Digitalisierung analoger Fotografien

Der dritte Blogeintrag befasste sich mit der analogen Doppelbelichtung, die nicht ganz so funktioniert hatte, wie geplant. Mit den Abzügen erhielt ich die Filmstreifen, die ich zuvor mit der analogen Kamera belichtet hatte. Die Filmstreifen waren nahezu komplett leer, da irgendein Arbeitsschritt oder mehrere Schritte im Prozess fehlerhaft waren. Jedoch bemerkte ich, dass ein paar weitere Fotos auf den Filmstreifen zu erkenn waren, die ich nicht als Abzüge erhielt. 

Das hielt ich für einen Ausgangspunkt für ein weiteres Experiment und nahm mir vor, die Negative zu digitalisieren. Gewöhnlich werden Negative mit einem speziellen Gerät gescannt und dann digitalisiert. Ähnlich funktioniert das auch bei Kleinbild-Dias. Da ich aber so ein Gerät nicht besitze, habe ich einen anderen Weg gefunden, wie ich die kleinen Fotos vergrößern und digitalisieren kann. Auch hier begann ich das Equipment meines Großvaters zu nutzen. Das „Hama Video Copier“ ist ein Hilfsmittel, in das Kleinbild-Dias eingesteckt und betrachtet werden können. Es wurde oftmals für den Videoschnitt verwendet. Es handelt sich um ein Vorsatzgerät für Videokameras zum Überspielen von Dias und Negativen. Dieses Gerät wurde eignete sich deshalb sehr gut für die Digitalisierung. 

Abbildung 1: Hama Video Kopierer Vorsatz

Abbildung 2: Hama Video Kopierer Vorsatz

Hierfür wurden die Filmstreifen eingesteckt und gegen das Licht gehalten. Nun wurde mit der Systemkamera XT-3 der Marke Fujifilm und einem 35mm f1.4 sechs Negative abfotografiert.

Im zweiten Schritt wurde das Negativ farblich umgekehrt – ein negatives Negativ entstand. So wurden die Farben wieder umgekehrt und das Foto ähnelte dem bereits zugeschickten Abzug. 

Für die Weiterverarbeitung wurden acht weitere Arbeitsschritte festgelegt, bei denen Farben und Kontrast angepasst wurden. 

01: Original
02: Negativ (Farben umgekehrt)
03: Negativ Ausschnitt
04: Anpassung der Helligkeit, Farbbalance und Kanäle + selektive Farbkorrektur
05: Fotofilter (Anpassung Farbtemperatur)
06: Anpassung der Gradiationskurve 
07: Verwendung Colour Lookup: 2Strip.look
08: Verwendung Colour Lookup: Candellight.CUBE
09: Verwendung Colour Lookup: FallColors.Look
10: Schwarzweiß

Die definierten Arbeitsschritte dienten als Parameter, um die Fotos anschließend miteinander vergleichen zu können. Bei den Negativen A, C, D und E funktionierte es sehr gut. Die Motive sind nach der Digitalisierung gut zu erkennen, auch wenn die Abzüge ein wenig verpixelt und unscharf sind. Bei den beiden anderen Negativen B und F funktionierte es ebenfalls, jedoch ist nicht viel zu erkennen, da viele Bereiche die Fotos dunkel erscheinen lassen. 

Abbildung 3: Negativ A und Weiterbearbeitung

Abbildung 4: Negativ B und Weiterbearbeitung

Abbildung 5: Negativ C und Weiterbearbeitung

Abbildung 6: Negativ D und Weiterbearbeitung

Abbildung 7: Negativ E und Weiterbearbeitung

Abbildung 8: Negativ F und Weiterbearbeitung

Um die farblichen Unterschiede der einzelnen Parameter noch mehr zu erkennen, wurden animierte gifs in Photoshop erstellt. Die Ergebnisse zeigen zwar leicht verpixelte Fotos, doch der Charme der Analogfotografie ging auch in den digitalen Arbeitsschritten nicht verloren. Einerseits liegt das an den Farben und den ausgewählten Motiven, andererseits auch an teils über- oder unterbelichteten Bereichen. Die kleinen Löcher der Negative erzeugen an den Rändern auch dunklere Streifen, was ebenfalls zum analogen Erscheinungsbild beiträgt. 

Animiertes gif 1: Negativ A

Animiertes gif 2: Negativ B

Animiertes gif 3: Negativ C

Animiertes gif 4: Negativ D

Animiertes gif 5: Negativ E

Animiertes gif 6: Negativ F

Bildnachweise:
Abbildung 1 – 8: Miriam Rein
Animiertes gif 1 – 6: Miriam Rein

Wie zwei Priester eine Schrift entwickelt haben

Die glagolistische Schrift ist das älteste slawische Alphabet und neben kyrillisch eines der beiden slawischen Alphabete. Die Schrift wurde entwickelt, um die Evangelien und liturgischen Bücher in die slawischen Sprachen zu übersetzen. In der Wissenschaft ist allgemein anerkannt, dass das glagolitische Alphabet älter als das kyrillische ist. Anders als im kyrillischen Alphabet, das durch spontane Langzeitanpassung des griechischen Alphabets entstanden ist, ist das glagolitische Alphabet, als Schriftsystem des aus Thessaloniki stammenden Gelehrten Kyrill und seinem Bruder Method entwickelt worden.

Ziel war es die damals mährischen Slawen im 9. Jahrhundert zu erziehen und aufzuklären. Sie kamen auf Einladung des Fürsten Rastislav mit Unterstützung des byzantinischen Kaisers Michael III. nach Mähren. Für diese Mission übersetzten die Brüder auch die wichtigsten liturgischen Texte aus dem Griechischen ins Altslawische bzw. Altkirchenslawische. Diese Sprache gilt als die erste Literatursprache aller Slawen, und die meisten Gelehrten glauben, dass sie auf der Grundlage des südmazedonischen Dialekts um Thessaloniki entstanden ist.

Von der glagolitischen zur kyrillischen Schrift

Das frühe kyrillische Alphabet wurde im Ersten Bulgarischen Reich entwickelt und später von den Schülern Kliment und Naum in den Schulen von Ohrid und Preslav des Zaren Boris I. von Bulgarien als Vereinfachung des glagolitischen Alphabets. Die Schrift wurde von den Schülern der Heiligen Kyrill und Methodius in der Preslaver Literaturschule Ende des 9. Jahrhunderts entwickelt. Nach dem Tod von Kyrill begleitete Clemens von Ohrid Methodius von Rom nach Pannonien und Großmähren. Nachdem er einige Zeit im Gefängnis verbracht hatte, wurde er aus Großmähren vertrieben und erreichte 885 oder 886 zusammen mit Naum von Preslav, Angelarius und möglicherweise Gorazd die Grenzen des bulgarischen Reiches. Die vier wurden anschließend in die bulgarische Hauptstadt Pliska geschickt, wo sie von Zar Boris I. von Bulgarien beauftragt wurden, den künftigen Klerus des Staates in der slawischen Sprache zu unterrichten.

Nach der Annahme des Christentums im Jahr 865 wurden die religiösen Zeremonien in Bulgarien aus dem Byzantinischen Reich entsandten Geistlichen in griechischer Sprache abgehalten. Aus Angst vor dem wachsenden byzantinischen Einfluss und der Schwächung des Staates sah Boris in der Übernahme der altslawischen Sprache eine Möglichkeit, die politische Unabhängigkeit und Stabilität Bulgariens zu bewahren, und gründete zwei Literaturschulen in Pliska und Ohrid, in denen Theologie in slawischer Sprache gelehrt werden sollte. Während sich Naum von Preslav in Pliska aufhielt und an der Gründung der Literaturschule Pliska arbeitete, wurde Clemens von Boris I. beauftragt, den Theologieunterricht für künftige Geistliche in Altkirchenslawisch an der Literaturschule Ohrid zu organisieren.

Kyrillisch als Typografie

Die Entwicklung der kyrillischen Typografie ging direkt vom Mittelalter zum Spätbarock über, ohne eine Renaissancephase wie in Westeuropa. Die spätmittelalterlichen kyrillischen Buchstaben (die als vyaz’ kategorisiert werden und noch heute auf vielen Ikoneninschriften zu finden sind) weisen eine ausgeprägte Tendenz zu sehr hohen und schmalen Buchstaben auf, wobei die Striche oft zwischen benachbarten Buchstaben geteilt werden. Peter der Große, Zar von Russland, ordnete im frühen 18. Jahrhundert die Verwendung westlicher Buchstabenformen an.

Im Laufe der Zeit wurden diese von den anderen Sprachen, die die Schrift verwendeten, weitgehend übernommen. Im Gegensatz zu den meisten modernen griechischen Schriften, die ihre eigenen Gestaltungsprinzipien für Kleinbuchstaben beibehalten haben (z. B. die Platzierung der Serifen, die Form der Strichenden und die Regeln für die Strichstärke, obwohl die griechischen Großbuchstaben lateinische Gestaltungsprinzipien verwenden), sind die modernen kyrillischen Schriften den modernen lateinischen Schriften der gleichen Schriftfamilie sehr ähnlich. Die Entwicklung einiger kyrillischer Computerschriften aus lateinischen Schriften hat ebenfalls zur visuellen Latinisierung der kyrillischen Schrift beigetragen.

Ein Experiment – nun doch

Zumindest ein Gedanken-Experiment. Neben der im vorigen Artikel aufgeworfenen Frage der Eingrenzung, stellt sich natürlich sehr zentral – seit Beginn meiner Recherche – die Frage, was ein Möglicher Output, Produkt oÄ. im Falle der Weiterführung meines Themas bis zur Masterarbeit sein kann. Diese Frage darf ich nach wie vor mit einem Fragezeichen beantworten, ein Ergebnis (von vielen Möglichen) könnte ein Studienplan bzw eine ideologische Ausrichtung eines Designstudiums sein. Auch wenn dieses Ergebnis ein sehr theoretisches ist und mich schon in der Recherche der inhaltlich konkrete Übungsplan stärker interessiert hat, als tiefenphilosophische Überlegungen. Schließlich ist es für mich auch das, was ich einerseits im Berufsleben mache (mir aufgrund der Leistungen der Schüler und meiner Erfahrung aus der Berufspraxis heraus zu überlegen, welche Übung etwaige Problem löst) und andererseits muss auch die letzte Konsequenz einer tiefenphilosophischen Überlegung im Lehralltag ankommen, sonst bleibt sie Theorie. Ein Lehrplan ist jedoch die Basis für die Umsetzung in Übungs- und Theorieform, und dieser Lehrplan muss die Grundhaltung einer Ausbildung widerspiegeln – die Katze beißt sich also in den Schwanz.

Als Experiment möchte ich nun – im Warten auf Antworten – mir meine eigenen Fragen beantworten, und zum Zwecke der Grenzenauslotung radikalere Positionen beziehen, schlichtweg, um ein Spannungsfeld aufzubauen. Eine Position die ich beziehen möchte ist die eines wirtschaftlich orientierten Realisten.

Technologische Entwicklungen: Eine Ausbildung muss am allerneuesten Stand der Technologie sein um zukünftig wettbewerbsfähige Designer hervorzubringen. Neue Tools müssen detailliert gelehrt und eingesetzt werden, aus Zeitgründen muss eine starke Eigeninitiative der Studenten gefordert werden. Dies impliziert auch das Weglassen klassischer, veralteter Technologien, es hat keinen Sinn mehr, heute über Bleisatz und Geviert zu reden, aus diesem Wissen entsteht kein Vorteil.

Spezialisierung oder Generalisierung? Definitiv Spezialisierung. Nur Spezialisten können sich durchsetzen, es muss also sehr früh eine konkrete Richtung im Studium eingeschlagen werden. Allgemeine Wissensbereiche sind auf Kosten von Fachwissen vernachlässigbar, dieses Fachwissen muss in praktisch anwendbarer Form vermittelt werden. Eine Ausbildung im 21. Jahrhundert kann sich nicht leisten, nicht direkt im Berufsleben verwertbare Inhalte zu kommunizieren. Die Richtungen der Spezialisierungen können in einer gestalterischen Ausbildungsrichtung (keine Content-Erstellung) nur in Richtungen von UI/UX Design sowie Interaction Design bzw Motion Design gehen.

Programmschulung in Zeiten von YouTube Tutorials? Ja, weil ein professioneller Standard gelehrt werden muss, der als Grundlage für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit dient. Die wichtigsten Anwenderprogramme müssen beherrscht werden und vor allem muss eine solide Basis an Programmierung beherrscht werden. In einer Berufswelt, die fast ausschließlich digital ist, muss das tiefgreifende Verstehen und selber anwenden des Werkzeuges Teil der Ausbildung sein.

Projekte aus der Praxis oder künstlerisches Experiment? Zweiteres ist zu vernachlässigen. Es werden Designer gebraucht, keine Künstler, dafür gibt es eigene Studien. Die Ausbildung muss ab den allerersten Grundlagen von möglichst realen Projekten begleitet werden. Anwendung kann nur im Industrie-Kontext sinnvoll sein. Nur dadurch kann der Berufsalltag vorweggenommen werden und ideal darauf vorbereitet werden. Projekte zur Selbstverwirklichung haben ihren Platz anderswo, in der Realität steht am Ende immer ein Kunde, der eine Arbeit kaufen muss. Die Umsetzung des gelernten in Praktika, welche thematisch genau zu überprüfen sind, muss in den Unterrichtsferien Zeiten verpflichtend sein.

Grundlegend kann gesagt werden, dass die Ausbildung eine hochspezialisierte, praxisnahe und in enger Verflechtung mit der Wirtschaft befindliche Systematik braucht, welche gezielt am Puls der Zeit ist, technologisch am allerneuesten Stand und diesen Stand in hoher Qualität liefert. Darum werden obsolet gewordene Lehrinhalte und Technologien entschieden abgelehnt, um im genau aus der Arbeitswelt definierten Berufsdefinitionen eine maximale Tiefe zu erreichen. Kernthemen sind Web-Developement, Usability, UX/UI Design, Data-Visualization, Motion Design usw. 

Analoge Doppelbelichtung mit der Sofortbildkamera

Das Experimentieren geht weiter: Nachdem die Doppelbelichtung digital sehr gut geklappt hat, war das Ergebnis der analoge Doppelbelichtung anders als erwartet. Nun wird ebenfalls wieder analog belichtet. Als Werkzeug dient eine Polaroidkamera. Die Art von Kameras erfreuen sich in den letzten Jahren an steigender Beliebtheit, denn nach dem Auslösen wird sofort das Foto ausgedruckt. Nach ein paar Minuten ist das Ergebnis fertig: der belichtete Film hast sich selbst fertig entwickelt. Es entstehen dabei Unikate, Momentaufnahmen, ohne dass eine digitale Datei existiert. Polaroids werden heute oft auf Geburtstagen, Hochzeiten, Reisen oder sonstigen Events genutzt. Seit über 70 Jahren gibt es die Sofortbildkamera. Damals war es ein revolutionärer Durchbruch, da keine Negative entwickelt werden mussten und das Foto sofort fertig war. 

Heute dominieren die „Instax“ Sofortbildkameras den Markt, sie gehören zur Marke Fujifilm. Es gibt die Kameras in unterschiedlichen Modellen, die Fotos unterscheiden sich teilweise in der Größe. Auch gibt es Schwarz-Weiß oder Sepia Filme. Verschiedene Modi können verwendet werden, um ein gut belichtetes Polaroid in unterschiedlichen Lichtverhältnissen erstellen zu können. 

Die Instax SQ6 wurde für das Experiment genutzt. Sie besitzt den Modus, Doppelbelichtungen durchzuführen. Das erste Motiv sollte ein freistehendes Objekt sein, am besten eignen sich Motive for einem hellen Hintergrund. Möglich ist auch dass die Kamera Richtung Himmel gehalten wird, sodass der Himmel den hellen Hintergrund bildet. Für das zweite Motiv können Motive gewählt werden, die eine Struktur oder Pattern haben. Beispielsweise eignen sich Wiesen, Blätter, Mauern,  Fassaden usw. dafür. Danach sollte die Silhouette des ersten Motives gefüllt mit dem zweiten Motiv die Doppelbelichtung ergeben. 

Das erste Bild zeigt die Silhouette einer Hand. Sie ist mit grünen Blättern gefüllt. Diese sind noch ganz leicht im weißen Hintergrund zu erkennen. Oben rechts in der Ecke befindet sich auch eine grüne Stelle. Wahrscheinlich ist das ein Ast eines Baumes, der noch in das erste Motiv geragt ist.
Für den zweiten Versuch der Doppelbelichtung wurde zuerst ein Baum und dann eine orangene Hauswand abfotografiert. Auch hier hat es super funktioniert, denn die Silhouette des Baumes ist noch sehr gut zu erkennen und die Fassade füllt nun die Fläche des Baumes.
Bei der dritten Doppelbelichtung wurde der Spieß umgedreht und zuerst ein urbanes Objekt, dann ein Objekt aus der Natur fotografiert. Ein städtisches Gebäude und die Straßenlaternen sind zu erkennen, sie sind gefüllt mit grünem Gras. Doch hier passierte ein kleiner Fehler: Der Haltegurt der Kamera rutschte ins Bild mit rein und wurde auch belichtet. So bekam das Polaroid ein etwas  unerwartetes Aussehen.
Beim vierten Versuch wurde eine Person fotografiert, danach ein Kopfsteinpflaster, welches auch außerhalb der Person zu erkennen ist. Wahrscheinlich war der Himmel nicht hell genug, sodass in diesen Bereichen das analoge Freistellen nicht zu hundert Prozent funktioniert. 

Bei der letzten Doppelbelichtung diente eine Kirche als erstes Motiv. Danach wurde ein Rosenbusch fotografiert. Hier ist die Polaroid in Sachen Fokussierung an ihre Grenzen gekommen: die Rose, die fokussiert wurde, ist unscharf. Dafür sind die Blätter und Äste, die etwas weiter weg von der Linse waren, scharf. Wie beim vierten Versuch ist auch hier das „Muster“ im Himmel zu erkennen. 

Die Versuche haben gezeigt, dass die Doppelbelichtung mit einer Sofortbildkamera gut funktionieren. Vorausgesetzt es werden wirklich freistehende Objekte genommen. Sobald es dunklere Bereiche im ersten Motiv fotografiert werden, werden diese auch beim zweiten Foto mit belichtet. Ein weiterer Punkt, der sehr spannend ist, ist das kurze Warten auf das Ergebnis. Nach ein paar Minuten waren alle Polaroids entwickelt. Außerdem finde ich die Farben und den Look der Fotos sehr ästhetisch und ansprechend. Die Grün- und Rottöne passen super zum grauen Asphalt. Hier hat sich also gezeigt, dass sich auch unterschiedlich farbliche Motive mit der Kamera fotografieren lassen können und ein Bearbeiten nicht notwendig ist. Das wäre hier in diesem Fall auch nicht gedacht, da keine digitalen Dateien existieren. 

Abbildung 1: durchgeführte Doppelbelichtungen mit einer Sofortbildkamera

Bildnachweis:
Abbildung 1: Miriam Rein

Analoge Doppelbelichtung – Failed?

Zentraler Bestandteil der Recherche ist die Gegenüberstellung von analoger und digitaler Fotografie. Da im letzten Eintrag die digitale Doppelbelichtung thematisiert wurde, handelt nun dieser Blogeintrag um die analoge Fotografie. Als Unterschied dazu wurden Fotografien mit der analogen Spiegelreflex compact-reflex der Marke Porst erstellt (s. Abbildung 1). Bisher habe ich kaum Erfahrungen mit analoger Fotografie gemacht und mich nie wirklich damit beschäftigt. Ab und zu nutze ich analoge Einwegkameras. Doch bei diesen Kameras ist es kaum möglich, individuelle Einstellungen vorzunehmen und sie an die Lichtverhältnisse anzupassen. Die Kamera, die ich jetzt nutze, gehörte meinem Opa, der Fotograf war und sich bestens damit auskannte. Leider kann er mir die Technik und Funktionen nicht mehr erklären, so beschäftige ich mich selbst damit, eigne mir das Können selbst an und nutze sein Equipment weiter. 

Verwendet wurde ein 24er Film der Marke Kodak mit der ISO 400. Nachdem der Film voll war, brachte ich ihn zum Entwickeln – und dann passierte genau das, was bei digitaler Fotografie nie der Fall ist: Der Film wurde womöglich falsch belichtet, nicht richtig weitergedreht oder die Kamera wurde nicht richtig eingestellt. Denn von den 24 Fotos kamen nur 5 entwickelte Bilder zurück, auf denen teilweise kaum was zu erkennen ist. 

Doch genau das macht analoge Fotografie aus. Tage auf das Ergebnis zu warten und dann bemerken, dass etwas nicht geklappt hat. Das Ergebnis ist anders als erwartet, trotzdem hat es für mich funktioniert. Ich möchte nicht von „falschen“ Fotos sprechen, denn solche Fotos hätte ich nie mit der digitalen Kamera machen können. Das Ergebnis ist etwas unerwartetes und für mich sehr spannend, da es die kreative Arbeit ankurbelt und in eine unbekannte Richtung lenkt.

Da alle Bilder einen „Fehler“ aufweisen, passen sie in irgendeiner Weise sehr gut zusammen. Schwarze Bereiche kennzeichnen die Fotos. Auffallend sind die Fotos 1 und 2, denn sie zeigen das selbe Motiv (s. Abbildung 2). Es scheint so, wie wenn der Film ein wenig verrutscht ist und das Motiv „gecuttet“ wurde – zwei analoge Puzzleteile also (s. Abbildung 3). Bei den Fotos 2, 3 und 4 gibt es einen schwarzen Verlauf (s. Abbildung 4), das Foto 1 ist wiederum durch eine harte Kante gekennzeichnet und zu zwei Drittel dunkel. Bei Foto 5 ist der Lichteinfall und Bäume zu erkennen, alles andere ist ebenfalls sehr dunkel (s. Abbildung 5). 

Die analogen Bilder wurden gescannt, also am Ende doch digitalisiert. Dieser Arbeitsschritt ist unumgänglich, sonst wäre das Erstellen des Posts nicht möglich gewesen.

Abbildung 1: Porst compact-reflex
Abbildung 2: Foto 1 und 2
Abbildung 3: Foto 1 und 2 zusammengefügt
Abbildung 4: Foto 3 und 4
Abbildung 5: Foto 5

Bildnachweise:
Abbildung 1 – 5: Miriam Rein

Experiment 3: Sprache als Teil visueller Kommunikation

Im Rahmen unserer Design & Research 2 Lehrveranstaltung, entstand eine Zusammenarbeit mit dem Slawistik Institut der Universität Graz. Ziel war es eine vielseitige Plakatkampagne für das Institut zu entwickeln um Studierende auf das Slawistik Studium aufmerksam zu machen.

Das endgültige Design basiert auf einer Reihe von Sprüchen, die aus dem Russischen, Slowenisch, Bosnisch, Kroatisch und Serbisch stammen (da diese Sprachen am Institut unterrichtet werden). Die Redewendungen sind immanenter Bestandteil der jeweiligen Sprachen und sind eigentlich nicht übersetzbar – die Kampagne überträgt sie dennoch ins Deutsch und bringt den Seher zum Lachen oder Staunen. Mit einem Augenzwinkern werden die Leser aufgefordert: “Keinen Plan, wovon wir reden? Studiere Slawistik! Dann verstehst du’s.”. Das Farbschema der Gestaltung enthält Gelb, Rot und Blau – Farben, die in slawischen Kulturen häufig verwendet werden. Allerdings leicht aufgehellt und nie gemischt. Damit vermeidet das Design jede nationalistische Konnotation. Eine Typografie, die an die geometrische Form des kyrillische Alphabet angelehnt ist, wurde für auffälligen Überschriften verwendet. Eine zweite, neutrale Schriftart, die für Unterzeilen und Fließtexte verwendet wird, gleicht das typografische Bild aus und erzeugt so ein Spannungsverhältnis, dass sich in einem gängigen Layout widerspiegeln lässt.
Die Illustrationen visualisieren die Überschriften, weisen aber auch auf die eigentliche Bedeutung der Sprüche hin und schaffen so eine zweite Bedeutungsebene. Für digitale Medien werden die Illustrationen animiert und erwachen auf den Bildschirmen der Betrachter zum Leben.

Diese Kampagne, die in Zusammenarbeit mit Charlotte Heller, Miriam Rein und Karin Schmerda entstand, ist ein gutes Beispiel wie ein recht traditionelles Themengebiet in einen zeitgenössischen Kontext gesetzt werden kann. Sprache und visuelle Gestaltung werden in ein sich ergänzendes Zusammenspiel gebracht, durch die Doppeldeutigkeit der Illustrationen. Somit wird nicht nur eine gestalterische Ebene kreiert, die Kampagne schafft es auch durch Sprache selbst, tiefer in die Sprachphilosophie slawischer Sprachen einzudringen und so eine Verknüpfung zum Deutschen zu bilden und so eine Brücke zwischen den Kulturen zu bauen.

Fragen hinterFragen

Im allgemeinen mag man annehmen, dass das wichtigste an einem interessanten Interview ein interessanter Interviewpartner ist. Fürs erste mag das stimmen, zentral sind sicher spannende Ansätze und neue Ansichten in den Antworten. Voraussetzung dafür ist jedoch die richtige Fragestellung. Manchmal mag es funktionieren, dass man bei Personen wie am Start eines Filmes auf Play geht, und alles von selbst kommt. Doch das ist sicher die Ausnahme, vor allem, wenn man keine persönlichen Lebensgeschichten als Antworten erhalten will, sondern fachliche Einsichten. Genau dies war der Kern meines letzten Postings, zu definieren, wohin man einen Interviewpartner losschicken muss, um an einen spannenden Punkt zu kommen. Die Schwierigkeit besteht in dem Mittelmaß an Führung und Freiraum. Führung um einerseits nicht uferlos zu werden, aber andererseits die Gefahr, zu sehr einzuschränken oder eigene, vorgefasste Meinungen als Antworten zu erhalten und Neues auszuschließen. Darum also die Fragen möglichst allgemein halten – das war meine Devise.

Die Erfahrung mit dem ersten Interviewpartner zeige aber schnell, dass man damit auch Gefahr läuft, den Kontext zu verlieren. Gerade dieser Kontext ist auch eine sehr spannende Rahmenhandlung meiner Themenauseinandersetzung. Wo beginnt Design-Ausbildung? Wozu überhaupt? Was macht Designer wichtig für eine Gesellschaft? Was hat kreative Arbeit für einen Stellenwert? Wie wird dieser Zweig in der Ausbildung gewertet? Eine umfassende Beschäftigung mit dem Thema Designausbildung stößt wohl an diesen Punkt, sich zu fragen, wieso Menschen Designer*innen werden wollen oder sollen. Ob sich in einer rationalen, faktengesteuerten Gesellschaft ein Anstoß in eine neue, weniger verkopfte Welteinstellung als notwendig herausstellt. Wo soll das Herausbilden von kreativen Fähigkeiten begonnen werden? Diese Fragen wurden mir als Antwort auf meine eigenen Fragen gestellt – ich bin froh darüber, weil sie mir zeigen, dass ich die Eingrenzung meines Themas früher machen muss, als eigentlich gedacht. Ich fühlte mich sofort an Fröbl und seine Spielgaben erinnert – Erkenntnisse meines Research Teiles im letzten Semester, der genau in diese Kerbe schlug und eine grundlegende gestalterische Bildung schon in das Kindergartenalter legte. Und im weiteren auch an viele andere Ansätze von Design Schulen, die sehr bald eine sehr philosophische Anwandlung erhielten. 

Für mich führt dieser radikale Abriss aller Gegebenheiten jedoch zu weit. Ich will keine sozial-philosophische Basisdiskussion führen, dass mag dem damit einhergehenden Ausmaß geschuldet sein, aber wohl auch der Befürchtung ein allzu theoretisches Konstrukt bearbeiten zu müssen und nie zu einem praktischen Punkt zu kommen. Ich erkenne die berufliche Umgebungswelt des heutigen Designers als gegeben an (nicht ohne natürlich ein Hinterfragen und Ändern der Ausrichtung zu erlauben; beispielsweise ob es erstrebenswert wäre, in der Ausbildung ein künstlerisches Selbstbewusstsein über eine wirtschaftsgetriebene Hörigkeit zu stellen). Ebenso nehme ich eine Schulische Umgebung der jetzt-Zeit an, fordere keine revolution der Kindergärten und Volksschulen um weg vom auswendiglernen von Zahlen und Fakten zu kommen (auch wenn das durchaus ein wichtiger Diskussionspunkt wäre). Aber eben, wie gesagt, ich muss mir diesen Rahmen schaffen, um den Fokus nicht zu verlieren und meine Interviewpartner nicht auf eine Reise zu schicken, die wir beide nicht beenden können und vielleicht auch nicht wollen. Somit ergibt sich natürlich eine gewisse Unstimmigkeit, eine Ausbildung für die Zukunft zu denken sollte sich solche Fragen sicherlich auch stellen, solange man Gestaltung in einem sozialen Erziehungskontext für alle Menschen sieht – womit wir wieder bei dem Wert des Designers in der Gesellschaft wären.

Meine neuen Fragen sollen also diesem Gedanken gerecht werden, ich schicke meine Interviwepartner nicht mehr los um eine neue Welt zu finden sondern um ihre aktuelle zu Hinterfragen, und darum versuche ich, konkretere Ansätze als Diskussionsgrundlage zu geben – mit der Option auf Erweiterung. Natürlich bleibe ich damit im Risiko, interssante neue Ansätze in den Rahmenbedingungen die ich stelle erst gar nicht aufkommen zu lassen, allerdings hoffe ich da auf meine Gegenüber, ihre Ansichten einzubringen, ohne gleich die Welt umkrempeln zu müssen. Darum, nach den allgemeinen Fragen, die ich nochmal wiederhole, hier die aktuelle Liste meiner Fragen:

a. Wie lange sind Sie schon im Bereich Kommunikationsdesign tätig?

b. Welche designbezogene Ausbildung haben Sie?

c. Was haben Sie als positiv in ihrer Ausbildung in Erinnerung?

d. Was hätten Sie sich in Ihrer Ausbildung gewünscht?

e. Was ist ihre Kernkompetenz/Hauptbetätigungsfeld im Bereich Design heute?

f. Wie lange sind Sie in der Design-Lehre tätig, wie hat sich die Ausbildung in dieser Zeit verändert?

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1. Wie ist das didaktische Grundkonzept an ihrer Ausbildungsstätte? (Lehrinhalte, Methoden, Schwerpunkte)

2. Was ist besonders gut am Modell Ihrer Ausbildungsstätte; was ist nicht gut, wo gibt es Verbesserungspotential?

3. Wie sollte man den sich verändernden Arbeitsbedingungen in der Lehre begegnen? (technologische Entwicklungen, Trends)

4. Ist eine Spezialisierung oder eher eine Generalisierung der Ausbildung anzustreben? (wenige Bereiche sehr fokussiert und umfassend zu lehren oder viele Bereiche aufzuzeigen ohne zu sehr ins Detail zu gehen)

5. Sind analoge Ansätze heute noch sinnvoller Bestandteil einer Ausbildung?

6. Macht Programmschulung in Zeiten von Youtube Tutorials noch Sinn?

7. Sollten möglichst viele Projekte aus der wirtschaftlichen Praxis gemacht werden oder mehr Raum für künstlerisches und intellektuelles Experiment gelassen werden?

Inclusive character design try 3

In my latest experimental session, I experimented with the character design of native American people. As in my latest approach I did some research on features and characteristics which are typical for this ethnicity. I also wanted to give them a neutral/ordinary clothing because I thought about illustrating native Americans how they would live today in the modern society. (Not living in tribes but in the modern society).

It is really challenging to draw/illustrate people of a specific ethnicity in general because obviously they all don’t look the same and features vary from person to person. Still, I think it helps to draw different characters in order to learn and identify characteristics which everyone (more or less) has in common.

Inclusive character design 2nd try

In my last blog entry, I experimented with inclusive character design in the field of: having one common theme (doing yoga) and then drawing different people in this situation. This time I focused on ethnicity and gender (Japanese (young) man) and tried to really understand:

  • Features
  • Clothing
  • Characteristics

I realized that it’s hard for me to stick to drawing people how they really look like and not to “Europeanize” them aka giving them features which are typical for Europeans like bigger lips or eyes etc.

I think it needs a lot of practice to really understand ethnicities and to draw them correctly without making them too European or too stereotypical.

Exploring Letters – Image Based Grid Systems

In this post, I want to continue my exploration of letters based on a grid, but this time I am going to take a picture as a base, from which I am going to generate a grid and furthermore a great variation of letters out of it. The reason why I want to try to generate a grid out of pictures is simply, that good pictures can always be analyzed by composition lines. There are many works dealing with this subject clearly and logically (e.g. Michaelangelo, Dürrer, etc.) from the renaissance to other periods of art history.

In fine art, the composition is the term for the formal construction of artworks, in the sense of the relationships between the various constituent graphical elements. The compositional line is almost always only partially materialized. Many sections of such lines will disappear, as it were, beneath the surface of the picture, but they remain very much present as an organizing principle in the image’s overall effect. The picture derives a large part of its impact from the attractors generated by its structuring vertices and lines.

In recent times, artists have played with construction lines, leaving them visible in the foreground as a sculptural element in their work. My intention in this chapter is to isolate the principle of the construction line and repurpose it as a design grid. We can attempt this with any picture that is relevant to the project. To introduce an additional layer of variation, we can modulate parameters to create a series of images from a single, shared source as the specification for our grid. This technique can be used in a partially reversed design process, to design typefaces.

So having defined a grid based on the composition of a picture. I am not going to create letters out of it.

To sum up, for a lot of letters it worked out quite nicely, however, there are a few ones that don’t quite work right now: f.e. p, q, i, j, z, s. So now I am going to simplify the grid to a square-based one I had in my previous but, on which I am going to try to create variations based on letters I created on the image-based grid.

By shifting some parameters in the square grid one can easily adjust those letters which are not geometrically correct.
to be continued…