Sustainable Branding: Best Practices

Dieses Semester habe ich mich zunächst mit den wichtigsten Begriffsdefinitionen und Problemen der nachhaltigen Markengestaltung beschäftigt. Das größte Problem, auf das ich auch näher eingegangen bin, ist wohl Greenwashing. In den letzten beiden Blogbeiträgen, habe ich mich nun mit verschiedenen Methoden des nachhaltigen Designs und der Bedeutung der Kreislaufwirtschaft auseinandergesetzt.
Ebenso wie zu Greenwashing, habe ich natürlich auch dazu Beispiele gesammelt, die diese Methoden bereits erfolgreich anwenden. Der Grat zwischen sustainable Branding und Greenwashing ist sehr schmal. Selbst wenn es nicht beabsichtigt ist, kann der kleinste Fehler in der Markenkommunikation zu einem erheblichen Vertrauensverlust bei der Zielgruppe führen. Um sicherzustellen, dass nachhaltiges Marketing so ankommt, wie es beabsichtigt ist, müssen daher eine Reihe von Faktoren berücksichtigt werden.

  1. Ehrlichkeit ist die absolute Grundvoraussetzung: Hier gilt es sich die Frage zu stellen, ob das eigene Unternehmen wirklich nachhaltig handelt und wo es Verbesserungspotential gibt. Sozial-, Menschenrechts- und Umweltschutzstandards müssen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg nachweislich eingehalten werden.
  2. Halte dich an das, was du predigst: Nachhaltigkeit muss ein integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie werden, die von allen Mitarbeiter*innen innerhalb und außerhalb des Unternehmens gelebt und vertreten wird. Dazu muss die Nachhaltigkeitsstrategie auch intern erfolgreich kommuniziert werden.
  3. Offene Kommunikation: Die Werte des Unternehmens sollten auch nach außen kommuniziert werden und dabei mit Inhalten und anschaulichen Beispielen gefüllt werden.
  4. Finger weg von Moralpredigten: Nachhaltige Unternehmenskultur und Wertschöpfung dürfen nicht Gegenstand einer moralischen Überlegenheit gegenüber anderen Unternehmen sein. Das Unternehmen sollte eine klare Position beziehen, aber dabei nicht mit dem Finger auf andere zeigen.

Im folgenden möchte ich gerne einen kleinen Einblick in einige der erfolgreichen Beispiele geben.

Tony’s Chocolonely

Tony’s Chocolonely ist ein niederländisches Unternehmen, das sich dafür einsetzt, dass die Kakaoindustrie fair und von Sklaverei befreit wird. Dafür hat das Unternehmen bei der Beschaffung der Kakaobohnen fünf Prinzipien, die es verfolgt:

  1. Rückverfolgbare Kakaobohnen: Das Unternehmen kauft keine Bohnen, von denen es die genaue Herkunft nicht kennt. Denn es ist gut möglich, dass diese Bohnen von Menschen angebaut wurden, die zu illegaler Kinderarbeit oder sogar moderner Sklaverei gezwungen wurden. Stattdessen kooperieren sie direkt mit Kakaobauer*innen.
  2. Ein höherer Preis: Tony’s Chocolonely zahlt den Kakaobauer*innen faire Preise (deutlich über dem Marktpreis), so können diese ein existenzsicherndes Einkommen erzielen.
  3. Starke Bauer*innen: Das Unternehmen versucht, die Arbeit des Kakaoanbaus sicher und nachhaltig zu gestalten. Auf diese Weise können die Bauer*innen stark sein und sind besser gerüstet, um strukturelle Veränderungen vorzunehmen und Ungleichheiten in der Wertschöpfungskette zu korrigieren.
  4. Langfristigkeit: Tony’s Chocolonely verpflichtet sich, mit jeder Kooperation mindestens fünf Jahre zu einem höheren Preis zu verkaufen. Dies sorgt für Einkommenssicherheit und ermöglicht den Partner*innen bessere finanzielle Entscheidungen bei Investitionen und Kostendeckung.
  5. Qualität und Produktivität: Das Unternehmen strebt danach, immer besser zu werden und mehr zu lernen. Das große Ziel dabei ist eine gerechtere Branche. Deshalb investiert Tony’s auch in aktuelles landwirtschaftliches Wissen, Fertigkeiten und Innovationen beim Anbau von Kakao und anderen Nutzpflanzen. Nachhaltige Praktiken wie die Kompostierung tragen beispielsweise dazu bei, die Abfallmenge und den CO2-Fußabdruck zu verringern. Und gesündere Betriebe erzielen höhere Erträge und müssen weniger in die Wälder eindringen. Die Professionalisierung des Anbaus ermöglicht eine höhere Qualität und Produktivität, so dass die bestehenden Landwirtschaftspartner*innen stets den Gewinn sichern können.
Beschaffungs-Prinzipien Tony’s Chocolonely

Patagonia

Patagonia ist eine der nachhaltigsten Bekleidungsmarken in der Sport- und Outdoor-Branche und arbeitet bereits seit mehr als zwanzig Jahren an der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie. Ein Prozent des Umsatzes geht an Umweltorganisationen, und es werden Workshops organisiert, in denen die Verbraucher*innen lernen, wie sie ihre eigene Kleidung und ihre Sachen reparieren können – oder Patagonia repariert sie für sie. Die Kleidung muss dabei auch nicht von Patagonia sein.

Im Jahr 2019 kündigte CEO Rose Marcario an, dass die Outdoor-Bekleidungsmarke bis 2025 vollständig CO2-neutral sein will. Patagonia wird versuchen, bis dahin einen vollständig nachhaltigen Produktionszyklus zu haben. Das Unternehmen wird Solarenergie nutzen und strenge Standards in Bezug auf Produktionsmaterialien und die Verwendung von Rohstoffen einhalten.

Non-Profit 1% for the planet von Patagonia

Pangaia

Das Fashion- und Materialforschungs-Unternehmen Pangaia will die Umwelt retten. Dafür entwickelt das Unternehmen laufen umweltfreundliche Material-Technologien, wie z. B. Daunen aus Blumen oder Garn aus Seegras. Dabei sind alle von Pangaia entwickelten Technologien open source, können also frei verwendet werden.

Beyond Meat

Ein großes Problem in Bezug auf den Klimawandel ist, und wird immer mehr, die Fleischindustrie. Beyond Meat entwickelt pflanzliche “Fleisch”-Produkte, die besser für die menschliche Gesundheit, die Umwelt, den Klimawandel und die Tiere sind und dabei geschmacklich auch Personen ansprechen, die eigentlich gerne Fleisch essen.

Ausblick zweites Semester

In den kommenden Wochen möchte ich mich gerne etwas tiefer mit nachhaltigen Methoden für Designer*innen beschäftigen und dabei weitere Möglichkeiten entdecken, wie diese in ihrer Designarbeit nachhaltig agieren können. Dazu möchte ich auch gerne selbst einige nachhaltige Materialien und Alternativen ausprobieren.


Quellen:

Sustainable marketing: strategies and best practices for Green Marketing
https://dmexco.com/stories/sustainable-marketing-strategies-and-best-practices-for-green-marketing/
5 sustainable businesses in 2021 and their best practices:
https://flygrn.com/blog/sustainable-businesses-best-practices
What makes Patagonia a World Leader in Sustainability
https://medium.com/climate-conscious/what-makes-patagonia-a-world-leader-in-sustainability-486073f0daa
11 eco-friendly brands that put the planet first
https://en.99designs.at/blog/business/eco-friendly-brands/
Branding for Sustainability: Five Principles for Leveraging Brands to Create Shared Value
https://www.csrwire.com/press_releases/14047-branding-for-sustainability-five-principles-for-leveraging-brands-to-create-shared-value
Tony’s Five Sourcing Principles
https://tonyschocolonely.com/nl/en/our-mission/serious-statements/tonys-5-sourcing-principles
Pangaia Lab
https://thepangaia.com/pages/lab

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