zu ihrer Stylistin Wendy Iles überlässt das Model nichts dem Zufall. 

Das Finale von Germany’s Next Topmodel fand in den MMC Film- und TV Studios Köln statt. Die MMC Studios bezeichnen sich selbst als führendes Produktionsstudio Deutschlands. Hier wurden bereits große Teile namhafter Filme wie zum Beispiel Die fabelhafte Welt der Amelie gedreht. 

Das diesjährige Gntm-Finale dauerte inklusive Werbepausen etwa 2,5 Stunden. Die Production Designerin Stefanie Probst setzte dabei auf kräftige Farben und abwechslungsreiche Bühnenbilder.

Multimediale Aufbereitung

Eine Live-TV-Show wie Germany’s Next Topmodel findet mittlerweile auf vielen verschiedenen Ebenen statt. Neben dem Hauptkanal – dem Fernsehen – gibt es noch einige Social Media Kanäle, die parallel bespielt werden. Abgesehen von den eigenen Kanälen produzieren auch Influencer Content, wie zum Beispiel die Youtuber Ramon und Max, die während der Pause auf ihrem Kanal „It-Girl Agenten“ einen Livestream starten und ihre Meinung zur Show äußern. 

Multimediale Aufbereitung des Gntm-Finales.

Zusätzlich führen zahlreiche Nachrichtenmedien einen Live-Ticker, wo alle Entscheidungen sofort gepostet werden. Auch das Publikum wird miteinbezogen, zum Beispiel kann bei der Vergabe bestimmter Awards abgestimmt werden. Dieses Content-Konvolut muss gut vorbereitet und koordiniert werden, damit das Live-Event reibungslos über die Bühne gehen kann. Trotzdem gilt: Ist die Show vorbei, geht sie doch noch weiter: Es werden nämlich oft Interviews gegeben, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Man könnte also sagen, dass das Finale durch Social Media bereits vor dem offiziellen Start beginnt und die generierte Aufmerksamkeit insgesamt noch einige Tage anhält. 

Let’s look back – Ein Abriss der Fernsehgeschichte

Vom Design über das Image bis zur Identity – Dieser Blogpost beschreibt die Entwicklung des modernen Fernsehens und dessen Gestaltungsmöglichkeiten.

Im deutschsprachigen Raum gewann das Fernsehen ab den 1950er Jahren zunehmend an Relevanz. Es entstanden immer mehr Sender und die Anzahl an Haushalten mit einem Fernseher nahm zu. Bis 1963 gab es in Deutschland allerdings nur ein Programm. Mit dem Aufkommen des Farbfernsehens 1967 gelang ein weiterer Meilenstein, auch wenn „buntes Fernsehen“ zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich teuer war. Im Laufe der 80er Jahre entstand das Privatfernsehen, wodurch eine Vielzahl weiterer Sender dazu kamen. Ein Jahrzehnt später, in den 90er Jahren, kam das Satellitenfernsehen dazu. 

So anders war Fernsehen früher | Liebenswert Magazin

Mit dieser Entwicklung wurde das Fernsehdesign ein wichtiger Faktor zur Kennzeichnung der verschiedenen Sender. Um sich von der Konkurrenz abzugrenzen, arbeiteten Sendungsgestalter:innen verstärkt an ihrem individuellen Bild-Design. Fernsehsender sehen sich seitdem als eigene Marke, erste Schritte in Richtung Corporate Identity sind bemerkbar. Auch entstehen mit dem Aufkommen des Internets eine ganze Reihe von neuen Anforderungen an das Design: Unter anderem entsteht das, was wir heute unter „Screendesign“ verstehen. Auch der zunehmende ökonomische Druck beeinflusste den Look der Fernsehsender, es wird vermehrt auf das Nutzungsverhalten der Zuschauer und die Anpassung an dieses geachtet. 

Als Zuschauer im TV-Studio: Klatscht gefällig(st)! - taz.de

Nach der Jahrtausendwende steigen die Zuschauerzahlen weiter an, allerdings wächst durch die vielen verschiedenen Sender auch der Konkurrenzdruck. Viele Formate halten sich nur kurz – manche von ihnen, wie zum Beispiel „Wer wird Millionär“, erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. 

Wer wird Millionär?

Heute sind die Produktionszyklen einer Corporate Identity merklich geringer als in den 90er Jahren, ebenso ist das Budget geschrumpft. Ganz allgemein wird die grafische Form der Sender immer wieder an den Zeitgeist angepasst, damit er dem aktuellen State of the Art entspricht. 

Die Corporate Identity eines Senders lässt sich in viele Bereiche gliedern:

  • Senderlogos
  • Werbetrenner
  • Trailer
  • Teaser
  • Vor- und Abspänne
  • moderne Formen (Social Media u.ä.)

Für das Corporate Design haben alle Sender bestimmte Style Guides entwickelt, um ein einheitliches Bild abzugeben. Während in den 90er Jahren die Sender auf eine ähnliche Aufmachung setzten, werden heute Abgrenzung und Individualität großgeschrieben. Viele Sender haben ihren Ursprung dennoch in den 80er Jahren. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Wiedererkennungswert aufrecht zu erhalten und trotzdem zeitgemäß aufzutreten – quasi ein Spagat zwischen Tradition und Innovation.

Quellen: 

Link, Barbara: Design der Bilder. Entwicklung des deutschen Fernsehdesigns: Vom Design über das Image zur Identity. 

Geschichte Österreich. Erfindung des Fernsehens. (https://www.geschichte-oesterreich.com/erfindungen/fernsehen.html )

Der Jahrhundertring

In meinem letzten Blogpost stellte ich bekannte Bühnenbilder vor, nun widme ich mich einem weiteren Meisterwerk: Der Inszenierung von Richard Wagners Ring des Nibelungen durch Patrice Chéreau und Richard Peduzzi.

Der französische Film- und Schauspielregisseur Chéreau arbeitete über viele Jahre hinweg für Theater-, Opern- und Filmproduktionen mit dem Bühnenbildner, Maler und Architekt Richard Peduzzi zusammen. Im Zuge des 100-jährigen Bestehens der Bayreuther Festspiele 1976 schufen die beiden mit dem sogenannten Jahrhundertring eine einmalige Interpretation von Wagners Werk.

Patrice Chéreau, 1944 bis 2013
Der französische Regisseur Patrice Chéreau.
Du côté de chez Richard Peduzzi
Richard Peduzzi – Architekt, Maler und Bühnenbildner aus Frankreich.

Regisseur Chéreau war damals um die 30 Jahre alt und hatte kaum Erfahrungen mit Operninszenierungen. Trotzdem ging man das Experiment ein und lies das Duo Chéreau und Peduzzi an den Aufführungen arbeiten. Chéreau hatte eine andere Herangehensweise als seine Vorgänger. Er ging davon aus, dass Richard Wagner in seinem Werk die sozialen und politischen Zustände seiner von Revolution geprägten Zeit widerspiegeln wollte. Konkret beschäftige er sich mit der kapitalistischen westlichen Welt im 19. Jahrhundert, die von Industrialisierung und sozialer Ungerechtigkeit geprägt war. 

Der Ring ist eine Beschreibung der schrecklichen Perversion der Gesellschaft, die sich in dieser Erhaltung der Macht begründet, den Mechanismen eines starken Staates und der Opposition.

Patrice Chéreau

Chéreau inszenierte die Götter nicht als mythische unantastbare Wesen, sondern stellte inneren Zwiespalt klar dar. Es gab im Jahrhundertring von 1976 kein Schwarz/Weiß, kein Gut oder Böse, sondern viele Grauabstufungen. Peduzzis Bühnenbilder unterstützten Chéreaus Intention ideal und ließen die Botschaft noch klarer hervorkommen. Die Gedanken und Gefühle der Schauspielenden standen in ständiger Wechselwirkung mit dem Bühnenbild und ergänzten sich gegenseitig. 

Das Publikum nahm die Inszenierung von Chéreau und Peduzzi extrem unterschiedlich auf. Die Gesellschaft der Festspielfreunde Bayreuth forderte gar eine Absetzung der Produktion. Andere jedoch begeisterten sich für die innovative Inszenierung. Diese gegensätzlichen Meinungen führten zu Tumulten im Publikum. 

Chéreau und Peduzzi trafen mit ihrer Interpretation den Puls der Zeit. Das Deutschland von 1976 befand sich im Umbruch, was sich bis zu einem gewissen Grad auch im Stück wiederfand. Bis heute gilt die Inszenierung von Chéreau und Peduzzi als Maßstab für weitere Produktionen. 

Der Filmemacher Brian Large dokumentierte die Produktion und hielt diese durch seine filmische Aufzeichnung auch für die Nachwelt fest.

Ready? Set Design!

In diesem Blogpost stelle ich einige inspirierende Bühnendesigner vor. Eigentlich liegt mein Fokus auf der Gestaltung von Fernsehsendungen – diese basieren allerdings auf einigen Prinzipien der klassischen Bühnengestaltung, weshalb ich hier einen kleinen Einblick in die Welt der Set Designer gebe.

Die Aufgaben eines Regisseurs oder Choreografen ist klar definiert, jeder kann sich etwas darunter vorstellen. Das Berufsbild eines Bühnenbildners ist unbekannter, da sie eine große Bandbreite aufweisen und als Personen nicht unmittelbar im Rampenlicht stehen. Jeder Bühnenbildner hat seine eigene Herangehensweise und wird von verschiedenen Dingen inspiriert. Herunterbrechen lässt sich die Arbeit aber auf den Entwurf von Skizzen und das Anfertigen maßstabgetreuer Modelle, nach deren Vorbild die Bühnenwerkstatt arbeitet. 

Bühnenbild-Skizze.

Das Anforderungsprofil für Bühnenbildner hat Tony Davis in seinem Buch „Stage Design“ definiert. Ihm zufolge sollten sie kritische Menschen mit geschichtlichem Wissen sein, die eine interdisziplinäre Intelligenz und Fantasie mitbringen und physische Formen eine Geschichte erzählen lassen können. 

Der deutsche Bühnenbildner Günther Schneider-Siemssen legte mit seinen „10 Geboten für Bühnenbildner“ die Grundregeln für ein gelungenes Bühnenbild fest. 

  1. Die Bühne soll als kosmischer oder universeller Raum entwickelt werden.
  2. Man muss alle Aspekte des Theaterdesigns erlernen.
  3. Man soll das Werk nicht erschlagen.
  4. Man soll einem guten Regisseur nicht untreu werden.
  5. Man soll dem Werk dienen und es auf der Bühne realisieren.
  6. Man sollte in der Lage sein, Musik visuell zu interpretieren und ansonsten die Hände von musikalischen Werken lassen.
  7. Man sollte mit den gesamten technischen Möglichkeiten der Bühne, einschließlich der Beleuchtung und den Spezialeffekten, umgehen können.
  8. Man soll das Budget nicht überziehen.
  9. Das Universelle und Kosmische soll in projizierten Lichträumen sichtbar werden.
  10. Man soll auf Goethe hören: „Für den Bühnenbildner ist der Schauspieler, Sänger oder Tänzer das Maß aller Dinge auf der Bühne.“

Schneider-Siemssen war am Landestheater in Salzburg tätig, wo er 1952 erstmals Projektionen als Gestaltungsmittel einsetzte. Später arbeitete er auch für das Salzburger Marionettentheater und an der Wiener Staatsoper. 

Entwürfe von Günther Schneider-Siemssen.

Schneider-Siemssen arbeitete wie die meisten Bühnenbildner hauptsächlich für Theater- oder Opernproduktionen, ganz im Gegensatz zu JC Serroni. Der brasilianische Allround-Künstler studierte Architektur und ist in vielen Bereichen tätig. Er arbeitete für Samba-Schulen während des Karnevals in Rio de Janeiro sowie für das Schulfernsehen und Theaterproduktionen, welche ihm am meisten zusagten: 

“Nachdem ich mein Studium der Architektur beendet hatte und Erfahrungen beim Schulfernsehen sowie dem kommerziellen Fernsehen gesammelt hatte, übte Theater sehr viel mehr Faszination auf mich aus.”

JC Serroni
Serroni arbeitete neben klassischen Theaterproduktionen auch für ausgefallenere Shows.

Ein weiterer inspirierender Bühnenbildner ist Richard Hudson. Er stammt aus Simbabwe und studierte in England an der Wimbledon School of Art. Sein Stil bewegt sich zwischen Konvention und Avantgarde, er zeigt dabei großes handwerkliches Können und Respekt vor dem traditionellen Kunsthandwerk. Sein bekanntestes Bühnenbild ist wohl das von „The Lion King“. Hudson arbeitete gern daran, wie er selbst sagt:

“Das Projekt Lion King war deshalb sehr verlockend, weil man mir klargemacht hatte, dass das Management entschieden dagegen war, dass es dem Film ähneln sollte.

Richard hudson
Ausschnitt aus Hudsons Bühnenbild von The Lion King.

Hudson zufolge sei es für einen Bühnenbildner essentiell, „an die Szenenwechsel zu denken, also daran, wie das Bühnenbild gezeigt wird und wie es wieder vor den Augen des Publikums verschwindet.“

Von Setdesign zu Motion Graphics

Mein erster Blogpost handelte von allgemeinem Setdesign bei großen Fernseh-Events. Mittlerweile habe ich das Thema etwas eingegrenzt – und zwar liegt mein Fokus nun auf den vorproduzierten Elementen einer großen Live-TV-Show, wie zum Beispiel Intro, Trailer oder die Vorstellung der Künstler:innen. Bei dem sogenannten On Air Design kommen oft Motion Graphics gemeinsam mit Kamerabewegungen und 3D-Elementen zum Einsatz, die ich in den kommenden Blogposts näher betrachten möchte.

Um einen Überblick über den aktuellen State of the Art solcher Produktionen zu bekommen, stelle ich in diesem Post einige Best Practice Beispiele vor.

Dieses Video zeigt das Intro für die Grimme-Preis-Verleihung zwischen 2005 und 2016. Der Journalist, Autor und Regisseur Markus Thiele produzierte den Einspielfilm. Er zeigt dabei tausende kleine Monitore, die Ausschnitte der preisgekrönten Filme darstellen. Verwendete Programme waren bei diesem Intro Avid Mojo DX, After Effects, 3ds Max, Maya und Photoshop.

Der Eurovision Song Contest ist bekannt für seine aufwendigen Inszenierungen. Das wird auch am Intro von 2015 ersichtlich. Gezeigt wird eine rasante Kamerafahrt, die verschiedene Städte zeigt. Dabei bleibt der Hintergrund schwarz, nur die Sehenswürdigkeiten der Städte sind in diesen Farben erleuchtet:

Der untenstehende TV Spot wurde von der Wiener Design Agentur Media Apparat erstellt. Sie zeigt das Intro für ein Business Meeting von 2500 Pionieren im Bereich Start Up, Investment und Technologie. 

Diese Art von Motion Design ist sehr zeitintensiv, vor allem wenn jeder einzelne Frame selbst erstellt wird. Um ressourcenschonend zu arbeiten, greifen Agenturen oft auf Templates zu, die dann entsprechend angepasst werden. Ein Beispiel für ein solches Template ist das folgende von Envato Elements: 

https://elements.envato.com/de/the-stage-is-yours-VRS496Z

It’s lit: Bühnendesign bei großen Events

Die Eurovision-Songcontest Bühne 2015 in Wien.
Source: https://www.eurovision.de/news/Aufbau-der-ESC-Location,wien206.html

Durch riesige LED-Wände, bewegliche Bühnenelemente und Lichttechnik entstehen eindrucksvolle Bühnenbilder, die sich perfekt an die Umgebung und die Darbietung anpassen. Ein Beispiel für beeindruckendes Bühnendesign ist der Eurovision Song Contest. Für jeden Künstler wird ein eigenes Bühnenbild erstellt, das auf die jeweilige Performance abgestimmt ist und trotzdem ins große Ganze der Veranstaltung passen muss. 

Es gibt aber auch Shows und Konzerte, die komplett auf Lichttechnik in Verbindung mit animierten Figuren setzen, also ohne menschliche Performance auf der Bühne auskommen. Ein Beispiel dafür ist die virtuelle Band Gorillaz, die für einige Jahre nur dreidimensionale animierte Hologramme auftreten ließ. 

Diese Konstruktion ist 44 Meter breit, ohne einen Kran wären die Aufbauarbeiten unmöglich.
Source: https://www.eurovision.de/news/Aufbau-der-ESC-Location,wien206.html

Ich möchte mich in bewegtes Bühnenbild/Set-Design einlesen und die heutigen Möglichkeiten darin ausleuchten. 

  • Welche Performances im Bereich Musik/Theater finden ohne menschliche Beteiligung statt?
  • Wieso entschied sich die virtuelle Band Gorillaz doch zu einem persönlichen Auftritt bei Konzerten?
  • Welche Möglichkeiten der Gestaltung bieten LED-Wände etc und wie werden sie eingesetzt?

In folgenden Blogposts möchte ich das Thema konkretisieren und Interviews mit Set-Designern/Bühnengestaltern führen, um Einblicke in deren Arbeitsweise zu bekommen.

Literatur/Inspirationen:

https://www.eurovision.de/news/ESC-2020-Buehne-fuer-Rotterdam-konzipiert,stage116.html

https://www.eurovision.de/news/Interview-mit-Buehnendesigner-Florian-Wieder,wieder102.html

https://thewonderfulworldofsound.wordpress.com/

https://www.plexiglas.de/de/anwendungen/esc-spektakulaeres-buehnendesign-fuer-das-mega-event

https://www.prospect-news.at/licht/song-contest-1-800-mal-praezisionsarbeit

https://www.eurovision.de/news/Aufbau-der-ESC-Location,wien206.html